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Sternzeichen Widder – Datum, Symbol und Bedeutung des Zeichens
Das Sternzeichen Widder – lateinisch Aries – gilt vom 21. März bis zum 20. April – 31 Tage, in denen die Sonne den 1. Abschnitt der Ekliptik durchläuft.
- Zeitraum
- 21.3. – 20.4.
- Symbol
- Element
- Feuer
- Qualität
- kardinal
- Herrscher
- Mars
- Dauer
- 31 Tage
- Grenztage
- 20. März
Das erste Zeichen, und warum es das erste ist
Der Widder ist das erste der zwölf Zeichen und gilt nach der gebräuchlichen Tabelle vom 21. März bis zum 20. April, also einunddreißig Tage. Dass die Reihe hier beginnt und nicht im Januar, ist der Punkt, an dem die ganze Einteilung hängt: der Anfang des Widders ist der Frühlingspunkt, der Nullpunkt, von dem aus alle zwölf Abschnitte gezählt werden.
Der Frühlingspunkt ist einer der beiden Schnittpunkte von Ekliptik und Himmelsäquator. Die Sonne erreicht ihn im März und wechselt dabei von der südlichen auf die nördliche Himmelshalbkugel. In diesem Moment ist ihre Deklination null, Tag und Nacht sind fast überall gleich lang, und die astronomische Länge auf der Ekliptik beträgt null Grad. Alles weitere ist Arithmetik: dreißig Grad weiter beginnt der Stier, sechzig Grad weiter die Zwillinge, und so fort bis zurück zum Widder.
Der Widder ist damit das einzige Zeichen, dessen Definition nicht aus der Einteilung folgt, sondern die Einteilung begründet. Wer fragt, warum ein Sternzeichenjahr im März anfängt, fragt eigentlich, warum man einen Kreis irgendwo anschneiden muss – und der Frühlingspunkt ist die naheliegendste Stelle, weil er sich messen lässt.
In den einunddreißig Tagen steigt die Sonne von null auf etwa elf Grad nördlicher Deklination. Mitteleuropa gewinnt dabei gut zwei Stunden Tageslicht – in Berlin von 12 Stunden 24 Minuten auf 14 Stunden 26 Minuten, der stärkste Zugewinn aller zwölf Zeichen, aus demselben Grund, aus dem der Verlust in der Waage am stärksten ist: an der Tagundnachtgleiche ist die Änderungsrate am größten.
Der Frühlingspunkt liegt nicht mehr im Widder
Der Frühlingspunkt heißt in der älteren Literatur auch Widderpunkt, und sein Zeichen ist bis heute das Widdersymbol. Beides ist historisch und nicht mehr geografisch richtig.
Als die Zuordnung entstand – in hellenistischer Zeit, auf babylonischer Grundlage – lag der Frühlingspunkt tatsächlich im Sternbild Widder. Seither hat die Präzession ihn weitergeschoben, mit etwa fünfzig Bogensekunden pro Jahr, also einem Grad in siebzig Jahren. Etwa im ersten Jahrhundert vor unserer Zeit wanderte er über die Grenze in das Sternbild Fische, und dort steht er heute. In einigen Jahrhunderten wird er den Wassermann erreichen – daraus stammt die Rede vom „Wassermann-Zeitalter", die also einen realen astronomischen Vorgang bezeichnet, wenn auch keinen mit einem scharfen Datum, weil die Sternbildgrenzen selbst Konvention sind.
Für das Zeichen ändert das nichts. Das Zeichen Widder ist definiert als die ersten dreißig Grad ab dem Frühlingspunkt, und diese Definition ist mit dem Punkt mitgewandert. Wer also liest, „das Sternzeichen Widder stimmt nicht mehr", verwechselt zwei Systeme: das tropische, das am Sonnenstand hängt und weiterhin exakt ist, und das siderische, das an den Sternen hängt und sich verschoben hat.
Das Sternbild
Das Sternbild Widder ist klein und lichtschwach. Sein hellster Stern heißt Hamal, aus dem Arabischen für „das Lamm", und erreicht die zweite Größenklasse; danach folgen nur noch wenige Sterne dritter und vierter Größe. Auffällige Objekte enthält es kaum – im Vergleich zum benachbarten Stier mit Plejaden, Hyaden und Aldebaran ist es fast leer.
Diese Unauffälligkeit ist bemerkenswert, weil das Sternbild trotzdem zu den prominentesten der Antike gehörte. Der Grund ist genau die Lage: es enthielt den Frühlingspunkt und damit den Jahresanfang. Ein Sternbild kann also allein durch seine Position wichtig werden, unabhängig davon, wie gut man es sieht.
Die Sonne durchläuft das Sternbild Widder heute etwa von Mitte April bis Mitte Mai – also im Zeitraum, den das Zeichen Stier bezeichnet.
Woher der Name kommt
In der babylonischen Überlieferung heißt der Abschnitt MUL.LU.HUN.GA, wörtlich etwa „der Lohnarbeiter", und wurde später mit einem Widder gleichgesetzt. Der Wechsel der Figur ist ungewöhnlich und nicht restlos geklärt; er dürfte mit der Bedeutung des Lammes in den Frühjahrsriten zusammenhängen.
Die Griechen nannten ihn Kriós, die Römer Aries. Die griechische Erzählung verbindet ihn mit dem goldenen Widder, der Phrixos und Helle vor dem Opfertod retten sollte und über das Meer trug; Helle stürzte ab – die Meerenge, in die sie fiel, heißt bis heute Hellespont, der heutige Dardanellen-Zugang. Das Vlies dieses Widders ist das Goldene Vlies, das Iason und die Argonauten später holen.
Der Mythos ist damit einer der wenigen, bei denen die Verbindung von Sternbild und Geschichte über eine geografische Bezeichnung nachprüfbar ist: der Name der Meerenge ist älter als jede erhaltene Fassung der Erzählung.
Das Symbol
Das Zeichen des Widders besteht aus zwei nach außen gebogenen Bögen, die sich in der Mitte treffen und dort in einen Stiel übergehen – zwei gewundene Widderhörner, von vorn gesehen.
Es ist zugleich das Zeichen für den Frühlingspunkt selbst und erscheint in dieser Funktion in astronomischen Tabellen und auf Instrumenten bis in die Gegenwart. Damit trägt es eine Doppelrolle, die kein anderes Tierkreiszeichen hat: es bezeichnet einen Abschnitt des Jahres und gleichzeitig den mathematischen Nullpunkt eines Koordinatensystems.
Element und Qualität
Der Widder trägt in der überlieferten Einteilung das Element Feuer und die Qualität kardinal. Beide Begriffe gehören zur astrologischen Systematik und ordnen die Zeichen zueinander.
Die Feuergruppe bilden Widder, Löwe und Schütze. Kardinal sind die vier Zeichen, die eine Jahreszeit eröffnen und deren Beginn an einer Tagundnachtgleiche oder Sonnenwende liegt: Widder, Krebs, Waage, Steinbock. Der Widder eröffnet den Frühling – und in der Zählweise dieses Systems zugleich das ganze Jahr.
Als herrschender Planet gilt der Mars, der in der älteren Überlieferung auch dem Skorpion zugeordnet war, bevor dieser Pluto erhielt. Der Widder ist damit heute das einzige Zeichen des Mars.
Was die Überlieferung dem Widder zuschreibt
Die älteste ausführliche Darstellung der zwölf Zeichen steht in der Tetrabiblos des Ptolemäus, um 150 nach Christus in Alexandria geschrieben. Dort ist der Widder das erste Zeichen, und zwar nicht wegen einer Eigenschaft, sondern wegen seiner Lage: er beginnt am Frühlingspunkt, dem Nullpunkt der ganzen Rechnung. Alles, was die Überlieferung ihm später zuordnete, hängt an dieser Stellung am Anfang.
Als Herrscher nennt die Tradition den Mars, und sie begründet das mit der Zuordnung Feuer und kardinal: ein Zeichen, das eine Jahreszeit eröffnet. Diese Zuordnungen sind Aussagen über ein System von Winkeln und Reihenfolgen, nicht über Menschen, die in einem bestimmten Zeitraum geboren sind – auf dieser Seite stehen sie deshalb als Überlieferung und nicht als Behauptung.
Der Frühlingspunkt bestimmt, wann Ostern ist – aber nicht der gemessene
Die Grenze, an der der Widder beginnt, hat eine Nebenwirkung, die den ganzen Kalender betrifft: von ihr hängt das Osterdatum ab, und damit die Lage einer Reihe beweglicher Feiertage von Karfreitag bis Pfingsten.
Die Regel lautet, dass Ostern auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond fällt, der auf oder nach die Frühjahrs-Tagundnachtgleiche folgt. Damit sind zwei astronomische Größen im Spiel, die Tagundnachtgleiche und der Vollmond – und hier liegt die Pointe: die kirchliche Rechnung benutzt keine von beiden in gemessener Form.
Als Tagundnachtgleiche setzt sie den 21. März fest, unabhängig davon, wann die Sonne den Frühlingspunkt tatsächlich erreicht. Und als Vollmond benutzt sie nicht den beobachteten, sondern einen aus Tabellen berechneten „kirchlichen" Vollmond, der vom wirklichen um bis zu zwei Tage abweichen kann. Beides ist gewollt: ein Feiertag, der für die ganze Welt gleichzeitig gelten soll, darf nicht davon abhängen, wo jemand steht und ob es dort bewölkt ist.
Die Folge ist, dass Ostern in seltenen Fällen an einem Datum liegt, das der astronomischen Regel widerspricht. Für die Sternzeichen ist das nur eine Parallele, aber eine sehr genaue: auch die gebräuchliche Sternzeichentabelle nennt feste Kalendertage statt gemessener Zeitpunkte, aus demselben Grund und mit derselben Konsequenz. Wer eine Konvention mit einer Messung vergleicht, findet Abweichungen – und keine der beiden ist deshalb falsch.
Wann der Widder zu sehen ist
Das Sternbild Widder steht von Mitteleuropa aus an Abenden von Oktober bis Februar im Süden, also ein halbes Jahr versetzt zu dem Zeitraum, den das Zeichen bezeichnet. Zu finden ist es zwischen dem markanten Stier mit den Plejaden im Osten und dem schwachen Sternbild Fische im Westen – eine Gegend, in der es außer Hamal wenig gibt, an dem sich das Auge festhalten kann. Wer die Plejaden gefunden hat, findet den Widder als kurze, flache Sternkette einige Handbreiten weiter rechts.
Die Verteilung über 96 Jahre
Wie sich der Übertritt auf die Kalendertage verteilt, lässt sich für den Zeitraum 1940 bis 2035 auszählen. Die Werte für dieses Zeichen: 20. März: 66, 21. März: 30. Der 20. März ist damit über den ganzen Zeitraum der häufigste Fall, und die Verteilung ist im 20. und im 21. Jahrhundert im Wesentlichen dieselbe. In drei Jahren liegt der Übertritt näher als eine Viertelstunde an Mitternacht – 1949, 1982, 2015. Für diese Jahrgänge wird hier kein Kalendertag behauptet: die Rechnung ist auf etwa drei Minuten genau, und die Zuordnung läge damit innerhalb ihrer eigenen Unsicherheit.
Wie die Grenze wandert
Die Tabelle nennt den 21. März als ersten Tag des Widders. Gemessen fällt die Frühjahrs-Tagundnachtgleiche in den Jahren 1940 bis 2035 auf den 20. oder den 21. März – nur zwei mögliche Tage. Diese enge Streuung teilt der Widder mit drei weiteren Zeichen (Löwe, Steinbock, Fische); bei den übrigen acht kommen drei Kalendertage vor.
Auch hier ist das Tabellendatum der spätere der beiden, und das Verhältnis hat sich verschoben. In den Jahren 1940 bis 1999 verteilte sich der Übertritt noch fast gleichmäßig – dreiunddreißig Mal auf den 20., siebenundzwanzig Mal auf den 21. März. Ab 2000 fällt er dreiunddreißig Mal auf den 20. und nur noch drei Mal auf den 21. Ursache ist die gregorianische Schaltregel: das Jahr 2000 war als durch 400 teilbares Jahrhundertjahr ein Schaltjahr, wodurch die Ereignisse insgesamt etwas nach vorn gerutscht sind. Wer in einem Kalender aus den 1970er Jahren nachsieht, findet deshalb noch häufig den 21. März als Frühlingsanfang, während heutige Kalender fast durchgehend den 20. nennen.
Praktisch heißt das: der 20. März ist ein Grenztag. An ihm führt die Tabelle noch die Fische, während die Sonne in einem großen Teil der Jahrgänge bereits im Widder steht. Vom 21. März bis zum 20. April besteht keine Unsicherheit. Für den Grenztag nennt die Seite zum Monat März den Zeitpunkt mit Datum und Uhrzeit für jedes Jahr.
Der Tabellentag ist einer der möglichen Übertrittstage; die Konvention markiert damit die spätere Grenze.
Wann das Zeichen wirklich beginnt
Die Tabelle setzt den Beginn auf den 21. März. Der gemessene Übertritt der Sonne fällt zwischen 1940 und 2035 auf den 20., 21. März – das Tabellendatum ist dabei der spätestmögliche Tag.
Damit sind der 20. März Grenztage: an ihnen steht die Sonne in manchen Geburtsjahren schon im Zeichen Widder, während die Tabelle noch Fische nennt. Welcher Jahrgang auf welcher Seite liegt, steht mit Datum und Uhrzeit auf der Seite Sternzeichen im März.
Die Zeitpunkte auf dieser Seite sind mit PyEphem 4.2.1 (libastro) aus der scheinbaren geozentrischen Länge der Sonne berechnet, bezogen auf das Äquinoktium des Datums, und in Europe/Berlin (CET/CEST) angegeben. Die Angabe ist auf etwa 3 Minuten genau; wo ein Übertritt näher als eine Viertelstunde an Mitternacht liegt, wird der Kalendertag nicht behauptet.
Nachbarzeichen
Vor dem Zeichen liegt Fische (20. Februar – 20. März), danach folgt Stier (21. April – 20. Mai). Alle zwölf Zeiträume stehen in der Sternzeichen-Tabelle.
Häufige Fragen
Fragen zum Zeichen Widder
Welche Daten gelten für das Sternzeichen Widder?
Nach der gebräuchlichen Tabelle vom 21. März bis zum 20. April, also 31 Tage. Der Übertritt der Sonne in das Zeichen fällt in den Jahren 1940 bis 2035 auf den 20., 21. März.
Ist der 21. März noch Fische oder schon Widder?
Nach der Tabelle Widder, und der Sonnenstand widerspricht dem nicht: der Übertritt erfolgt an diesem Tag oder bereits davor. Umgekehrt sind der 20. März die Tage, an denen die Tabelle noch Fische sagt, die Sonne aber in manchen Jahren schon im Zeichen Widder steht.
Welches Element hat Widder?
Feuer. Die vier Elemente verteilen sich reihum über den Tierkreis, sodass jedes dritte Zeichen dasselbe trägt: neben Widder sind das Löwe und Schütze.
Warum gilt Mars als herrschender Planet des Zeichens Widder?
Die Zuordnung stammt aus der überlieferten Astrologie und ist keine astronomische Aussage: Widder – lateinisch Aries, das 1. der zwölf Zeichen – wurde Mars zugeordnet, dem Planeten, den das bloße Auge rot sieht. Am Sonnenlauf, aus dem die Daten auf dieser Seite stammen, ändert das nichts.