Zeichen 11 von 12
Sternzeichen Wassermann – Datum, Symbol und Bedeutung des Zeichens
Das Sternzeichen Wassermann – lateinisch Aquarius – gilt vom 21. Januar bis zum 19. Februar – 30 Tage, in denen die Sonne den 11. Abschnitt der Ekliptik durchläuft.
- Zeitraum
- 21.1. – 19.2.
- Symbol
- Element
- Luft
- Qualität
- fix
- Herrscher
- Uranus
- Dauer
- 30 Tage
- Grenztage
- 19. Januar und 20. Januar
Der Zeitraum und die kälteste Zeit des Jahres
Der Wassermann ist das elfte der zwölf Zeichen und gilt nach der gebräuchlichen Tabelle vom 21. Januar bis zum 19. Februar, also dreißig Tage. Er liegt vollständig zwischen der Wintersonnenwende und der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche, auf dem Abschnitt, auf dem die Sonne wieder an Höhe gewinnt – anfangs kaum, gegen Ende deutlich.
In diese Wochen fallen in Mitteleuropa die im langjährigen Mittel kältesten Tage. Das ist bemerkenswert, weil der kürzeste Tag vier bis sechs Wochen vorher lag und die Erde Anfang Januar ihren sonnennächsten Punkt durchlaufen hat. Verantwortlich ist die jahreszeitliche Phasenverschiebung: Boden, Gewässer und Luftmassen geben über Wochen mehr Wärme ab, als die noch flach stehende Sonne nachliefert, und das Minimum wird erst erreicht, wenn sich beides ausgleicht. Es ist derselbe Effekt, der im Sommer die heißesten Tage in den Löwen und nicht in den Krebs legt, nur mit umgekehrtem Vorzeichen.
Im Verlauf der dreißig Tage gewinnt Mitteleuropa eine Stunde und vierzig Minuten Tageslicht – in Berlin von 8 Stunden 40 Minuten auf 10 Stunden 22 Minuten, mehr als doppelt so viel wie im Steinbock davor. Der Anstieg wird steiler, je näher die Sonne der Tagundnachtgleiche kommt, und das ist der Abschnitt, in dem die Zunahme erstmals ohne Kalender zu bemerken ist.
Ein Wasserträger ohne Wasser am Himmel
Das Sternbild Wassermann ist groß und lichtschwach; kein Stern erreicht die zweite Größenklasse. Die beiden hellsten heißen Sadalsuud und Sadalmelik, aus dem Arabischen für „Glück des Glücklichsten" und „Glück des Königs" – Namen, die auf eine ältere Tradition zurückgehen, in der der Aufgang dieser Sterne mit dem Beginn der Regenzeit verbunden war.
Die Figur ist ein Mann, der einen Krug ausgießt. Der ausgegossene Strom zieht sich am Himmel nach Süden und endet bei Fomalhaut, dem hellen Hauptstern des Südlichen Fisches – der Strom fließt also in einen Fisch, was die Verbindung dieses ganzen Himmelsabschnitts mit dem Wasser vollständig macht: Wassermann, Fische, Südlicher Fisch, Walfisch und der Fluss Eridanus liegen dicht beieinander. Antike Autoren nannten diese Region das „Meer".
Der Grund dürfte kalendarisch sein. In Mesopotamien fiel der Zeitraum mit der Regenzeit und dem Anstieg von Euphrat und Tigris zusammen. Ein Wasserträger, der einen Krug ausgießt, ist damit kein beliebiges Bild, sondern die Jahreszeit selbst – so wie die Jungfrau mit der Ähre die Ernte bezeichnet.
Aus dem Sternbild kommen zwei Meteorströme, die Eta-Aquariiden im Mai und die Delta-Aquariiden im Juli. Beide sind schwächer als die Perseiden, und beide fallen in Zeiträume, die mit dem Zeichen nichts zu tun haben – ein Meteorstrom ist nach der Himmelsrichtung benannt, aus der er zu kommen scheint, nicht nach dem Zeitpunkt.
Das Wassermann-Zeitalter ist ein echter astronomischer Vorgang
Kaum ein Zeichen wird so häufig genannt wie dieses, und meist in einem Zusammenhang, den man für Erfindung halten könnte. Das „Wassermann-Zeitalter" bezeichnet aber einen messbaren Vorgang.
Der Frühlingspunkt – der Nullpunkt, von dem aus alle zwölf Zeichen gezählt werden – wandert wegen der Präzession langsam gegen den Lauf der Zeichen: rund fünfzig Bogensekunden im Jahr, ein Grad in siebzig Jahren, ein ganzes Sternbild in gut zwei Jahrtausenden. In hellenistischer Zeit lag er im Sternbild Widder, seit etwa dem ersten Jahrhundert vor unserer Zeit liegt er im Sternbild Fische, und in einigen Jahrhunderten wird er den Wassermann erreichen. Das ist der ganze Inhalt der Aussage.
Was sie nicht liefert, ist ein Datum. Die Grenzen der Sternbilder sind Konvention – sie wurden 1930 international festgelegt und hätten auch anders gezogen werden können. Je nachdem, welche Grenze man ansetzt, ergeben sich Zeitpunkte, die mehrere Jahrhunderte auseinanderliegen. Ein Vorgang kann also real sein und trotzdem keinen scharfen Termin haben.
Für die Sternzeichen im gebräuchlichen Sinn hat das keine Folgen: sie sind vom Frühlingspunkt aus definiert und wandern mit ihm mit. Der Wassermann bleibt der elfte Abschnitt ab dem Frühlingspunkt, unabhängig davon, vor welchem Sternbild dieser Punkt gerade liegt.
Woher der Name kommt
In der babylonischen Überlieferung erscheint die Figur als GU.LA, „der Große", dargestellt als Gestalt mit einem überfließenden Gefäß. Die Griechen nannten sie Hydrochóos, den Wasserausgießer, die Römer Aquarius.
Der griechische Mythos verbindet sie mit Ganymed, dem Mundschenk der Götter, den Zeus in Gestalt eines Adlers auf den Olymp holte. Für diese Zuordnung spricht die Nachbarschaft am Himmel: das Sternbild Adler liegt in derselben Region. Eine zweite Erzählung nennt Deukalion, den Überlebenden der Sintflut – auch das eine Wasserfigur, und wieder eine nachträgliche Deutung eines Bildes, das älter ist als die Geschichte.
Auffällig bleibt, dass der Name in keiner Sprache den Krug nennt, sondern immer den Träger: Wasserausgießer, Wasserträger, Wassermann. Das Gefäß, das die Figur eigentlich kenntlich macht, kommt nur im Symbol vor – und dort nicht als Gefäß, sondern als das, was aus ihm herausläuft.
Das Symbol
Das Zeichen des Wassermanns besteht aus zwei parallelen Zickzacklinien: das ausgegossene Wasser, in der ältesten und einfachsten Form, die dafür denkbar ist.
Es ist damit eines der wenigen Tierkreiszeichen, dessen Bedeutung ohne jede Erklärung erkennbar ist – und zugleich eines der ältesten Bildzeichen überhaupt: dieselbe Wellenlinie steht in der ägyptischen Hieroglyphenschrift für Wasser und in vielen frühen Schriftsystemen für dasselbe. Das Zeichen bildet also nicht die Figur ab und auch nicht ihren Gegenstand, sondern das Element, um das es geht.
Verwechslungsgefahr besteht nur mit dem Symbol für Fische, das ebenfalls aus zwei gleichen Elementen mit einer Verbindung besteht – dort sind es jedoch Bögen mit einem waagerechten Strich dazwischen, hier zwei freistehende Zickzacklinien ohne Verbindung.
Element und Qualität
Der Wassermann trägt in der überlieferten Einteilung das Element Luft und die Qualität fix. Beide Begriffe gehören zur astrologischen Systematik und ordnen die Zeichen zueinander.
Dass ein Zeichen mit Wasser im Namen und im Symbol dem Element Luft zugeordnet ist, überrascht regelmäßig. Es ist aber kein Widerspruch, sondern der Beweis dafür, dass die vier Elemente nichts mit den Bildern zu tun haben: sie verteilen sich streng reihum über die zwölf Abschnitte, sodass jedes vierte Zeichen dasselbe Element trägt. Mit dem Wassermann bilden die Zwillinge und die Waage die Luftgruppe. Das Bild einer Figur und ihr Element sind zwei voneinander unabhängige Schichten desselben Systems.
Fix sind die vier Zeichen in der Mitte einer Jahreszeit: Stier, Löwe, Skorpion, Wassermann. Der Wassermann sitzt in der Mitte des Winters, zwischen dem eröffnenden Steinbock und den abschließenden Fischen.
Als herrschender Planet wird heute meist Uranus genannt, in der älteren Überlieferung Saturn. Uranus wurde 1781 entdeckt, und die astrologische Zuordnung folgte der Entdeckung – dasselbe Muster wie bei Neptun für die Fische und Pluto für den Skorpion.
Was die Überlieferung dem Wassermann zuschreibt
Klassisch führt Saturn dieses Zeichen, gemeinsam mit dem Steinbock. Seit Herschel 1781 den Uranus entdeckte, wird in vielen Darstellungen stattdessen dieser genannt – die Zuordnung ist also gut zweihundert Jahre alt, während das Zeichen selbst zweieinhalbtausend Jahre alt ist. Element und Qualität, Luft und fix, sind von der Umstellung nicht betroffen.
Der Name täuscht in zwei Richtungen. Das Symbol zeigt nicht den Mann, sondern das Wasser, das er ausschüttet – zwei parallele Wellenlinien, dieselbe Figur, die auch in ägyptischen Hieroglyphen für Wasser steht. Und das Element ist trotzdem Luft, nicht Wasser: die Elementzuordnung folgt der Reihenfolge im Tierkreis, nicht dem Bild im Namen.
Zwei Meteorströme aus dem Wassermann
Aus der Richtung des Wassermanns kommen zwei Meteorströme, die Eta-Aquariiden mit einem Maximum Anfang Mai und die Delta-Aquariiden Ende Juli. Beide sind schwächer als die Perseiden im August, und beide fallen in Zeiträume, die mit dem Zeichen nichts zu tun haben.
Das ist kein Widerspruch, sondern eine Folge der Benennung: ein Meteorstrom heißt nach dem Sternbild, aus dem die Meteore zu kommen scheinen – dem Radianten –, und nicht nach dem Zeitpunkt seines Auftretens. Er tritt auf, wenn die Erde die Staubbahn eines Kometen kreuzt, und dieser Termin hängt von der Bahn des Kometen ab. Die Eta-Aquariiden stammen aus derselben Staubbahn wie die Orioniden im Oktober; beide gehen auf den Kometen Halley zurück, dessen Bahn die Erde zweimal im Jahr kreuzt.
Das Zeichen Wassermann liegt dagegen im Januar und Februar – dann steht die Sonne vor diesem Abschnitt der Ekliptik, und das Sternbild ist deshalb gerade nicht am Nachthimmel zu sehen. Gute Sichtbarkeit hat es an Abenden von August bis November.
Die Verteilung über 96 Jahre
Wie sich der Übertritt auf die Kalendertage verteilt, lässt sich für den Zeitraum 1941 bis 2036 auszählen. Die Werte für dieses Zeichen: 19. Januar: 7, 20. Januar: 81, 21. Januar: 8. Der 20. Januar ist damit über den ganzen Zeitraum der häufigste Fall, und die Verteilung ist im 20. und im 21. Jahrhundert im Wesentlichen dieselbe. In zwei Jahren liegt der Übertritt näher als eine Viertelstunde an Mitternacht – 1972, 2009. Für diese Jahrgänge wird hier kein Kalendertag behauptet: die Rechnung ist auf etwa drei Minuten genau, und die Zuordnung läge damit innerhalb ihrer eigenen Unsicherheit.
Wie die Grenze wandert
Die Tabelle nennt den 21. Januar als ersten Tag des Wassermanns. Gemessen fällt der Übertritt in den Jahren 1940 bis 2035 auf den 19., 20. oder 21. Januar, in einundachtzig Fällen auf den 20.
Die Verteilung hat sich über die Jahrhundertgrenze verschoben: der 21. Januar kommt ausschließlich in den Jahrgängen vor 2000 vor, der 19. ausschließlich in denen danach. Ursache ist die gregorianische Schaltregel – das Jahr 2000 war als durch 400 teilbares Jahrhundertjahr ein Schaltjahr, wodurch die Ereignisse insgesamt etwas nach vorn gerutscht sind.
Praktisch heißt das: der 19. und der 20. Januar sind Grenztage. An ihnen führt die Tabelle noch den Steinbock, während die Sonne in einem großen Teil der Jahrgänge bereits im Wassermann steht – beim 20. Januar sogar in der weit überwiegenden Zahl. Vom 21. Januar bis zum 19. Februar besteht keine Unsicherheit. Für die beiden Grenztage nennt die Seite zum Monat Januar den Zeitpunkt mit Datum und Uhrzeit für jedes Jahr.
Der Tabellentag ist einer der möglichen Übertrittstage; die Konvention markiert damit die spätere Grenze.
Wann das Zeichen wirklich beginnt
Die Tabelle setzt den Beginn auf den 21. Januar. Der gemessene Übertritt der Sonne fällt zwischen 1941 und 2036 auf den 19., 20., 21. Januar – das Tabellendatum ist dabei der spätestmögliche Tag.
Damit sind der 19. und der 20. Januar Grenztage: an ihnen steht die Sonne in manchen Geburtsjahren schon im Zeichen Wassermann, während die Tabelle noch Steinbock nennt. Welcher Jahrgang auf welcher Seite liegt, steht mit Datum und Uhrzeit auf der Seite Sternzeichen im Januar.
Die Zeitpunkte auf dieser Seite sind mit PyEphem 4.2.1 (libastro) aus der scheinbaren geozentrischen Länge der Sonne berechnet, bezogen auf das Äquinoktium des Datums, und in Europe/Berlin (CET/CEST) angegeben. Die Angabe ist auf etwa 3 Minuten genau; wo ein Übertritt näher als eine Viertelstunde an Mitternacht liegt, wird der Kalendertag nicht behauptet.
Nachbarzeichen
Vor dem Zeichen liegt Steinbock (22. Dezember – 20. Januar), danach folgt Fische (20. Februar – 20. März). Alle zwölf Zeiträume stehen in der Sternzeichen-Tabelle.
Häufige Fragen
Fragen zum Zeichen Wassermann
Welche Daten gelten für das Sternzeichen Wassermann?
Nach der gebräuchlichen Tabelle vom 21. Januar bis zum 19. Februar, also 30 Tage. Der Übertritt der Sonne in das Zeichen fällt in den Jahren 1941 bis 2036 auf den 19., 20., 21. Januar.
Ist der 21. Januar noch Steinbock oder schon Wassermann?
Nach der Tabelle Wassermann, und der Sonnenstand widerspricht dem nicht: der Übertritt erfolgt an diesem Tag oder bereits davor. Umgekehrt sind der 19. und 20. Januar die Tage, an denen die Tabelle noch Steinbock sagt, die Sonne aber in manchen Jahren schon im Zeichen Wassermann steht.
Welches Element hat Wassermann?
Luft. Die vier Elemente verteilen sich reihum über den Tierkreis, sodass jedes dritte Zeichen dasselbe trägt: neben Wassermann sind das Zwillinge und Waage.
Warum gilt Uranus als herrschender Planet des Zeichens Wassermann?
Die Zuordnung stammt aus der überlieferten Astrologie und ist keine astronomische Aussage: Wassermann – lateinisch Aquarius, das 11. der zwölf Zeichen – wurde Uranus zugeordnet, dem ersten Planeten, der mit dem Fernrohr gefunden wurde, 1781. Am Sonnenlauf, aus dem die Daten auf dieser Seite stammen, ändert das nichts.