Geburtsmonat April
Sternzeichen April: Widder oder Stier, das Datum und der Wechsel
Welches Sternzeichen im April gilt, hängt vom Tag ab: bis zum 20. Widder, ab dem 21. Stier. Im April liegen damit zwei Zeichen: bis zum 20. Widder, ab dem 21. Stier. Die Grenze dazwischen wandert – sie fällt je nach Jahr auf den 19., 20., 21. April.
Sternzeichen April: wo die Grenze wirklich liegt
Wer nach Sternzeichen April sucht, sucht in Wahrheit nach dieser Linie. Die gebräuchliche Tabelle zieht sie zwischen dem 20. und dem 21. April. Den Beginn des Zeichens Stier erreicht die Sonne aber zu einer bestimmten Uhrzeit, und die verschiebt sich von Jahr zu Jahr um knapp sechs Stunden, mit einem Sprung zurück in jedem Schaltjahr. Fällt der Übertritt in die frühen Morgenstunden, gehört der Tag schon ganz zum Zeichen Stier; fällt er am späten Abend, zählt fast der ganze Tag noch zu Widder.
Berechnet mit PyEphem 4.2.1 (libastro) aus der scheinbaren geozentrischen Länge der Sonne, bezogen auf das Äquinoktium des Datums; Zeiten in Europe/Berlin (CET/CEST), genau auf etwa 3 Minuten.
Für Geburtstage vom 1. bis zum 18. April ist die Antwort eindeutig Widder, vom 22. bis zum 30. April ebenso eindeutig Stier. Nur die Tage dazwischen brauchen einen Blick auf das Geburtsjahr.
Der Tabellentag ist einer der möglichen Übertrittstage; die Konvention markiert damit die spätere Grenze.
Der Monat mit der unsichersten Herkunft
April kommt von Aprilis, und anders als bei den übrigen elf Monaten ist nicht geklärt, woher der Name stammt. Die verbreitetste Vermutung führt ihn auf aperire zurück, öffnen – gemeint wäre das Aufgehen der Knospen. Eine zweite verbindet ihn über eine etruskische Vermittlung mit Aphrodite, was zur römischen Zuordnung des Monats an Venus passen würde. Beide Erklärungen sind alt und keine ist belegt.
Sicher ist nur, dass der April im ältesten römischen Kalender der zweite Monat war, weil das Jahr im März begann. Nach der Verlegung des Jahresanfangs auf den Januar rutschte er auf den vierten Platz – dieselbe Verschiebung um zwei Stellen, die auch die Zahlnamen September bis Dezember erklärt.
Die Zeichenreihe zählt weiterhin vom März, weil dort der Frühlingspunkt liegt. Für den April heißt das, dass er die Zeichen zwei und drei enthält, nicht vier und fünf.
Widder und Stier im April
Bis zum 20. April führt die Tabelle den Widder, ab dem 21. den Stier. Der Widder ist einunddreißig Tage lang, der Stier dreißig – und der Grund für diese Abnahme ist die Erdbahn: die Erde nähert sich ihrem sonnenfernsten Punkt und wird langsamer, aber die Verlangsamung setzt erst im Frühsommer voll ein. Der Widder liegt noch auf dem schnelleren Teil, der Stier im Übergang, die Zwillinge im Mai schon auf dem langsamsten Abschnitt mit zweiunddreißig Tagen.
Am Himmel sind die beiden Sternbilder von ganz unterschiedlichem Charakter. Der Widder ist klein und lichtschwach, mit Hamal als einzigem auffälligen Stern; er war in der Antike nur deshalb prominent, weil der Frühlingspunkt in ihm lag. Der Stier dagegen ist das reichste Tierkreissternbild überhaupt: Aldebaran als oranger Riese erster Größe, die Plejaden als bekanntester offener Sternhaufen des Himmels, die Hyaden als der uns nächste, und der Krebsnebel als Rest der dokumentierten Supernova von 1054.
Zu sehen sind beide im April allerdings nicht. Ein Sternbild ist am Abendhimmel sichtbar, wenn die Sonne auf der gegenüberliegenden Seite der Ekliptik steht – und solange die Sonne in den Zeichen Widder und Stier steht, gehen die gleichnamigen Sternbilder mit ihr auf und unter. Wer sie sehen will, muss bis Herbst und Winter warten. Diese Umkehrung gilt für alle zwölf Zeichen und ist der häufigste Grund für Verwirrung.
Was für Geburtstage am 19., 20. und 21. April gilt
Der 20. April ist der Tag, auf den der Übertritt in sechsundsiebzig der sechsundneunzig untersuchten Jahre fällt. Der 19. kommt in achtzehn Jahren vor, der 21. – das Datum, das die Tabelle als ersten Stier-Tag nennt – in nur zwei.
Für die Praxis heißt das: wer am 19. oder 20. April geboren ist, wird von der Tabelle dem Widder zugeordnet, stand astronomisch aber in einem großen Teil der Jahrgänge – am 20. sogar in der weit überwiegenden Zahl – bereits im Stier. An diesen beiden Tagen entscheidet zusätzlich die Geburtsstunde, weil der Übertritt irgendwann im Tagesverlauf liegt. Für den 21. April und alle folgenden Tage bis zum 20. Mai besteht dagegen keine Unsicherheit.
Der April gehört damit zu den Monaten, in denen das Tabellendatum den Sonnenstand nur selten trifft: in zwei von sechsundneunzig Jahren.
Von zweiundvierzig auf zweiundfünfzig Grad
Im April steigt die Mittagshöhe der Sonne in Berlin von 42,1 auf 52,3 Grad. Das ist der zweitgrößte Zuwachs des Jahres nach dem März, und er hat eine Folge, die sich ohne Messgerät bemerken lässt: der Schatten am Mittag wird im Monatsverlauf um etwa ein Drittel kürzer.
Die Tageslänge nimmt in Berlin von 13 Stunden 9 Minuten am 1. auf 15 Stunden 5 Minuten am 30. zu, ein Zuwachs von 115 Minuten. Die Deklination der Sonne wandert von +4,6 auf +14,9 Grad – die Sonne steht am Monatsende also schon deutlich über dem Äquator, aber noch weit vom Wendekreis entfernt.
Der April ist damit der Monat, in dem sich die Einstrahlung am stärksten verändert. Bei 42 Grad Sonnenhöhe verteilt sich die Strahlung auf etwa das Eineinhalbfache der Fläche, die sie bei senkrechtem Einfall bedecken würde; bei 52 Grad nur noch auf das Eineinviertelfache. Zusammen mit den zwei zusätzlichen Stunden Tageslicht erklärt das, warum sich der April in Mitteleuropa so oft wie zwei verschiedene Monate anfühlt – die Bedingungen am Monatsende haben mit denen am Anfang wenig zu tun.
Am Nachthimmel geht in der zweiten Monatshälfte der Meteorstrom der Lyriden durch sein Maximum, benannt nach dem Sternbild Leier. Er ist einer der ältesten dokumentierten Ströme – chinesische Aufzeichnungen erwähnen ihn schon im siebten Jahrhundert vor unserer Zeit – und mit dem Zeichen, das im April liegt, hat er wie jeder Meteorstrom nichts zu tun.
Widder und Stier im Vergleich
Die beiden Zeichen des Aprils sind einunddreißig und dreißig Tage lang. In der Systematik trägt der Widder Feuer und kardinal, der Stier Erde und fix – der Widder eröffnet den Frühling, der Stier sitzt in seiner Mitte. Als herrschende Planeten gelten Mars und Venus.
Am Himmel könnten die beiden Sternbilder kaum unterschiedlicher sein. Der Widder ist klein und lichtschwach, mit Hamal als einzigem Stern zweiter Größe und ohne ein einziges auffälliges Objekt. Der Stier ist das reichste Tierkreissternbild überhaupt: Aldebaran als oranger Riese erster Größe, die Plejaden als bekanntester offener Sternhaufen des Himmels, die Hyaden als der uns nächste, und der Krebsnebel als Rest der Supernova von 1054, deren Datum aus chinesischen Chroniken auf den Tag bekannt ist.
Diese Ungleichheit ist ein guter Beleg dafür, dass die Zeichen nicht nach der Helligkeit der Sternbilder eingeteilt wurden. Ein Zeichen ist ein Abschnitt von dreißig Grad – gleich groß für alle, unabhängig davon, was in dieser Richtung am Himmel steht. Der Widder hat als Zeichen dieselbe Bedeutung wie der Stier und als Sternbild fast nichts zu bieten.
Für die Zuordnung eines Geburtstags verlangt der April an zwei Tagen mehr als das Datum: am 19. und am 20. April entscheidet das Geburtsjahr, und in Grenzfällen die Geburtsstunde.
Die Grenze in den Nachbarmonaten
Was in diesem Monat gilt, gilt in abgewandelter Form auch links und rechts davon. Im März davor wechselt die Sonne am 21. in den Widder, in diesem Monat am 21. in den Stier, im Mai danach am 21. in den Zwillinge. Alle drei Grenzen liegen in der zweiten Monatshälfte, und das ist kein Zufall: die Zwölfteilung wird vom Frühlingspunkt aus gezählt, der im März auf den 20. oder 21. fällt, und von dort rechnet sich der Abstand von je dreißig Grad durch das ganze Jahr weiter.
Daraus folgt, dass in jedem Kalendermonat genau zwei Zeichen liegen und keine Zeichengrenze auf einen Monatsersten fällt. Wer eine Sternzeichentabelle daraufhin durchsieht, findet die zwölf Grenzen zwischen dem 19. und dem 24. – eine Spanne von sechs Tagen für zwölf Übergänge, die über das ganze Jahr verteilt sind.
Die Länge der Abschnitte schwankt dabei: der Stier dauert 30 Tage, der Widder davor 31 und der Zwillinge danach 32. Diese Unterschiede kommen allein von der Bahngeschwindigkeit der Erde, die auf ihrer Ellipse Anfang Januar am schnellsten und Anfang Juli am langsamsten läuft. Die Zeichen selbst sind alle exakt dreißig Grad breit.
Für die Praxis heißt das: die Frage nach dem Zeichen ist für die meisten Geburtstage mit dem Datum beantwortet, und nur an den wenigen Tagen rund um die Grenze kommt das Geburtsjahr hinzu. Die Nachbarseiten März und Mai nennen dieselben Angaben für ihre eigenen Grenztage.
Warum der April als wechselhaft gilt
Der Ruf des Monats hat eine messbare Grundlage. Im April ist der Temperaturunterschied zwischen der noch kalten Luft über dem Nordatlantik und der sich schnell erwärmenden Landmasse besonders groß, und dieser Kontrast treibt die Wetterdynamik: Kaltluftvorstöße treffen auf bereits erwärmte Böden, was zu hochreichender Konvektion mit Schauern, Graupel und Gewittern führt. Die Tag-zu-Tag-Schwankung der Temperatur ist im April deshalb höher als in den meisten anderen Monaten. Mit der Zeichengrenze hat das nichts zu tun – aber es ist der Grund, warum derselbe Kalendertag im April in einem Jahr sommerlich und im nächsten winterlich sein kann, während die Sonnenhöhe in beiden Jahren dieselbe ist.
Der Zeitpunkt im April
Der Übertritt in den Stier fällt in den Jahren 1940 bis 2035 achtzehn Mal auf den 19., sechsundsiebzig Mal auf den 20. und zwei Mal auf den 21. April. In zwei dieser Jahre liegt er näher als eine Viertelstunde an Mitternacht; für diese beiden Jahrgänge wird hier kein Kalendertag behauptet, weil die Rechnung selbst auf etwa drei Minuten genau ist und die Zuordnung damit innerhalb ihrer eigenen Unsicherheit läge.
Warum andere Seiten andere Daten nennen
Für den April zirkulieren Angaben, die den Wechsel auf den 20. oder den 21. legen. Die verbreitete deutsche Tabelle nennt den 21., und sie steht auch auf diesen Seiten; wer den 20. wählt, liegt in der weit überwiegenden Zahl der Jahre näher am gemessenen Sonnenstand.
Wie überall kommt die Zeitzone hinzu. Ein Zeichenwechsel ist ein Moment, kein Datum; auf welchen Kalendertag er fällt, hängt davon ab, wo gerechnet wird. Fällt der Übertritt auf 00:30 Mitteleuropäischer Sommerzeit, ist es in London noch der Vortag. Alle Zeiten hier gelten für Mitteleuropa.
Das Datum im April und der Wechsel im Jahreslauf
Sternzeichen April heißt damit immer: zwei Zeichen und ein Datum dazwischen. Davor liegt der März, danach der Mai. Alle zwölf Zeiträume nebeneinander stehen in der Sternzeichen-Tabelle. Wer das Sternzeichen im April für einen bestimmten Geburtstag braucht, liest es dort in einer Zeile ab – und wer die Frage Sternzeichen April für ein einzelnes Jahr genau beantworten will, nimmt die Uhrzeit aus der Abbildung weiter oben.
Häufige Fragen
Fragen zum April
Welches Sternzeichen hat man im April?
Bis zum 20. April Widder, ab dem 21. April Stier. Die Grenze dazwischen ist keine feste Linie – der Übertritt der Sonne fällt je nach Jahr auf den 19., 20., 21. April.
Welches Zeichen gilt am 19. April?
Nach der gebräuchlichen Tabelle Widder. Astronomisch steht die Sonne an diesem Tag in einem Teil der Jahrgänge bereits im Zeichen Stier. Die Aufstellung oben nennt für jedes Jahr den Zeitpunkt, sodass sich die Frage für ein konkretes Geburtsjahr eindeutig beantworten lässt.
Warum nennen andere Seiten einen anderen Grenztag für den April?
Weil sie einen einzelnen Jahrgang zugrunde legen oder eine andere Zeitzone. Für den April ist der Übertritt über den Zeitraum 1940 bis 2035 nicht auf einen Tag festzulegen: er fällt auf den 19., 20., 21. April, je nach Jahr. Ohne Angabe von Jahr und Zeitzone ist eine Uhrzeit für den Wechsel nicht überprüfbar.