Geburtsmonat Mai
Sternzeichen Mai: Stier oder Zwillinge, das Datum und der Wechsel
Welches Sternzeichen im Mai gilt, hängt vom Tag ab: bis zum 20. Stier, ab dem 21. Zwillinge. Im Mai liegen damit zwei Zeichen: bis zum 20. Stier, ab dem 21. Zwillinge. Die Grenze dazwischen wandert – sie fällt je nach Jahr auf den 20., 21., 22. Mai.
Sternzeichen Mai: wo die Grenze wirklich liegt
Wer nach Sternzeichen Mai sucht, sucht in Wahrheit nach dieser Linie. Die gebräuchliche Tabelle zieht sie zwischen dem 20. und dem 21. Mai. Den Beginn des Zeichens Zwillinge erreicht die Sonne aber zu einer bestimmten Uhrzeit, und die verschiebt sich von Jahr zu Jahr um knapp sechs Stunden, mit einem Sprung zurück in jedem Schaltjahr. Fällt der Übertritt in die frühen Morgenstunden, gehört der Tag schon ganz zum Zeichen Zwillinge; fällt er am späten Abend, zählt fast der ganze Tag noch zu Stier.
Berechnet mit PyEphem 4.2.1 (libastro) aus der scheinbaren geozentrischen Länge der Sonne, bezogen auf das Äquinoktium des Datums; Zeiten in Europe/Berlin (CET/CEST), genau auf etwa 3 Minuten.
Für Geburtstage vom 1. bis zum 19. Mai ist die Antwort eindeutig Stier, vom 23. bis zum 31. Mai ebenso eindeutig Zwillinge. Nur die Tage dazwischen brauchen einen Blick auf das Geburtsjahr.
Der Tabellentag ist einer der möglichen Übertrittstage; die Konvention markiert damit die spätere Grenze.
Der Monat, dessen Namensgeberin unsicher ist
Mai kommt von Maius, und wie beim April ist die Herkunft nicht abschließend geklärt. Die verbreitetste Erklärung nennt Maia, eine römische Göttin des Wachstums, die mit Vulcanus verbunden war. Eine zweite, die auf Ovid zurückgeht, leitet den Namen von maiores ab, den Älteren – wobei derselbe Autor den Juni von den iuniores, den Jüngeren, ableitet. Diese Paarung ist zu elegant, um zwingend zu sein.
Im ältesten römischen Kalender war der Mai der dritte Monat, weil das Jahr im März begann; nach der Verlegung des Jahresanfangs rutschte er auf den fünften Platz. Die Zeichenreihe zählt weiterhin vom März und enthält im Mai deshalb die Zeichen zwei und drei.
Stier und Zwillinge im Mai
Bis zum 20. Mai führt die Tabelle den Stier, ab dem 21. die Zwillinge. Die Zwillinge sind mit zweiunddreißig Tagen das längste Zeichen des Jahres – gemeinsam mit dem Löwen, der ebenso lang ist.
Der Grund ist rein mechanisch. Alle zwölf Abschnitte sind exakt dreißig Grad groß, aber die Erde läuft auf einer Ellipse und bewegt sich Anfang Juli am langsamsten, weil sie der Sonne dann am fernsten steht. Der Zeitraum der Zwillinge liegt unmittelbar davor. Pro Grad Ekliptiklänge braucht die Sonne hier etwa 1,03 Tage, im Januar nur etwa 0,98 – über dreißig Grad ergibt das den Unterschied von drei Tagen zum kürzesten Zeichen, dem Schützen.
Dass Zwillinge und Löwe gleich lang sind, ist dabei kein Zufall, sondern eine Symmetrie: der langsamste Punkt der Erdbahn liegt zeitlich im Krebs, und die beiden Zeichen davor und danach liegen gleich weit von ihm entfernt. Dieselbe Symmetrie findet sich am anderen Ende des Jahres um den Steinbock, wo Schütze und Wassermann zu den kürzesten gehören. Die Längen der zwölf Zeichen sind also keine Liste von Zufallswerten, sondern eine Kurve – die Bahngeschwindigkeit der Erde, in Tagen ausgedrückt.
Am Himmel sind Castor und Pollux, die beiden Hauptsterne der Zwillinge, ein Winter- und Frühjahrsobjekt und im Mai schon tief im Westen. Bemerkenswert an ihnen ist eine alte Unstimmigkeit: Castor trägt den Buchstaben Alpha, obwohl Pollux eindeutig der hellere ist. Korrigiert wurde das nie, weil eine Umbenennung jede ältere Quelle unbrauchbar machen würde.
Was für Geburtstage am 20., 21. und 22. Mai gilt
Der 21. Mai ist der Tag, auf den der Übertritt in zweiundsiebzig der sechsundneunzig untersuchten Jahre fällt. Der 20. kommt in zweiundzwanzig Jahren vor, der 22. in zwei.
Die Zwillinge sind damit das einzige Zeichen, bei dem der gemessene Übertritt im untersuchten Zeitraum auch einen Tag nach dem Tabellendatum liegt. Das ist allerdings ein Randfall der älteren Jahrgänge: die beiden Fälle des 22. Mai liegen beide vor 2000, während der Übertritt seit der Jahrtausendwende nur noch auf den 20. oder den 21. fällt.
Für die Praxis heißt das: der 20. Mai ist der Grenztag im üblichen Sinn – die Tabelle führt noch den Stier, die Sonne steht in etwa jedem vierten Jahrgang bereits in den Zwillingen, und dort entscheidet zusätzlich die Geburtsstunde. Für den 21. Mai und alle folgenden Tage bis zum 21. Juni besteht keine Unsicherheit in der Sache; nach Tabelle sind es Zwillinge, und der Sonnenstand widerspricht dem in keinem Jahrgang der Gegenwart.
Wenn der Tag über sechzehn Stunden wächst
Im Mai überschreitet die Tageslänge in Mitteleuropa die Sechzehn-Stunden-Grenze. In Berlin steigt sie von 15 Stunden 9 Minuten am 1. auf 16 Stunden 41 Minuten am 31. – ein Zuwachs von 92 Minuten, deutlich weniger als im März oder April, weil die Sonne sich ihrem nördlichsten Punkt nähert und die Kurve abflacht.
Die Mittagshöhe der Sonne steigt von 52,6 auf 59,4 Grad, die Deklination von +15,2 auf +22,0 Grad. Der Wendekreis liegt bei 23,4 Grad – am Monatsende ist die Sonne also nur noch gut ein Grad davon entfernt und wird bis zur Sonnenwende Ende Juni kaum mehr höher steigen.
Der Mai ist damit der Monat, in dem sich die beiden Kurven trennen: die Tageslänge wächst noch merklich, die Sonnenhöhe kaum mehr. Für die Wärme ist die zweite Kurve die wichtigere, weshalb der Mai in Mitteleuropa im Mittel deutlich kühler bleibt als der Juli, obwohl die Tage fast gleich lang sind.
Am Nachthimmel wird es im Mai kaum noch dunkel. In Norddeutschland geht die Sonne Ende Mai nicht mehr tief genug unter den Horizont, damit die astronomische Dämmerung endet – sie bleibt flacher als achtzehn Grad, und die Nacht besteht durchgehend aus Dämmerung. Weiter im Norden gilt das entsprechend länger. Für die Beobachtung schwacher Objekte ist die Zeit von Mitte Mai bis Mitte Juli in Deutschland deshalb praktisch verloren.
Stier und Zwillinge im Vergleich
Die beiden Zeichen des Mais sind dreißig und zweiunddreißig Tage lang – die Zwillinge sind gemeinsam mit dem Löwen das längste Zeichen des Jahres. Der Unterschied von zwei Tagen zwischen zwei benachbarten Zeichen ist der größte im ganzen Tierkreis und liegt allein an der Bahngeschwindigkeit der Erde, die sich dem sonnenfernsten Punkt nähert.
In der Systematik trägt der Stier Erde und fix, die Zwillinge Luft und veränderlich – der Stier sitzt in der Mitte des Frühlings, die Zwillinge schließen ihn ab und enden mit der Sommersonnenwende. Als herrschende Planeten gelten Venus und Merkur, die beide je zwei Zeichen tragen: die Venus zusätzlich die Waage, der Merkur zusätzlich die Jungfrau.
Am Himmel sind beide Sternbilder gut zu finden, aber auf verschiedene Weise. Der Stier über Aldebaran und die Plejaden, die Zwillinge über das auffällige Paar Castor und Pollux. An diesem Paar hängt eine alte Unstimmigkeit: Castor trägt den Buchstaben Alpha, obwohl Pollux der hellere ist. Korrigiert wurde das nie, weil eine Umbenennung jede ältere Quelle unbrauchbar machen würde – dieselbe Überlegung, aus der auch die Namen der Wendekreise beibehalten wurden, obwohl die Sonne dort längst vor anderen Sternbildern steht.
Für die Zuordnung eines Geburtstags verlangt der Mai nur an einem Tag mehr als das Datum: der 20. Mai ist der Grenztag.
Die Grenze in den Nachbarmonaten
Wer die zwölf Monatsseiten nebeneinanderlegt, sieht ein Muster, das auf einer einzelnen Seite nicht auffällt. Im April davor wechselt die Sonne am 21. in den Stier, in diesem Monat am 21. in den Zwillinge, im Juni danach am 22. in den Krebs. Alle drei Grenzen liegen in der zweiten Monatshälfte, und das ist kein Zufall: die Zwölfteilung wird vom Frühlingspunkt aus gezählt, der im März auf den 20. oder 21. fällt, und von dort rechnet sich der Abstand von je dreißig Grad durch das ganze Jahr weiter.
Daraus folgt, dass in jedem Kalendermonat genau zwei Zeichen liegen und keine Zeichengrenze auf einen Monatsersten fällt. Wer eine Sternzeichentabelle daraufhin durchsieht, findet die zwölf Grenzen zwischen dem 19. und dem 24. – eine Spanne von sechs Tagen für zwölf Übergänge, die über das ganze Jahr verteilt sind.
Die Länge der Abschnitte schwankt dabei: der Zwillinge dauert 32 Tage, der Stier davor 30 und der Krebs danach 31. Diese Unterschiede kommen allein von der Bahngeschwindigkeit der Erde, die auf ihrer Ellipse Anfang Januar am schnellsten und Anfang Juli am langsamsten läuft. Die Zeichen selbst sind alle exakt dreißig Grad breit.
Für die Praxis heißt das: die Frage nach dem Zeichen ist für die meisten Geburtstage mit dem Datum beantwortet, und nur an den wenigen Tagen rund um die Grenze kommt das Geburtsjahr hinzu. Die Nachbarseiten April und Juni nennen dieselben Angaben für ihre eigenen Grenztage.
Die Eisheiligen
Für die Tage um den 12. bis 15. Mai gibt es im deutschen Sprachraum die Bezeichnung Eisheilige, verbunden mit der Erwartung eines letzten Kälteeinbruchs. Statistisch ist der Effekt schwach: in Auswertungen langer Messreihen ist eine Häufung von Kaltluftvorstößen in der Monatsmitte erkennbar, aber sie ist klein und in vielen Jahren gar nicht vorhanden. Was hinzukommt, ist eine Kalenderfrage: die Namenstage stammen aus der Zeit vor der gregorianischen Reform von 1582, bei der zehn Tage ausgelassen wurden. Die ursprünglich gemeinten Tage lägen heute etwa zehn Tage später, also gegen Ende Mai. Eine Wetterregel, die an Kalendertagen hängt, verschiebt sich mit dem Kalender – dieselbe Mechanik, die auch die Zeichengrenzen verschiebt.
Der Zeitpunkt im Mai
Der Übertritt in die Zwillinge fällt in den Jahren 1940 bis 2035 zweiundzwanzig Mal auf den 20., zweiundsiebzig Mal auf den 21. und zwei Mal auf den 22. Mai. In zwei dieser Jahre liegt er näher als eine Viertelstunde an Mitternacht; für diese beiden Jahrgänge wird hier kein Kalendertag behauptet, weil die Rechnung auf etwa drei Minuten genau ist und die Zuordnung damit innerhalb ihrer eigenen Unsicherheit läge.
Warum andere Seiten andere Daten nennen
Für den Mai zirkulieren Angaben, die den Wechsel auf den 20. oder den 21. legen. Die verbreitete deutsche Tabelle nennt den 21., und sie steht auch auf diesen Seiten; der Unterschied betrifft ausschließlich den einen Grenztag.
Ein Teil der Abweichungen ist wie überall eine Frage des Bezugsjahres und der Zeitzone. Eine Uhrzeit ohne Angabe der Zeitzone ist für einen Zeichenwechsel nicht überprüfbar, weil der Übertritt ein Moment ist und der Kalendertag davon abhängt, wo gerechnet wird. Alle Zeiten hier gelten für Mitteleuropa, im Mai in Sommerzeit.
Das Datum im Mai und der Wechsel im Jahreslauf
Sternzeichen Mai heißt damit immer: zwei Zeichen und ein Datum dazwischen. Davor liegt der April, danach der Juni. Alle zwölf Zeiträume nebeneinander stehen in der Sternzeichen-Tabelle. Wer das Sternzeichen im Mai für einen bestimmten Geburtstag braucht, liest es dort in einer Zeile ab – und wer die Frage Sternzeichen Mai für ein einzelnes Jahr genau beantworten will, nimmt die Uhrzeit aus der Abbildung weiter oben.
Häufige Fragen
Fragen zum Mai
Welches Sternzeichen hat man im Mai?
Bis zum 20. Mai Stier, ab dem 21. Mai Zwillinge. Die Grenze dazwischen ist keine feste Linie – der Übertritt der Sonne fällt je nach Jahr auf den 20., 21., 22. Mai.
Welches Zeichen gilt am 20. Mai?
Nach der gebräuchlichen Tabelle Stier. Astronomisch steht die Sonne an diesem Tag in einem Teil der Jahrgänge bereits im Zeichen Zwillinge. Die Aufstellung oben nennt für jedes Jahr den Zeitpunkt, sodass sich die Frage für ein konkretes Geburtsjahr eindeutig beantworten lässt.
Warum nennen andere Seiten einen anderen Grenztag für den Mai?
Weil sie einen einzelnen Jahrgang zugrunde legen oder eine andere Zeitzone. Für den Mai ist der Übertritt über den Zeitraum 1940 bis 2035 nicht auf einen Tag festzulegen: er fällt auf den 20., 21., 22. Mai, je nach Jahr. Ohne Angabe von Jahr und Zeitzone ist eine Uhrzeit für den Wechsel nicht überprüfbar.