Geburtsmonat Juli
Sternzeichen Juli: Krebs oder Löwe, das Datum und der Wechsel
Welches Sternzeichen im Juli gilt, hängt vom Tag ab: bis zum 22. Krebs, ab dem 23. Löwe. Im Juli liegen damit zwei Zeichen: bis zum 22. Krebs, ab dem 23. Löwe. Die Grenze dazwischen wandert – sie fällt je nach Jahr auf den 22., 23. Juli.
Sternzeichen Juli: wo die Grenze wirklich liegt
Wer nach Sternzeichen Juli sucht, sucht in Wahrheit nach dieser Linie. Die gebräuchliche Tabelle zieht sie zwischen dem 22. und dem 23. Juli. Den Beginn des Zeichens Löwe erreicht die Sonne aber zu einer bestimmten Uhrzeit, und die verschiebt sich von Jahr zu Jahr um knapp sechs Stunden, mit einem Sprung zurück in jedem Schaltjahr. Fällt der Übertritt in die frühen Morgenstunden, gehört der Tag schon ganz zum Zeichen Löwe; fällt er am späten Abend, zählt fast der ganze Tag noch zu Krebs.
Berechnet mit PyEphem 4.2.1 (libastro) aus der scheinbaren geozentrischen Länge der Sonne, bezogen auf das Äquinoktium des Datums; Zeiten in Europe/Berlin (CET/CEST), genau auf etwa 3 Minuten.
Für Geburtstage vom 1. bis zum 21. Juli ist die Antwort eindeutig Krebs, vom 24. bis zum 31. Juli ebenso eindeutig Löwe. Nur die Tage dazwischen brauchen einen Blick auf das Geburtsjahr.
Der Tabellentag ist einer der möglichen Übertrittstage; die Konvention markiert damit die spätere Grenze.
Der Monat, der umbenannt wurde
Juli hieß ursprünglich Quintilis, der fünfte – gezählt von einem Jahr, das im März begann. Nach der Verlegung des Jahresanfangs auf den Januar war er der siebte und trug damit einen Zahlnamen, der nicht mehr stimmte, so wie September bis Dezember heute noch.
Bei ihm wurde das geändert. Der Monat wurde nach Iulius Caesar benannt, der in ihm geboren war und der den Kalender reformiert hatte – der julianische Kalender mit seiner Vier-Jahres-Schaltregel geht auf ihn zurück. Kurz darauf wurde auch Sextilis, der sechste, zu Augustus umbenannt. Bei den vier Zahlnamen am Jahresende blieb es dagegen, obwohl mehrere Kaiser Anläufe unternahmen.
Der julianische Kalender ist für dieses Thema nicht nur eine Fußnote: seine Schaltregel war um elf Minuten pro Jahr zu lang, und bis zum 16. Jahrhundert hatte sich das auf zehn Tage summiert. Die gregorianische Reform von 1582 korrigierte das – und ihre Feinregel, nach der Jahrhundertjahre nur bei Teilbarkeit durch 400 Schaltjahre sind, ist der Grund, warum die Zeichengrenzen im 21. Jahrhundert etwas anders liegen als im 20.
Krebs und Löwe im Juli
Bis zum 22. Juli führt die Tabelle den Krebs, ab dem 23. den Löwen. Der Löwe ist mit zweiunddreißig Tagen gemeinsam mit den Zwillingen das längste Zeichen des Jahres, und der Grund liegt in diesem Monat: Anfang Juli erreicht die Erde ihren sonnenfernsten Punkt, das Aphel, und läuft dort am langsamsten. Die scheinbare Bewegung der Sonne vor dem Sternhintergrund ist entsprechend träge, und dreißig Grad dauern am längsten.
In den Juli fallen außerdem die im langjährigen Mittel wärmsten Tage Mitteleuropas – nicht die längsten, die waren im Juni. Die Verzögerung von etwa sechs Wochen zwischen dem Höchststand der Sonne und dem Wärmemaximum entsteht daraus, dass Boden und Wasser Wärme speichern: solange mehr Energie eingestrahlt wird als abgegeben, steigt die Temperatur weiter, auch wenn die Einstrahlung schon abnimmt.
Der deutsche Ausdruck Hundstage für diese Wochen führt zurück an den Himmel. Er kommt von Sirius, dem Hauptstern im Großen Hund, der in der Antike zu dieser Zeit erstmals wieder in der Morgendämmerung sichtbar wurde; man hielt sein Licht für mitverantwortlich für die Hitze. Der Zusammenhang ist falsch, die Beobachtung war richtig – und wegen der Präzession hat sich der Sirius-Aufgang inzwischen um Wochen verschoben, sodass die Hundstage im Kalender und das Himmelsereignis heute nichts mehr miteinander zu tun haben.
Was für Geburtstage am 22. und 23. Juli gilt
Der Übertritt fällt in den Jahren 1940 bis 2035 auf den 22. oder den 23. Juli – nur zwei mögliche Tage, in sechsundfünfzig Fällen der 23., in vierzig der 22.
Die enge Streuung hat einen einfachen Grund: der langjährige Mittelwert des Übertritts liegt hier weit von Mitternacht entfernt, sodass die sechsstündige Jahresverschiebung ihn nicht regelmäßig über den Tageswechsel schiebt. Bei Zeichen wie dem Stier, deren Mittelwert dicht an einem Tageswechsel liegt, kommen drei Kalendertage vor.
Für die Praxis heißt das: der 22. Juli ist ein Grenztag. Wer an ihm geboren ist, wird von der Tabelle dem Krebs zugeordnet, stand astronomisch aber in etwa vier von zehn Jahrgängen bereits im Löwen, und dort entscheidet zusätzlich die Geburtsstunde. Für den 23. Juli und alle folgenden Tage bis zum 23. August besteht keine Unsicherheit.
Der Umkehrpunkt liegt hinter uns
Im Juli beginnt der Rückgang, und zwar zunächst kaum merklich. In Berlin sinkt die Tageslänge von 16 Stunden 58 Minuten am 1. auf 15 Stunden 48 Minuten am 31. – ein Verlust von 71 Minuten, deutlich weniger als die 113 Minuten im August oder die 117 im September. Der Juli liegt noch auf dem flachen Teil der Kurve unmittelbar hinter der Sonnenwende.
Die Mittagshöhe der Sonne in Berlin fällt von 60,6 auf 55,7 Grad, die Deklination von +23,1 auf +18,2 Grad. Damit legt die Sonne im Juli knapp fünf Grad ihres Rückwegs zum Äquator zurück; im September werden es elf sein.
Dass die wärmsten Tage trotzdem in diesen Monat fallen, ist der bekannteste Fall einer Phasenverschiebung im Jahresgang. Solange mehr Energie eingestrahlt wird als der Boden und die Gewässer abgeben, steigt die Temperatur weiter – auch wenn die Einstrahlung schon abnimmt. Das Maximum wird erst erreicht, wenn sich beides ausgleicht, und das ist in Mitteleuropa etwa sechs Wochen nach der Sonnenwende der Fall. Dieselbe Verzögerung mit umgekehrtem Vorzeichen legt das Temperaturminimum in den Januar und Februar statt in den Dezember.
Anfang Juli erreicht die Erde außerdem ihren sonnenfernsten Punkt, das Aphel: etwa 152 Millionen Kilometer, gegenüber rund 147 Millionen Anfang Januar. Sie empfängt in diesem Monat also etwa sieben Prozent weniger Energie als im Winter – und es ist trotzdem Sommer. Wer einen einzigen Beleg dafür sucht, dass die Jahreszeiten von der Achsneigung und nicht vom Abstand kommen, findet ihn hier.
Für die Zeichen hat das Aphel eine direkte Folge: die Erde ist dort am langsamsten, und deshalb sind die Zeichen dieser Jahreszeit die längsten. Zwillinge und Löwe brauchen je zweiunddreißig Tage für ihre dreißig Grad, während der Schütze im Vorwinter mit neunundzwanzig auskommt.
Krebs und Löwe im Vergleich
Die beiden Zeichen des Julis sind einunddreißig und zweiunddreißig Tage lang. Beide liegen um den sonnenfernsten Punkt der Erdbahn, und der Löwe ist gemeinsam mit den Zwillingen das längste Zeichen des Jahres – die Symmetrie um den Krebs ist kein Zufall, sondern die Kurve der Bahngeschwindigkeit, in Tagen ausgedrückt.
In der Systematik trägt der Krebs Wasser und kardinal, der Löwe Feuer und fix – der Krebs eröffnet den Sommer mit der Sonnenwende, der Löwe sitzt in seiner Mitte. Als herrschende Himmelskörper gelten der Mond und die Sonne. Die beiden Zeichen des Julis sind damit die einzigen mit einer eindeutigen Zuordnung; alle übrigen zehn teilen sich die fünf sichtbaren Planeten zu je zwei.
Dass gerade das Zeichen der heißesten Wochen der Sonne zugeordnet wurde, ist die naheliegendste Zuordnung des ganzen Systems. Und der Löwe enthält mit Regulus einen der vier sogenannten Königssterne, die in der Antike – neben Aldebaran, Antares und Fomalhaut – das Jahr in Viertel teilten. Regulus liegt so dicht an der Ekliptik, dass der Mond ihn bedecken kann; von den helleren Sternen gilt das nur für vier.
Am Himmel ist der Unterschied groß: der Krebs ist das lichtschwächste Tierkreissternbild, der Löwe eines der wenigen, in denen sich die Figur mit etwas Übung wirklich erkennen lässt. Für die Zuordnung eines Geburtstags verlangt der Juli nur an einem Tag mehr als das Datum – der 22. Juli ist der Grenztag.
Die Grenze in den Nachbarmonaten
Ein Blick auf die Nachbarmonate macht sichtbar, dass die Zeichengrenzen einer Regel folgen und nicht dem Kalender. Im Juni davor wechselt die Sonne am 22. in den Krebs, in diesem Monat am 23. in den Löwe, im August danach am 24. in den Jungfrau. Alle drei Grenzen liegen in der zweiten Monatshälfte, und das ist kein Zufall: die Zwölfteilung wird vom Frühlingspunkt aus gezählt, der im März auf den 20. oder 21. fällt, und von dort rechnet sich der Abstand von je dreißig Grad durch das ganze Jahr weiter.
Daraus folgt, dass in jedem Kalendermonat genau zwei Zeichen liegen und keine Zeichengrenze auf einen Monatsersten fällt. Wer eine Sternzeichentabelle daraufhin durchsieht, findet die zwölf Grenzen zwischen dem 19. und dem 24. – eine Spanne von sechs Tagen für zwölf Übergänge, die über das ganze Jahr verteilt sind.
Die Länge der Abschnitte schwankt dabei: der Löwe dauert 32 Tage, der Krebs davor 31 und der Jungfrau danach 31. Diese Unterschiede kommen allein von der Bahngeschwindigkeit der Erde, die auf ihrer Ellipse Anfang Januar am schnellsten und Anfang Juli am langsamsten läuft. Die Zeichen selbst sind alle exakt dreißig Grad breit.
Für die Praxis heißt das: die Frage nach dem Zeichen ist für die meisten Geburtstage mit dem Datum beantwortet, und nur an den wenigen Tagen rund um die Grenze kommt das Geburtsjahr hinzu. Die Nachbarseiten Juni und August nennen dieselben Angaben für ihre eigenen Grenztage.
Der Monat, dessen Kalenderreform noch nachwirkt
Der julianische Kalender, benannt nach dem Namensgeber dieses Monats, rechnete mit einem Jahr von genau 365,25 Tagen und schaltete deshalb ausnahmslos alle vier Jahre. Das tropische Jahr ist mit etwa 365,2422 Tagen kürzer, und die Differenz von gut elf Minuten summierte sich: bis zum 16. Jahrhundert war der Kalender gegen den Sonnenstand um zehn Tage verrutscht. Die gregorianische Reform von 1582 ließ diese zehn Tage aus und ergänzte die Regel, dass Jahrhundertjahre nur bei Teilbarkeit durch 400 Schaltjahre sind. Genau diese eine Zusatzregel ist der Grund, warum die Zeichengrenzen im 21. Jahrhundert um etwa einen Tag anders liegen als im 20. – das Jahr 2000 war durch 400 teilbar und wurde geschaltet, wodurch alle Übertritte etwas nach vorn rutschten.
Warum andere Seiten andere Daten nennen
Für den Juli zirkulieren Angaben, die den Wechsel auf den 22. oder den 23. legen. Die verbreitete deutsche Tabelle nennt den 23., und sie steht auch auf diesen Seiten; wer den 22. wählt, trifft in vier von zehn Jahren den Sonnenstand genauer und in sechs von zehn nicht.
Wie überall ist außerdem die Zeitzone entscheidend. Ein Zeichenwechsel ist ein Moment, kein Datum; auf welchen Kalendertag er fällt, hängt davon ab, wo gerechnet wird. Alle Zeiten hier gelten für Mitteleuropa, im Juli in Sommerzeit.
Das Datum im Juli und der Wechsel im Jahreslauf
Sternzeichen Juli heißt damit immer: zwei Zeichen und ein Datum dazwischen. Davor liegt der Juni, danach der August. Alle zwölf Zeiträume nebeneinander stehen in der Sternzeichen-Tabelle. Wer das Sternzeichen im Juli für einen bestimmten Geburtstag braucht, liest es dort in einer Zeile ab – und wer die Frage Sternzeichen Juli für ein einzelnes Jahr genau beantworten will, nimmt die Uhrzeit aus der Abbildung weiter oben.
Häufige Fragen
Fragen zum Juli
Welches Sternzeichen hat man im Juli?
Bis zum 22. Juli Krebs, ab dem 23. Juli Löwe. Die Grenze dazwischen ist keine feste Linie – der Übertritt der Sonne fällt je nach Jahr auf den 22., 23. Juli.
Welches Zeichen gilt am 22. Juli?
Nach der gebräuchlichen Tabelle Krebs. Astronomisch steht die Sonne an diesem Tag in einem Teil der Jahrgänge bereits im Zeichen Löwe. Die Aufstellung oben nennt für jedes Jahr den Zeitpunkt, sodass sich die Frage für ein konkretes Geburtsjahr eindeutig beantworten lässt.
Warum nennen andere Seiten einen anderen Grenztag für den Juli?
Weil sie einen einzelnen Jahrgang zugrunde legen oder eine andere Zeitzone. Für den Juli ist der Übertritt über den Zeitraum 1940 bis 2035 nicht auf einen Tag festzulegen: er fällt auf den 22., 23. Juli, je nach Jahr. Ohne Angabe von Jahr und Zeitzone ist eine Uhrzeit für den Wechsel nicht überprüfbar.