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Zeichen 10 von 12

Sternzeichen Steinbock – Datum, Symbol und Bedeutung des Zeichens

Das Sternzeichen Steinbock – lateinisch Capricornus – gilt vom 22. Dezember bis zum 20. Januar – 30 Tage, in denen die Sonne den 10. Abschnitt der Ekliptik durchläuft.

Zeitraum
22.12. – 20.1.
Symbol
Element
Erde
Qualität
kardinal
Herrscher
Saturn
Dauer
30 Tage
Grenztage
21. Dezember
Bronzegnomon zur Wintersonnenwende: der längste Mittagsschatten des Jahres. (mit AI erstelltes Bild) AI
Abb. 1Bronzegnomon zur Wintersonnenwende: der längste Mittagsschatten des Jahres.Mit AI erstelltes Bild

Der Zeitraum beginnt an der Wintersonnenwende

Der Steinbock ist das zehnte der zwölf Zeichen und gilt nach der gebräuchlichen Tabelle vom 22. Dezember bis zum 20. Januar, also dreißig Tage. Sein Beginn ist wie beim Widder, beim Krebs und bei der Waage kein gesetztes Datum, sondern ein Ereignis: die Wintersonnenwende. In dem Moment, in dem die Sonne den Steinbock erreicht, steht sie an ihrem südlichsten Punkt, senkrecht über dem südlichen Wendekreis, und kehrt danach um.

Der erste Tag des Zeichens ist damit der kürzeste des Jahres. In den dreißig Tagen danach gewinnt Mitteleuropa nur gut vierzig Minuten Tageslicht zurück – in Berlin von 7 Stunden 52 Minuten auf 8 Stunden 37 Minuten – der flachste Anstieg des Jahres, weil die Sonne unmittelbar nach ihrem Umkehrpunkt kaum an Höhe gewinnt. Wer im Januar den Eindruck hat, dass es trotz „schon wieder längerer Tage" praktisch unverändert dunkel bleibt, beobachtet das richtig; die spürbare Zunahme beginnt erst im Februar.

Innerhalb dieses Zeitraums liegt außerdem ein Punkt, der der Alltagserfahrung widerspricht: das Perihel. Anfang Januar ist die Erde der Sonne am nächsten – etwa fünf Millionen Kilometer näher als Anfang Juli. Für die Jahreszeiten spielt das keine Rolle, denn die entstehen aus der Achsneigung und nicht aus dem Abstand. Der Steinbock enthält damit gleichzeitig den kürzesten Tag und den sonnennächsten Punkt des Jahres, und das ist kein Widerspruch, sondern der beste Beleg dafür, dass Winter nichts mit Entfernung zu tun hat.

Der Wendekreis trägt den Namen, die Sonne ist weitergezogen

Der südliche Wendekreis heißt Wendekreis des Steinbocks, im Englischen Tropic of Capricorn. Wie beim nördlichen Wendekreis des Krebses ist der Name eine Momentaufnahme aus der Antike: damals stand die Sonne zur Wintersonnenwende tatsächlich vor dem Sternbild Steinbock.

Heute steht sie dort vor dem Sternbild Schütze. Verantwortlich ist die Präzession, das langsame Taumeln der Erdachse mit einer Periode von rund 25.800 Jahren, das das ganze Bezugssystem gegen die Sternbilder verschiebt – etwa ein Grad in siebzig Jahren. Der Wendekreis behält seinen Namen, weil er eine geografische Linie bezeichnet und keine Himmelsposition.

Für das Zeichen ändert das nichts: der Steinbock ist definiert als der Abschnitt, der mit der Wintersonnenwende beginnt, und diese Definition ist mit dem Sonnenlauf mitgewandert. Die beiden Wendekreise sind damit die greifbarsten Zeugen dafür, dass Zeichen und Sternbild zwei verschiedene Systeme sind – zwei Linien auf jedem Globus, benannt nach zwei Sternbildern, vor denen die Sonne an den betreffenden Tagen längst nicht mehr steht.

Ein Sternbild, das kaum zu sehen ist

Der Steinbock gehört zu den lichtschwächsten Tierkreissternbildern; kein Stern erreicht die zweite Größenklasse. Der hellste heißt Deneb Algedi, aus dem Arabischen für „Schwanz des Ziegenbocks", und liegt damit an derselben Stelle der Figur, die auch der Name beschreibt.

Die Figur selbst ist ungewöhnlich: kein Ziegenbock, sondern ein Mischwesen mit dem Vorderteil einer Ziege und dem Schwanz eines Fisches. Diese Ziegenfisch-Gestalt ist babylonisch und erscheint dort als suhurmašu; sie gehört in eine Gruppe von Wasserfiguren, die diesen Abschnitt des Tierkreises prägen – Wassermann, Fische, Walfisch, Südlicher Fisch. Die Griechen übernahmen das Wesen und erklärten es nachträglich: Pan habe sich auf der Flucht vor Typhon ins Wasser gestürzt und dabei nur den unteren Teil verwandelt, weshalb er halb Ziege, halb Fisch blieb.

Eine zweite Erzählung nennt Amaltheia, die Ziege, die den kleinen Zeus nährte, und deren abgebrochenes Horn zum Füllhorn wurde. Beide Deutungen sind spätere Zuschreibungen zu einer Figur, die schon vorher existierte – ein Muster, das sich am Sternhimmel häufig findet: das Bild ist älter als die Geschichte, die es erklärt.

Die Sonne durchläuft das Sternbild Steinbock heute etwa von Ende Januar bis Mitte Februar, also im Zeitraum, den das Zeichen Wassermann bezeichnet.

Woher der Name kommt

Der lateinische Name Capricornus ist eine wörtliche Zusammensetzung: caper, der Ziegenbock, und cornu, das Horn – „der mit dem Ziegenhorn". Der griechische Name Aigókeros bedeutet dasselbe. Beide Namen bezeichnen also nur die obere Hälfte des Mischwesens; der Fischschwanz, der die Figur eigentlich auszeichnet, kommt in keinem der Namen vor.

Im Deutschen heißt das Zeichen Steinbock, was zoologisch ein anderes Tier bezeichnet als der Ziegenbock der antiken Namen – ein Übersetzungsschritt, der die Mischgestalt vollständig verdeckt. Wer nur den deutschen Namen kennt, hat keinen Anlass, einen Fischschwanz zu erwarten, und die meisten modernen Darstellungen zeigen ihn auch nicht mehr.

Das Symbol

Das Zeichen des Steinbocks ist das komplizierteste des Tierkreises und wird in Handschriften uneinheitlich wiedergegeben. Die heute verbreitete Form besteht aus einem spitzen Aufstrich, der in eine Schleife übergeht – gelesen als das Horn der Ziege und der eingerollte Schwanz des Fisches.

Damit ist es das einzige Tierkreiszeichen, das beide Hälften des Mischwesens abbildet, während die Namen nur die Ziege nennen. Das Symbol hat also mehr von der Figur bewahrt als die Sprache. In vielen Druckschriften wird es als Ligatur der griechischen Buchstaben Tau und Rho gedeutet, die den Anfang von tragos, Ziegenbock, bilden könnten; wie bei Löwe und Jungfrau ist diese Buchstaben-Herleitung plausibel und nicht belegt.

Element und Qualität

Der Steinbock trägt in der überlieferten Einteilung das Element Erde und die Qualität kardinal. Beide Begriffe gehören zur astrologischen Systematik und ordnen die Zeichen zueinander.

Die Erdgruppe bilden Stier, Jungfrau und Steinbock. Kardinal sind die vier Zeichen, die eine Jahreszeit eröffnen – Widder, Krebs, Waage, Steinbock – und das sind genau die vier, deren Beginn an einer Tagundnachtgleiche oder einer Sonnenwende liegt. Der Steinbock eröffnet den Winter, in dem Moment, in dem die Sonne umkehrt.

Als herrschender Planet gilt Saturn, der in dieser Systematik auch dem Wassermann zugeordnet ist – die letzte der Doppelzuordnungen aus der antiken Aufteilung von sieben Wandelsternen auf zwölf Zeichen. Saturn war der äußerste mit dem bloßen Auge sichtbare Planet und markierte damit die Grenze des bekannten Systems; dass ihm die beiden Zeichen des tiefsten Winters zufielen, ist in der Überlieferung mehrfach als bewusste Zuordnung beschrieben.

Was die Überlieferung dem Steinbock zuschreibt

Herrscher des Steinbocks ist in der Tradition Saturn, der langsamste der klassischen Planeten, dazu Erde und die Qualität kardinal – kardinal, weil das Zeichen an der Wintersonnenwende beginnt. Die Überlieferung nennt diesen Punkt in älteren Texten das Tor, durch das die Sonne zurückkehrt, und die Zuschreibungen an das Zeichen setzen an dieser Umkehr an.

Die Figur selbst ist die älteste Merkwürdigkeit der Reihe: ein Ziegenfisch, vorn Ziege, hinten Fisch, aus der babylonischen Überlieferung übernommen. Am Himmel ist davon nichts zu erkennen – das Sternbild ist ein unauffälliges Viereck schwacher Sterne. Der Name hat die Figur überlebt, die er beschreiben sollte.

Fünf Millionen Kilometer, die nichts ausmachen

Anfang Januar, mitten im Zeitraum des Steinbocks, ist die Erde der Sonne am nächsten: etwa 147 Millionen Kilometer, gegenüber rund 152 Millionen Anfang Juli. Die Differenz von etwa fünf Millionen Kilometern entspricht gut drei Prozent des Abstands.

Weil die Bestrahlungsstärke mit dem Quadrat des Abstands abnimmt, erreicht die Erde im Januar etwa sieben Prozent mehr Sonnenenergie als im Juli. Der Nordwinter fällt also in die Zeit der stärkeren Einstrahlung – und ist trotzdem Winter. Verantwortlich für die Jahreszeiten ist allein die Neigung der Erdachse von etwa dreiundzwanzigeinhalb Grad, die bestimmt, wie steil die Strahlung auf eine Fläche trifft und wie lange die Sonne über dem Horizont steht. Beides wirkt weit stärker als drei Prozent Abstand.

Der Effekt ist nicht null: er macht die Südhalbkugel-Sommer geringfügig intensiver und die Nordhalbkugel-Sommer milder, und über Jahrtausende verschiebt sich die Lage des Perihels im Jahr, was in den Eiszeitzyklen eine Rolle spielt. Für die Frage, warum es im Januar kalt ist, ist er ohne Bedeutung.

Die Verteilung über 96 Jahre

Wie sich der Übertritt auf die Kalendertage verteilt, lässt sich für den Zeitraum 1940 bis 2035 auszählen. Die Werte für dieses Zeichen: 21. Dezember: 41, 22. Dezember: 55. Dabei hat sich das Bild über die Jahrhundertgrenze verschoben – bis 1999 lag der häufigste Tag auf dem 22., ab 2000 auf dem 21. Dezember. Wer eine alte Tabelle mit einer neuen vergleicht, findet an dieser Grenze deshalb unterschiedliche Angaben, ohne dass eine davon falsch wäre. In zwei Jahren liegt der Übertritt näher als eine Viertelstunde an Mitternacht – 1944, 2014. Für diese Jahrgänge wird hier kein Kalendertag behauptet: die Rechnung ist auf etwa drei Minuten genau, und die Zuordnung läge damit innerhalb ihrer eigenen Unsicherheit.

Wie die Grenze wandert

Die Tabelle nennt den 22. Dezember als ersten Tag des Steinbocks. Gemessen fällt die Wintersonnenwende in den Jahren 1940 bis 2035 auf den 21. oder den 22. Dezember – nur zwei mögliche Tage.

Wie bei der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche hat sich das Verhältnis über die Jahrhundertgrenze umgekehrt, und zwar deutlich. In den Jahren 1940 bis 1999 fiel die Sonnenwende zweiundvierzig Mal auf den 22. und nur achtzehn Mal auf den 21. Dezember; ab 2000 dreiundzwanzig Mal auf den 21. und dreizehn Mal auf den 22. Über den ganzen Zeitraum gerechnet führt damit noch der 22. Dezember, für die Gegenwart ist es der 21. Ursache ist die gregorianische Schaltregel: das Jahr 2000 war als durch 400 teilbares Jahrhundertjahr ein Schaltjahr, wodurch die Ereignisse insgesamt etwas nach vorn gerutscht sind. Kalender aus der Mitte des 20. Jahrhunderts nennen deshalb meist den 22. Dezember als Winteranfang, heutige fast durchgehend den 21.

Praktisch heißt das: der 21. Dezember ist ein Grenztag. An ihm führt die Tabelle noch den Schützen, während die Sonne in etwa vier von zehn Jahrgängen des Gesamtzeitraums – und in den Jahrgängen ab 2000 in der Mehrheit – bereits im Steinbock steht. Vom 22. Dezember bis zum 20. Januar besteht keine Unsicherheit. Für den Grenztag nennt die Seite zum Monat Dezember den Zeitpunkt mit Datum und Uhrzeit für jedes Jahr.

Abb. 2 Steinbock im Jahreslauf. Jeder Sektor ist so breit, wie das Zeichen Tage hat – Steinbock belegt 30 der 365 Tage.
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Steinbock, 22.12.–20.1. Grenztage: 21. Dezember
Abb. 3 Auf welchen Kalendertag der Übertritt in Steinbock fällt, ausgezählt über die Jahre 1940 bis 2035.
21. Dezember 41 von 96
22. Dezember (Tabelle) 55 von 96

Der Tabellentag ist einer der möglichen Übertrittstage; die Konvention markiert damit die spätere Grenze.

Wann das Zeichen wirklich beginnt

Die Tabelle setzt den Beginn auf den 22. Dezember. Der gemessene Übertritt der Sonne fällt zwischen 1940 und 2035 auf den 21., 22. Dezember – das Tabellendatum ist dabei der spätestmögliche Tag.

Damit sind der 21. Dezember Grenztage: an ihnen steht die Sonne in manchen Geburtsjahren schon im Zeichen Steinbock, während die Tabelle noch Schütze nennt. Welcher Jahrgang auf welcher Seite liegt, steht mit Datum und Uhrzeit auf der Seite Sternzeichen im Dezember.

Die Zeitpunkte auf dieser Seite sind mit PyEphem 4.2.1 (libastro) aus der scheinbaren geozentrischen Länge der Sonne berechnet, bezogen auf das Äquinoktium des Datums, und in Europe/Berlin (CET/CEST) angegeben. Die Angabe ist auf etwa 3 Minuten genau; wo ein Übertritt näher als eine Viertelstunde an Mitternacht liegt, wird der Kalendertag nicht behauptet.

Nachbarzeichen

Vor dem Zeichen liegt Schütze (23. November – 21. Dezember), danach folgt Wassermann (21. Januar – 19. Februar). Alle zwölf Zeiträume stehen in der Sternzeichen-Tabelle.

Häufige Fragen

Fragen zum Zeichen Steinbock

Welche Daten gelten für das Sternzeichen Steinbock?

Nach der gebräuchlichen Tabelle vom 22. Dezember bis zum 20. Januar, also 30 Tage. Der Übertritt der Sonne in das Zeichen fällt in den Jahren 1940 bis 2035 auf den 21., 22. Dezember.

Ist der 22. Dezember noch Schütze oder schon Steinbock?

Nach der Tabelle Steinbock, und der Sonnenstand widerspricht dem nicht: der Übertritt erfolgt an diesem Tag oder bereits davor. Umgekehrt sind der 21. Dezember die Tage, an denen die Tabelle noch Schütze sagt, die Sonne aber in manchen Jahren schon im Zeichen Steinbock steht.

Welches Element hat Steinbock?

Erde. Die vier Elemente verteilen sich reihum über den Tierkreis, sodass jedes dritte Zeichen dasselbe trägt: neben Steinbock sind das Stier und Jungfrau.

Warum gilt Saturn als herrschender Planet des Zeichens Steinbock?

Die Zuordnung stammt aus der überlieferten Astrologie und ist keine astronomische Aussage: Steinbock – lateinisch Capricornus, das 10. der zwölf Zeichen – wurde Saturn zugeordnet, dem äußersten Planeten, den das bloße Auge erreicht. Am Sonnenlauf, aus dem die Daten auf dieser Seite stammen, ändert das nichts.