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Zeichen 12 von 12

Sternzeichen Fische – Datum, Symbol und Bedeutung des Zeichens

Das Sternzeichen Fische – lateinisch Pisces – gilt vom 20. Februar bis zum 20. März – 29 Tage, in denen die Sonne den 12. Abschnitt der Ekliptik durchläuft.

Zeitraum
20.2. – 20.3.
Symbol
Element
Wasser
Qualität
beweglich
Herrscher
Neptun
Dauer
29 Tage
Grenztage
18. Februar und 19. Februar
Zwei verknotete Messschnüre – die beiden Fische der Überlieferung sind aneinandergebunden. (mit AI erstelltes Bild) AI
Abb. 1Zwei verknotete Messschnüre – die beiden Fische der Überlieferung sind aneinandergebunden.Mit AI erstelltes Bild

Das Zeichen, bei dem die Tabelle nie den Sonnenstand trifft

Die Fische sind das zwölfte und letzte der zwölf Zeichen und gelten nach der gebräuchlichen Tabelle vom 20. Februar bis zum 20. März, also neunundzwanzig Tage. Sie sind damit gemeinsam mit dem Schützen das kürzeste Zeichen, weil die Erde in dieser Jahreszeit nahe an ihrem sonnennächsten Punkt läuft und sich entsprechend schnell bewegt.

Bei den Fischen fällt eine Besonderheit auf, die kein anderes der zwölf Zeichen teilt. Bei elf Zeichen ist das Datum, das die Tabelle als Beginn nennt, einer der Tage, auf die der gemessene Übertritt der Sonne überhaupt fallen kann – die Konvention markiert dort die spätestmögliche Grenze. Bei den Fischen nicht: die Tabelle nennt den 20. Februar, während der Übertritt in jedem einzelnen Jahr von 1940 bis 2035 auf den 18. oder den 19. Februar fällt. In siebenundfünfzig Jahren auf den 19., in neununddreißig auf den 18., in keinem auf den 20.

Das ist kein Fehler der Tabelle, sondern eine gerundete Konvention, die sich eingebürgert hat und im Alltag brauchbar ist. Es heißt aber: wer am 18. oder 19. Februar geboren ist, wird von der gebräuchlichen Tabelle dem Wassermann zugeordnet, während die Sonne astronomisch schon in den Fischen stand. Beide Tage sind Grenztage, und bei den Fischen sind es die einzigen zwei Tage im Jahr, an denen die Konvention systematisch vom Sonnenstand abweicht statt nur gelegentlich.

Der Frühlingspunkt liegt heute hier

Das Sternbild Fische trägt eine Rolle, die früher dem Widder gehörte: der Frühlingspunkt liegt heute darin. Der Frühlingspunkt ist der Nullpunkt, von dem aus alle zwölf Zeichen gezählt werden – der Ort, an dem die Sonne im März den Himmelsäquator überschreitet.

Wegen der Präzession, dem Taumeln der Erdachse mit einer Periode von rund 25.800 Jahren, wandert dieser Punkt langsam entgegen dem Lauf der Zeichen: etwa fünfzig Bogensekunden im Jahr, ein Grad in siebzig Jahren. In hellenistischer Zeit lag er im Sternbild Widder, weshalb er in älteren Texten Widderpunkt heißt und bis heute mit dem Widdersymbol bezeichnet wird. Etwa im ersten Jahrhundert vor unserer Zeit überschritt er die Grenze zu den Fischen, und dort steht er noch. In einigen Jahrhunderten wird er den Wassermann erreichen.

Daraus folgt eine Verwechslung, die häufig zu lesen ist. Weil der Nullpunkt der Zeichen im Sternbild Fische liegt, heißt es manchmal, „eigentlich" sei jeder ein Zeichen weiter. Das verwechselt zwei Systeme. Das tropische System, dem die gebräuchliche Tabelle folgt, definiert die Zeichen ab dem Frühlingspunkt – es ist mit ihm mitgewandert und stimmt weiterhin exakt mit dem Sonnenstand überein. Das siderische System bindet die Abschnitte an die Sternbilder und ergibt heute andere Daten. Keines von beiden ist falsch; sie messen Verschiedenes, und in Europa ist das tropische gemeint, wenn von Sternzeichen die Rede ist.

Das Sternbild

Die Fische sind ein großes, aber sehr lichtschwaches Sternbild – kein einziger Stern erreicht die zweite Größenklasse. Der hellste heißt Alrescha, aus dem Arabischen für „das Seil", und markiert den Knoten, an dem die beiden Fische zusammengebunden sind.

Die Figur besteht aus zwei Teilen: einem Ring aus schwachen Sternen, im Englischen Circlet genannt, der den einen Fisch bildet, und einer langen, nach Norden ziehenden Kette für den anderen. Beide laufen in Alrescha zusammen. Ohne dunklen Himmel ist davon nichts zu sehen, und in einer Stadt ist das Sternbild praktisch unsichtbar.

Das ist einer der Gründe, warum die Präzession so lange unbemerkt blieb: der Nullpunkt eines der wichtigsten Koordinatensysteme der Astronomie liegt in einer Himmelsgegend, in der es kaum etwas zu sehen gibt. Er ist heute ein rein rechnerischer Ort, kein beobachtbarer.

Woher der Name kommt

In der babylonischen Überlieferung erscheinen zwei getrennte Figuren, ein Schwalbenfisch und eine Fischgottheit, die später zu einem Sternbild mit zwei Fischen zusammengezogen wurden. Die Griechen nannten es Ichthýes, die Römer Pisces.

Der griechisch-römische Mythos erzählt von Aphrodite und Eros, die sich auf der Flucht vor dem Ungeheuer Typhon in Fische verwandelten und sich mit einem Band verbanden, um nicht getrennt zu werden. Das Band ist im Sternbild als der Knoten Alrescha erhalten – die Erzählung erklärt also ein sichtbares Detail der Figur und nicht nur ihren Namen.

In den Regionen, in denen das Sternbild benannt wurde, fiel sein Zeitraum mit dem Ende der Regenzeit und dem Anstieg der Flüsse zusammen. Die Häufung von Wasserfiguren in diesem Abschnitt des Tierkreises – Wassermann, Fische, dazu der benachbarte Walfisch und der Südliche Fisch – ist deshalb wahrscheinlich kein Zufall, sondern die Jahreszeit selbst, in Bilder gefasst.

Das Symbol

Das Zeichen der Fische besteht aus zwei nach außen gebogenen Halbmonden, die durch einen waagerechten Strich verbunden sind: zwei Fische, die in entgegengesetzte Richtungen schwimmen, mit dem Band dazwischen.

Es ist damit eines der wenigen Tierkreiszeichen, das nicht das Tier abbildet, sondern seine Anordnung – nicht die Fische, sondern die Tatsache, dass es zwei sind und dass sie zusammengebunden sind. Der verbindende Strich ist kein Zierelement, sondern der eigentliche Inhalt des Zeichens; ohne ihn wären es zwei beliebige Bögen.

Element und Qualität

Die Fische tragen in der überlieferten Einteilung das Element Wasser und die Qualität veränderlich. Beide Begriffe gehören zur astrologischen Systematik und ordnen die Zeichen zueinander.

Die Wassergruppe bilden Krebs, Skorpion und Fische. Veränderlich sind die vier Zeichen, die eine Jahreszeit abschließen: Zwillinge, Jungfrau, Schütze, Fische. Die Fische schließen den Winter ab und enden mit der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche – dem Punkt, an dem der Widder und damit die ganze Reihe von vorn beginnt. Sie sind das letzte Zeichen, und ihr Ende ist der Nullpunkt des Systems.

Als herrschender Planet wird heute meist Neptun genannt, in der älteren Überlieferung Jupiter. Wie beim Skorpion mit Pluto folgte die Zuordnung der Entdeckung des Planeten im 19. Jahrhundert; die ältere Zuordnung zu Jupiter, der auch den Schützen trägt, stammt aus der antiken Aufteilung von sieben Wandelsternen auf zwölf Zeichen.

Was die Überlieferung den Fischen zuschreibt

Die Fische sind das letzte Zeichen der Reihe, und die Tradition gibt ihnen klassisch Jupiter als Herrscher, gemeinsam mit dem Schützen; seit der Entdeckung des Neptun 1846 nennen viele Darstellungen diesen. Zugeordnet sind Wasser und die Qualität beweglich – beweglich sind in dieser Systematik die vier Zeichen, die jeweils eine Jahreszeit abschließen.

Das Bild ist zwei Fische, die durch ein Band verbunden sind und in verschiedene Richtungen schwimmen; im Symbol ist der waagerechte Strich zwischen den beiden Bögen genau dieses Band. Und die Fische haben eine Besonderheit, die nichts mit Überlieferung zu tun hat: in ihrem Bereich liegt heute der Frühlingspunkt. Der Nullpunkt, von dem aus die ganze Zeichenreihe gerechnet wird, steht also im letzten Sternbild der Reihe.

Groß und trotzdem unsichtbar

Die Fische gehören zu den flächengrößeren Sternbildern des Himmels und sind gleichzeitig eines der schwersten zu findenden. Diese Kombination ist ungewöhnlich – die meisten großen Sternbilder haben mindestens einen auffälligen Stern, an dem man sich orientieren kann.

Der Grund ist, dass die Fläche eines Sternbildes nichts über seine Helligkeit sagt. Sternbildgrenzen wurden 1930 international so festgelegt, dass sie den ganzen Himmel lückenlos aufteilen, entlang von Linien konstanter Rektaszension und Deklination. Jede Region des Himmels gehört seither zu genau einem Sternbild, auch die leeren. Ein Sternbild ist damit heute ein Gebiet und keine Figur mehr, und ein großes Gebiet kann fast nichts enthalten.

Für die Fische heißt das: die Figur der beiden Fische mit dem Band ist eine Kette schwacher Sterne, die man nur bei dunklem Himmel verfolgen kann, das Gebiet drumherum ist weitgehend leer, und der wichtigste Punkt darin – der Frühlingspunkt, Nullpunkt der Zeichenzählung – ist überhaupt nicht zu sehen, weil dort kein Stern steht. Zu finden sind die Fische am besten an Herbstabenden, unterhalb des großen Vierecks des Pegasus, das als Wegweiser weit besser taugt als das Sternbild selbst.

Die Verteilung über 96 Jahre

Wie sich der Übertritt auf die Kalendertage verteilt, lässt sich für den Zeitraum 1941 bis 2036 auszählen. Die Werte für dieses Zeichen: 18. Februar: 39, 19. Februar: 57. Dabei hat sich das Bild über die Jahrhundertgrenze verschoben – bis 1999 lag der häufigste Tag auf dem 19., ab 2000 auf dem 18. Februar. Wer eine alte Tabelle mit einer neuen vergleicht, findet an dieser Grenze deshalb unterschiedliche Angaben, ohne dass eine davon falsch wäre. In drei Jahren liegt der Übertritt näher als eine Viertelstunde an Mitternacht – 1953, 1986, 2019. Für diese Jahrgänge wird hier kein Kalendertag behauptet: die Rechnung ist auf etwa drei Minuten genau, und die Zuordnung läge damit innerhalb ihrer eigenen Unsicherheit.

Wann die Fische zu sehen sind

Die Fische stehen von Mitteleuropa aus an Herbstabenden im Süden, von September bis Dezember, und sind das Gegenteil eines auffälligen Ziels. Als Wegweiser dient das große Viereck des Pegasus, das darüber steht: unterhalb seiner südwestlichen Ecke liegt der Sternring, der den einen Fisch bildet, und von dort zieht die Kette des anderen nach Nordosten.

Wie die Grenze wandert

Die Tabelle nennt den 20. Februar als ersten Tag der Fische. Gemessen fällt der Übertritt auf den 18. oder den 19. Februar, nie später – die Fische sind, wie oben beschrieben, das einzige Zeichen, bei dem das Tabellendatum außerhalb der gemessenen Spanne liegt.

Innerhalb dieser Spanne gilt derselbe Sägezahn wie überall: der Zeitpunkt rückt drei Jahre in Folge um jeweils knapp sechs Stunden vor und springt im Schaltjahr um fast einen Tag zurück. Weil der Mittelwert hier dicht an einem Tageswechsel liegt, wechselt der Kalendertag entsprechend häufig zwischen dem 18. und dem 19.

Praktisch heißt das: der 18. und der 19. Februar sind Grenztage, und zwar in einem strengeren Sinn als bei den anderen elf Zeichen – hier weicht die Tabelle nicht gelegentlich, sondern immer ab. Vom 20. Februar bis zum 20. März besteht dagegen keine Unsicherheit. Für die beiden Grenztage nennt die Seite zum Monat Februar den Zeitpunkt mit Datum und Uhrzeit für jedes Jahr.

Abb. 2 Fische im Jahreslauf. Jeder Sektor ist so breit, wie das Zeichen Tage hat – Fische belegt 29 der 365 Tage.
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Fische, 20.2.–20.3. Grenztage: 18. und 19. Februar
Abb. 3 Auf welchen Kalendertag der Übertritt in Fische fällt, ausgezählt über die Jahre 1941 bis 2036.
18. Februar 39 von 96
19. Februar 57 von 96

Der Tabellentag kommt in dieser Auszählung nicht vor – der Übertritt liegt in jedem Jahr davor.

Wann das Zeichen wirklich beginnt

Die Tabelle setzt den Beginn auf den 20. Februar. Der gemessene Übertritt der Sonne fällt zwischen 1941 und 2036 auf den 18., 19. Februar – das Tabellendatum kommt darin nicht vor, der Übertritt liegt also immer davor.

Damit sind der 18. und der 19. Februar Grenztage: an ihnen steht die Sonne in manchen Geburtsjahren schon im Zeichen Fische, während die Tabelle noch Wassermann nennt. Welcher Jahrgang auf welcher Seite liegt, steht mit Datum und Uhrzeit auf der Seite Sternzeichen im Februar.

Die Zeitpunkte auf dieser Seite sind mit PyEphem 4.2.1 (libastro) aus der scheinbaren geozentrischen Länge der Sonne berechnet, bezogen auf das Äquinoktium des Datums, und in Europe/Berlin (CET/CEST) angegeben. Die Angabe ist auf etwa 3 Minuten genau; wo ein Übertritt näher als eine Viertelstunde an Mitternacht liegt, wird der Kalendertag nicht behauptet.

Nachbarzeichen

Vor dem Zeichen liegt Wassermann (21. Januar – 19. Februar), danach folgt Widder (21. März – 20. April). Alle zwölf Zeiträume stehen in der Sternzeichen-Tabelle.

Häufige Fragen

Fragen zum Zeichen Fische

Welche Daten gelten für das Sternzeichen Fische?

Nach der gebräuchlichen Tabelle vom 20. Februar bis zum 20. März, also 29 Tage. Der Übertritt der Sonne in das Zeichen fällt in den Jahren 1941 bis 2036 auf den 18., 19. Februar.

Ist der 20. Februar noch Wassermann oder schon Fische?

Nach der Tabelle Fische. Der gemessene Übertritt liegt allerdings in jedem Jahr des Zeitraums 1941 bis 2036 früher, nämlich am 18. oder 19. Februar. Astronomisch beginnt das Zeichen also vor dem Tabellendatum.

Welches Element hat Fische?

Wasser. Die vier Elemente verteilen sich reihum über den Tierkreis, sodass jedes dritte Zeichen dasselbe trägt: neben Fische sind das Krebs und Skorpion.

Warum gilt Neptun als herrschender Planet des Zeichens Fische?

Die Zuordnung stammt aus der überlieferten Astrologie und ist keine astronomische Aussage: Fische – lateinisch Pisces, das 12. der zwölf Zeichen – wurde Neptun zugeordnet, dem Planeten, den die Rechnung vor dem Fernrohr fand, 1846. Am Sonnenlauf, aus dem die Daten auf dieser Seite stammen, ändert das nichts.