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Zeichen 3 von 12

Sternzeichen Zwillinge – Datum, Symbol und Bedeutung des Zeichens

Das Sternzeichen Zwillinge – lateinisch Gemini – gilt vom 21. Mai bis zum 21. Juni – 32 Tage, in denen die Sonne den 3. Abschnitt der Ekliptik durchläuft.

Zeitraum
21.5. – 21.6.
Symbol
Element
Luft
Qualität
beweglich
Herrscher
Merkur
Dauer
32 Tage
Grenztage
20. Mai
Zwei gleiche Messlineale, parallel gelegt: das Zeichen nennt eine Anzahl, kein Bild. (mit AI erstelltes Bild) AI
Abb. 1Zwei gleiche Messlineale, parallel gelegt: das Zeichen nennt eine Anzahl, kein Bild.Mit AI erstelltes Bild

Das längste Zeichen des Jahres

Die Zwillinge sind das dritte der zwölf Zeichen und gelten nach der gebräuchlichen Tabelle vom 21. Mai bis zum 21. Juni, also zweiunddreißig Tage. Das ist der längste Durchgang des ganzen Tierkreises – drei Tage mehr als der kürzeste, der Schütze im Vorwinter.

Der Grund ist die Erdbahn. Die zwölf Abschnitte sind exakt gleich groß, dreißig Grad jeder, aber die Erde durchläuft ihre Ellipse ungleichmäßig: Anfang Januar steht sie der Sonne am nächsten und bewegt sich am schnellsten, Anfang Juli am weitesten entfernt und am langsamsten. Der Zeitraum der Zwillinge liegt unmittelbar vor diesem langsamsten Punkt, und deshalb dauert er am längsten. Der Schütze liegt umgekehrt kurz vor dem schnellsten Punkt.

Der Unterschied ist messbar und nicht klein: pro Grad Ekliptiklänge braucht die Sonne im Juni etwa 1,049 Tage, im Januar nur etwa 0,981. Über dreißig Grad summiert sich das auf die drei Tage Differenz zwischen dem längsten und dem kürzesten Zeichen. Wer wissen will, warum ein Sternzeichen 29 und ein anderes 32 Tage hat, hat damit die vollständige Antwort – es ist Himmelsmechanik, keine Konvention.

Die Zwillinge enden an der Sommersonnenwende. Ihr letzter Tag ist damit der einzige, der von einem astronomischen Ereignis begrenzt wird, ohne dass ihr erster es wäre.

Das Sternbild und ein alter Nummerierungsfehler

Das Sternbild Zwillinge ist leicht zu finden: zwei helle Sterne nahe beieinander, die den Köpfen der beiden Figuren entsprechen. Sie heißen Castor und Pollux, nach den mythischen Brüdern.

Dabei steckt eine Eigenart, die Sternkarten seit Jahrhunderten mitschleppen. Nach der üblichen Systematik trägt der hellste Stern eines Sternbildes den Buchstaben Alpha, der zweithellste Beta. In den Zwillingen ist Castor der Alpha-Stern und Pollux der Beta-Stern – aber Pollux ist eindeutig der hellere von beiden. Ob Johann Bayer, der die Bezeichnungen 1603 einführte, sich vertan hat, ob er nach der Reihenfolge im Mythos statt nach der Helligkeit ging, oder ob sich die Helligkeiten seither verändert haben, ist nicht abschließend geklärt. Die Bezeichnungen wurden jedenfalls nie korrigiert, weil eine Umbenennung jede ältere Quelle unbrauchbar machen würde.

Pollux ist ein oranger Riese und der uns nächste Stern, von dem ein Planet bekannt ist. Castor ist bei genauerem Hinsehen kein einzelner Stern, sondern ein Sechsfachsystem – drei Paare, die sich umeinander bewegen. Mit dem Fernrohr lassen sich zwei der Komponenten trennen, was Castor zu einem der klassischen Objekte der Doppelsternbeobachtung macht.

Wenn die Sonne rechnerisch in das Zeichen Zwillinge tritt, steht sie vor dem Sternbild Stier; das Sternbild Zwillinge durchläuft sie erst ab etwa Ende Juni.

Woher der Name kommt

In der babylonischen Sternliste erscheint der Abschnitt als MAŠ.TAB.BA.GAL.GAL, „die großen Zwillinge". Die Figur ist also alt und über die griechische Überlieferung als Dídymoi und die lateinische als Gemini zu uns gekommen.

Der Mythos betrifft Castor und Polydeukes, die Dioskuren. Nach der verbreiteten Fassung war Polydeukes ein Sohn des Zeus und unsterblich, Castor ein Sohn des sterblichen Tyndareos. Als Castor fiel, bat Polydeukes darum, seine Unsterblichkeit mit ihm zu teilen; Zeus gewährte es, indem die beiden abwechselnd einen Tag im Hades und einen im Olymp verbrachten. Antike Autoren verbanden das mit einer Beobachtung: die beiden Sterne gehen kurz nacheinander auf und unter, sodass immer der eine schon oben ist, während der andere noch unten steht.

Die Dioskuren galten in der Seefahrt als Schutzgottheiten. Das elektrische Leuchten an Masten bei Gewitter, heute Elmsfeuer genannt, hieß im Altertum „Feuer der Dioskuren" – zeigten sich zwei Lichter, deutete man es als gutes Zeichen, ein einzelnes Licht als schlechtes.

Das Symbol

Das Zeichen der Zwillinge besteht aus zwei senkrechten Strichen, oben und unten durch je einen waagerechten verbunden – im Grunde das römische Zahlzeichen für zwei mit Serifen.

Genau darauf dürfte es zurückgehen: die früheste Funktion war nicht bildlich, sondern zählend, als Bezeichnung des zweiten oder des Doppelten. Erst später wurde die Form als zwei stehende Figuren gelesen, die sich an Kopf und Fuß berühren. Es ist damit das abstrakteste der zwölf Zeichen – bei Stier, Widder und Skorpion ist die Figur noch zu erkennen, hier ist nur die Anzahl übrig.

Element und Qualität

Die Zwillinge tragen in der überlieferten Einteilung das Element Luft und die Qualität veränderlich. Beide Begriffe gehören zur astrologischen Systematik.

Die Luftgruppe bilden Zwillinge, Waage und Wassermann. Veränderlich sind die vier Zeichen, die eine Jahreszeit abschließen: Zwillinge, Jungfrau, Schütze, Fische. Auch das ist nicht willkürlich – es sind genau die vier Zeichen, die jeweils an einer Tagundnachtgleiche oder Sonnenwende enden. Die Zwillinge schließen den Frühling ab und enden mit der Sommersonnenwende.

Als herrschender Planet gilt Merkur, der in dieser Systematik auch der Jungfrau zugeordnet ist – wieder eine Doppelzuordnung aus der antiken Aufteilung von sieben Wandelsternen auf zwölf Zeichen.

Was die Überlieferung den Zwillingen zuschreibt

Herrscher der Zwillinge ist in der Tradition Merkur, der auch die Jungfrau führt. Die Überlieferung trennt die beiden über das Element: Luft und beweglich hier, Erde und beweglich dort. Man sieht daran, wie das System gebaut ist – nicht aus Beobachtungen an Personen, sondern aus einer Kombinatorik von vier Elementen, drei Qualitäten und sieben klassischen Planeten.

Der Name kommt von einem Sternbild mit zwei nahezu gleich hellen Hauptsternen, Castor und Pollux, und in der griechischen Überlieferung sind das die Dioskuren, von denen einer sterblich war und einer nicht. Die Zuschreibungen, die daran hängen, sind mythologische Zuschreibungen; als solche stehen sie hier.

Zweiunddreißig Tage sind kein Monat

Dass das längste Zeichen zweiunddreißig Tage dauert, führt regelmäßig zu der Annahme, Sternzeichen und Kalendermonate seien im Grunde dasselbe, nur verschoben. Sie sind es nicht, und die Zwillinge zeigen den Unterschied am deutlichsten.

Ein Kalendermonat ist eine ganze Zahl von Tagen, die durch Übereinkunft festgelegt wurde – dreißig oder einunddreißig, im Februar achtundzwanzig oder neunundzwanzig. Die Längen folgen aus der Geschichte des römischen Kalenders und nicht aus einem Naturvorgang; man hätte sie auch anders verteilen können, und mehrfach hat man das getan.

Die Länge eines Zeichens dagegen ist gemessen. Alle zwölf sind exakt dreißig Grad breit, und wie lange die Sonne dafür braucht, entscheidet allein ihre Bahngeschwindigkeit. Es gibt keine Übereinkunft, die daran etwas ändern könnte: die Zwillinge dauern zweiunddreißig Tage, weil die Erde in dieser Jahreszeit langsam läuft, und der Schütze neunundzwanzig, weil sie dann schnell läuft.

Daraus folgt auch, dass die Zeichengrenzen nicht auf Monatsanfänge fallen können. Sie liegen bei allen zwölf Zeichen in der zweiten Monatshälfte, ungefähr zwischen dem 19. und dem 24. – nicht aus Zufall, sondern weil der Nullpunkt der Zählung, der Frühlingspunkt, im März auf diesen Bereich fällt und sich die Zwölfteilung von dort aus weiterrechnet. Ein Zeichen deckt deshalb immer das Ende eines und den Anfang des nächsten Monats ab, und darum liegen in jedem Kalendermonat zwei Zeichen.

Castor, der aus sechs Sternen besteht

Was mit dem bloßen Auge als ein Stern erscheint, ist ein System aus sechs. Im Fernrohr trennt sich Castor zunächst in zwei Komponenten, die sich in einigen Hundert Jahren umeinander bewegen; jede von beiden ist ihrerseits ein enges Paar, das nur spektroskopisch nachweisbar ist, und ein weiter entferntes drittes Paar gehört ebenfalls zum System.

Solche Mehrfachsysteme sind nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel: ein großer Teil aller Sterne gehört zu einem Paar oder einer Gruppe, und die Sonne mit ihrer Einzelstellung ist der weniger häufige Fall. Castor ist deshalb ein gutes Beispiel dafür, wie wenig der Anblick am Himmel über die Struktur dahinter verrät – und ein klassisches Übungsobjekt, weil die beiden Hauptkomponenten schon in kleinen Fernrohren zu trennen sind.

Die Verteilung über 96 Jahre

Wie sich der Übertritt auf die Kalendertage verteilt, lässt sich für den Zeitraum 1940 bis 2035 auszählen. Die Werte für dieses Zeichen: 20. Mai: 22, 21. Mai: 72, 22. Mai: 2. Der 21. Mai ist damit über den ganzen Zeitraum der häufigste Fall, und die Verteilung ist im 20. und im 21. Jahrhundert im Wesentlichen dieselbe. In zwei Jahren liegt der Übertritt näher als eine Viertelstunde an Mitternacht – 1972, 2009. Für diese Jahrgänge wird hier kein Kalendertag behauptet: die Rechnung ist auf etwa drei Minuten genau, und die Zuordnung läge damit innerhalb ihrer eigenen Unsicherheit.

Wann die Zwillinge zu sehen sind

Castor und Pollux stehen von Mitteleuropa aus an Winter- und Frühjahrsabenden hoch im Süden, von Dezember bis April. Sie sind leicht zu finden, weil sie links oberhalb von Orion stehen und als gleich helles Paar in dieser Himmelsgegend einzigartig sind. Pollux ist der untere und hellere der beiden, mit einem deutlich orangen Ton; Castor darüber wirkt weißer. Der Farbunterschied ist mit dem bloßen Auge erkennbar, sobald man beide direkt vergleicht.

Wie die Grenze wandert

Die Tabelle nennt den 21. Mai als ersten Tag der Zwillinge. Gemessen fällt der Übertritt in den Jahren 1940 bis 2035 auf den 20., 21. oder 22. Mai.

Die Zwillinge sind damit das einzige Zeichen, bei dem der gemessene Übertritt im untersuchten Zeitraum auch einen Tag nach dem Tabellendatum liegt. Das ist allerdings ein Randfall der älteren Jahrgänge: der 22. Mai kommt in genau zwei der sechsundneunzig Jahre vor, beide vor 2000, während der Übertritt seit der Jahrtausendwende nur noch auf den 20. oder den 21. fällt. Der Grund für die Streuung ist derselbe wie überall – der Sägezahn aus sechsstündiger Jahresverschiebung und Schalttagssprung –, nur liegt der langjährige Mittelwert hier so nah am Tageswechsel, dass beide Nachbartage erreicht werden.

Praktisch heißt das: der 20. Mai ist ein Grenztag im üblichen Sinn – die Tabelle führt noch den Stier, die Sonne steht in einem Teil der Jahrgänge bereits in den Zwillingen. Der 22. Mai ist der umgekehrte Fall und für die Frage nach dem Zeichen unerheblich, weil die Tabelle dort ohnehin schon Zwillinge sagt. Für den Grenztag nennt die Seite zum Monat Mai den Zeitpunkt mit Datum und Uhrzeit für jedes Jahr.

Abb. 2 Zwillinge im Jahreslauf. Jeder Sektor ist so breit, wie das Zeichen Tage hat – Zwillinge belegt 32 der 365 Tage.
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Zwillinge, 21.5.–21.6. Grenztage: 20. Mai
Abb. 3 Auf welchen Kalendertag der Übertritt in Zwillinge fällt, ausgezählt über die Jahre 1940 bis 2035.
20. Mai 22 von 96
21. Mai (Tabelle) 72 von 96
22. Mai 2 von 96

Der Tabellentag ist einer der möglichen Übertrittstage; die Konvention markiert damit die spätere Grenze.

Wann das Zeichen wirklich beginnt

Die Tabelle setzt den Beginn auf den 21. Mai. Der gemessene Übertritt der Sonne fällt zwischen 1940 und 2035 auf den 20., 21., 22. Mai – das Tabellendatum ist dabei der spätestmögliche Tag.

Damit sind der 20. Mai Grenztage: an ihnen steht die Sonne in manchen Geburtsjahren schon im Zeichen Zwillinge, während die Tabelle noch Stier nennt. Welcher Jahrgang auf welcher Seite liegt, steht mit Datum und Uhrzeit auf der Seite Sternzeichen im Mai.

Die Zeitpunkte auf dieser Seite sind mit PyEphem 4.2.1 (libastro) aus der scheinbaren geozentrischen Länge der Sonne berechnet, bezogen auf das Äquinoktium des Datums, und in Europe/Berlin (CET/CEST) angegeben. Die Angabe ist auf etwa 3 Minuten genau; wo ein Übertritt näher als eine Viertelstunde an Mitternacht liegt, wird der Kalendertag nicht behauptet.

Nachbarzeichen

Vor dem Zeichen liegt Stier (21. April – 20. Mai), danach folgt Krebs (22. Juni – 22. Juli). Alle zwölf Zeiträume stehen in der Sternzeichen-Tabelle.

Häufige Fragen

Fragen zum Zeichen Zwillinge

Welche Daten gelten für das Sternzeichen Zwillinge?

Nach der gebräuchlichen Tabelle vom 21. Mai bis zum 21. Juni, also 32 Tage. Der Übertritt der Sonne in das Zeichen fällt in den Jahren 1940 bis 2035 auf den 20., 21., 22. Mai.

Ist der 21. Mai noch Stier oder schon Zwillinge?

Nach der Tabelle Zwillinge, und der Sonnenstand widerspricht dem nicht: der Übertritt erfolgt an diesem Tag oder bereits davor. Umgekehrt sind der 20. Mai die Tage, an denen die Tabelle noch Stier sagt, die Sonne aber in manchen Jahren schon im Zeichen Zwillinge steht.

Welches Element hat Zwillinge?

Luft. Die vier Elemente verteilen sich reihum über den Tierkreis, sodass jedes dritte Zeichen dasselbe trägt: neben Zwillinge sind das Waage und Wassermann.

Warum gilt Merkur als herrschender Planet des Zeichens Zwillinge?

Die Zuordnung stammt aus der überlieferten Astrologie und ist keine astronomische Aussage: Zwillinge – lateinisch Gemini, das 3. der zwölf Zeichen – wurde Merkur zugeordnet, dem sonnennächsten Planeten, der nie weit von ihr absteht. Am Sonnenlauf, aus dem die Daten auf dieser Seite stammen, ändert das nichts.