Zeichen 4 von 12
Sternzeichen Krebs – Datum, Symbol und Bedeutung des Zeichens
Das Sternzeichen Krebs – lateinisch Cancer – gilt vom 22. Juni bis zum 22. Juli – 31 Tage, in denen die Sonne den 4. Abschnitt der Ekliptik durchläuft.
- Zeitraum
- 22.6. – 22.7.
- Symbol
- Element
- Wasser
- Qualität
- kardinal
- Herrscher
- Mond
- Dauer
- 31 Tage
- Grenztage
- 20. Juni und 21. Juni
Das Datum beginnt an der Sonnenwende
Der Krebs ist das vierte der zwölf Zeichen und gilt nach der gebräuchlichen Tabelle vom 22. Juni bis zum 22. Juli, also einunddreißig Tage. Sein Beginn ist keine gesetzte Zahl, sondern ein Ereignis: die Sommersonnenwende. In dem Moment, in dem die Sonne den Krebs erreicht, hat sie ihren nördlichsten Punkt auf der Ekliptik erreicht und steht senkrecht über dem nördlichen Wendekreis. Danach kehrt sie um.
Von den vier astronomisch definierten Zeichengrenzen ist diese die auffälligste, weil sie mit dem längsten Tag des Jahres zusammenfällt. In Deutschland dauert er je nach Breite etwa sechzehn bis siebzehneinhalb Stunden – in Berlin 17 Stunden und 4 Minuten, in München knapp eine Stunde weniger, an der dänischen Grenze eine halbe Stunde mehr. Was viele überrascht: der früheste Sonnenaufgang und der späteste Sonnenuntergang fallen nicht auf denselben Tag wie die Sonnenwende. Der früheste Aufgang liegt einige Tage davor, der späteste Untergang einige Tage danach, und dazwischen liegt der längste Tag. Der Grund ist die Zeitgleichung – die Differenz zwischen der wahren und der mittleren Sonnenzeit, die aus der elliptischen Erdbahn und der Achsneigung entsteht und die Uhrzeiten von Auf- und Untergang gegen die Tageslänge verschiebt.
Im Verlauf der einunddreißig Tage verliert Mitteleuropa knapp fünfzig Minuten Tageslicht – in Berlin von 17 Stunden 4 Minuten auf 16 Stunden 15 Minuten – erheblich weniger als in jedem Herbstzeichen. Der Krebs enthält also den flachsten Abschnitt der ganzen Kurve, weil die Sonne an ihrem Umkehrpunkt kaum noch an Höhe verliert. Wer den Eindruck hat, dass sich Ende Juni und Anfang Juli fast nichts ändert, beobachtet das richtig.
Der Wendekreis trägt den Namen und die Sonne ist längst weitergezogen
Der nördliche Wendekreis heißt auf Deutsch Wendekreis des Krebses und in vielen Sprachen entsprechend – im Englischen Tropic of Cancer, im Französischen tropique du Cancer. Der Name ist eine Momentaufnahme: er stammt aus einer Zeit, in der die Sonne zur Sommersonnenwende tatsächlich vor dem Sternbild Krebs stand. Das war in der Antike der Fall, als die Zuordnung entstand.
Heute ist das nicht mehr so. Wegen der Präzession – dem langsamen Taumeln der Erdachse mit einer Periode von rund 25.800 Jahren – hat sich der Frühlingspunkt und mit ihm das ganze Bezugssystem verschoben. Zur Sommersonnenwende steht die Sonne inzwischen vor dem Sternbild Zwillinge, nicht vor dem Krebs. Der Wendekreis behält seinen Namen trotzdem, weil er eine geografische Linie bezeichnet, keine Himmelsposition. Dasselbe gilt für den südlichen Wendekreis des Steinbocks, wo die Sonne heute vor dem Schützen steht.
Das ist der klarste greifbare Beleg dafür, dass Zeichen und Sternbild zwei verschiedene Dinge sind. Das Zeichen Krebs ist ein Abschnitt von dreißig Grad, gezählt vom Frühlingspunkt, und beginnt per Definition mit der Sonnenwende – daran ändert die Präzession nichts. Das Sternbild Krebs ist eine Sternengruppe, die sich gegen dieses Bezugssystem verschoben hat. Beide Aussagen sind richtig, sie messen nur nicht dasselbe.
Das unauffälligste Sternbild des Tierkreises
Wer den Krebs am Himmel sucht, braucht eine dunkle Nacht. Es ist das lichtschwächste der zwölf Tierkreissternbilder: sein hellster Stern erreicht nur die vierte Größenklasse und trägt den Namen Al Tarf, aus dem Arabischen für „das Ende" – gemeint ist das Ende des südlichen Beins. Von der Stadt aus ist das Sternbild an vielen Abenden gar nicht zu erkennen.
Es enthält dennoch ein Objekt, das man mit einem Fernglas kaum verfehlen kann: einen offenen Sternhaufen, der im Deutschen Bienenkorb heißt und in Katalogen als Messier 44 geführt wird. Mit dem bloßen Auge erscheint er als schwacher Nebelfleck; schon ein einfaches Fernglas löst ihn in mehrere Dutzend Sterne auf. Die Beobachtung ist alt: antike Autoren beschreiben den Fleck und nutzten ihn als Wetterzeichen – war er nicht zu sehen, galt das als Vorbote von Regen, was insofern zutrifft, als hohe Feuchtigkeit oder dünne Wolken ihn zuerst verschwinden lassen.
Die Sonne durchläuft das Sternbild Krebs heute etwa in der zweiten Julihälfte bis Anfang August – also mit deutlichem Abstand zu dem Zeitraum, den das Zeichen bezeichnet.
Der Name und seine Bedeutung
In der babylonischen Sternliste MUL.APIN erscheint der Abschnitt als MUL.AL.LUL, was sich als Krebs oder Krabbe lesen lässt. Die Griechen übernahmen ihn als Karkínos, die Römer als Cancer – ein Wort, das im Lateinischen ebenso das Tier wie das Krebsgeschwür bezeichnete, weil man in der Form der geschwollenen Venen um einen Tumor die Beine eines Krebses zu erkennen glaubte. Die medizinische Bedeutung ist also eine Ableitung aus dem Tiernamen, nicht umgekehrt, und sie hat mit dem Sternbild nichts zu tun.
Die griechische Erzählung dazu ist kurz und unheroisch. Als Herakles gegen die Hydra kämpfte, schickte Hera einen riesigen Krebs, der ihn in die Ferse kneifen sollte. Herakles zertrat ihn. Hera versetzte ihn zum Dank für den Einsatz an den Himmel – und weil er nichts erreicht hatte, unter die schwächsten Sterne. Ob diese Pointe antik oder späterer Kommentar ist, lässt sich nicht sicher sagen; sie passt jedenfalls zu einem Sternbild, das man kaum sieht.
Das Symbol
Das Zeichen des Krebses besteht aus zwei gegenläufigen Spiralen, die häufig als die Zahl 69 gelesen werden. Die verbreitete Deutung sieht darin zwei eingerollte Scheren.
Eine zweite Herleitung nimmt die Brüste als Vorbild, passend zur Zuordnung des Zeichens zum Mond und zum Mütterlichen in der astrologischen Tradition. Eine dritte, in älteren Handschriften erkennbare Variante zeigt zwei einfache Punkte mit Anhängen und lässt sich als schematisierte Krabbe von oben lesen. Sicher ist nur, dass die heutige Form aus dem Mittelalter stammt und in der Frühdruckzeit vereinheitlicht wurde; die antiken Vorformen sind uneinheitlich.
Element und Qualität
Der Krebs trägt in der überlieferten Einteilung das Element Wasser und die Qualität kardinal. Beide Begriffe gehören zur astrologischen Systematik und beschreiben die Ordnung der Zeichen untereinander.
Die Wassergruppe bilden Krebs, Skorpion und Fische. Kardinal sind die vier Zeichen, die eine Jahreszeit eröffnen – Widder, Krebs, Waage, Steinbock – und das ist hier nicht symbolisch gemeint: es sind genau die vier Zeichen, deren Beginn an einer Tagundnachtgleiche oder einer Sonnenwende liegt. Der Krebs eröffnet den Sommer, in dem Moment, in dem die Sonne umkehrt.
Als herrschender Himmelskörper gilt der Mond. Der Krebs ist damit eines der beiden Zeichen mit einer eindeutigen Zuordnung – das andere ist der Löwe mit der Sonne. Alle übrigen zehn teilen sich die fünf mit dem Auge sichtbaren Planeten zu je zwei Zeichen, ein Rest der antiken Aufteilung, in der genau sieben Wandelsterne bekannt waren.
Was die Überlieferung dem Krebs zuschreibt
Der Krebs ist eines von nur zwei Zeichen, deren Herrscher in der Tradition kein Planet im heutigen Sinn ist: ihm wird der Mond zugeordnet, dem Löwen die Sonne. Beide sind Lichter, nicht Wandelsterne, und die Überlieferung gibt ihnen deshalb die beiden Zeichen, in denen die Sonne im Sommer steht – die restlichen fünf klassischen Planeten teilen sich die zehn übrigen Plätze zu je zwei.
Zugeordnet sind ihm Wasser und die Qualität kardinal, weil er an der Sonnenwende beginnt. Auch das ist eine Aussage über die Stelle im Jahr und nicht über Menschen: der Krebs ist in dieser Systematik der Punkt, an dem die Sonne umkehrt, und die Zuschreibungen der Tradition setzen an dieser Umkehr an.
Wie man eine Sonnenwende messen kann
Die Sonnenwende ist der einzige Zeitpunkt im Jahr, den man mit einem Stock und einem ebenen Boden bestimmen kann – und genau so wurde sie über Jahrtausende bestimmt. Ein senkrecht stehender Stab, in der Fachsprache Gnomon, wirft mittags seinen kürzesten Schatten des Tages. Notiert man diese Mittagslänge über Wochen, findet man den Tag, an dem sie am kürzesten von allen ist: die Sommersonnenwende.
Praktisch ist das schwieriger, als es klingt, und die Schwierigkeit ist lehrreich. In den Tagen um die Sonnenwende ändert sich die Mittagshöhe der Sonne fast nicht – das ist ja die Definition eines Umkehrpunkts. Der Schattenunterschied zwischen dem 18. und dem 24. Juni ist so klein, dass er mit einem einfachen Aufbau im Messrauschen verschwindet. Antike Beobachter lösten das, indem sie nicht den Extremwert suchten, sondern zwei gleiche Schattenlängen vor und nach der Wende und die Mitte dazwischen nahmen – ein Verfahren, das dieselbe Idee benutzt wie die Halbierung eines Intervalls in einer modernen Rechnung.
Dieselbe Unschärfe erklärt, warum die überlieferten Daten für Sonnenwenden bis in die frühe Neuzeit um Tage schwanken, während die für Tagundnachtgleichen präziser sind: an einer Tagundnachtgleiche ändert sich die Sonnenhöhe am schnellsten, und ein schneller Wechsel ist leichter zu datieren als ein langsamer. Die vier Zeichengrenzen, die auf astronomischen Ereignissen sitzen, sind also nicht gleich gut messbar – die beiden Tagundnachtgleichen sind die scharfen, die beiden Sonnenwenden die weichen.
Der längste Tag ist nicht der mit dem frühesten Sonnenaufgang
Wer die Auf- und Untergangszeiten um die Sommersonnenwende nachsieht, findet eine Verschiebung, die zunächst wie ein Druckfehler aussieht: der früheste Sonnenaufgang liegt einige Tage vor der Sonnenwende, der späteste Sonnenuntergang einige Tage danach. Der längste Tag liegt dazwischen, aber weder sein Anfang noch sein Ende sind extrem.
Verantwortlich ist die Zeitgleichung. Unsere Uhren laufen gleichmäßig, die Sonne nicht: weil die Erdbahn eine Ellipse ist und die Erdachse geneigt steht, geht die wahre Sonne der mittleren im Jahresverlauf um bis zu etwa sechzehn Minuten vor oder nach. Diese Abweichung verschiebt Auf- und Untergang gemeinsam in dieselbe Richtung, während die Tageslänge selbst nur von der Deklination abhängt. Am Umkehrpunkt der Deklination, wo sich die Tageslänge kaum ändert, dominiert deshalb die Zeitgleichung das Ergebnis – und schiebt die Extremwerte auseinander.
Trägt man die Position der Sonne über ein Jahr zur gleichen Uhrzeit auf, ergibt sich daraus eine Achterschleife, das Analemma. Sie ist auf Sonnenuhren häufig eingezeichnet, weil man sie braucht, um von der Sonnenzeit auf die Uhrzeit zu kommen. Für die Frage nach dem Sternzeichen ist die Zeitgleichung ohne Bedeutung – die Zeichengrenze hängt am Sonnenstand, nicht an der Uhr –, aber sie ist der Grund, warum zwei richtige Angaben über denselben Tag verschieden aussehen können.
Der Bienenkorb und die Beobachtung
Der offene Sternhaufen im Krebs ist ein gutes erstes Ziel für ein Fernglas, gerade weil das Sternbild selbst so schwach ist: man findet den Fleck leichter als die Figur, in der er liegt. Sichtbar ist er in Mitteleuropa an Abenden von Januar bis Mai, hoch im Süden.
Er enthält mehrere Hundert Sterne und ist mit einer Entfernung von etwa sechshundert Lichtjahren einer der näheren offenen Haufen. Sein Alter wird auf mehrere Hundert Millionen Jahre geschätzt, was ihn zu einem der älteren macht – offene Haufen lösen sich mit der Zeit auf, weil die Gezeitenkräfte der Galaxie sie auseinanderziehen. Auffällig ist, dass er in Alter und Bewegungsrichtung mit den Hyaden im Stier übereinstimmt; beide dürften aus derselben Sternentstehungsregion stammen und sind seither auseinandergedriftet.
Sommeranfang: drei richtige Daten
Kaum eine Frage wird so unterschiedlich beantwortet wie die nach dem Beginn des Sommers, und alle gängigen Antworten sind vertretbar – sie beziehen sich auf verschiedene Definitionen.
Der astronomische Sommer beginnt mit der Sonnenwende, also mit dem Eintritt der Sonne in das Zeichen Krebs, und endet mit der Herbst-Tagundnachtgleiche. Das ist die Definition, die dieses Zeichen bestimmt, und die einzige, die auf einem Ereignis beruht. Ihr Nachteil: sie legt den Sommeranfang auf den längsten Tag, also auf den Zeitpunkt, an dem die Einstrahlung schon wieder abnimmt.
Der meteorologische Sommer umfasst die Monate Juni, Juli und August. Das ist eine Konvention, aber eine begründete: die drei wärmsten Monate liegen im Mittel genau so, und für Statistiken braucht man ganze Monate, weil Messreihen monatsweise geführt werden. Der meteorologische Sommer beginnt also drei Wochen vor dem astronomischen.
Der phänologische Sommer schließlich richtet sich nach der Entwicklung von Pflanzen – etwa der Blüte der Sommerlinde – und fällt je nach Region und Jahr auf unterschiedliche Daten. Er ist der einzige, der auf das jeweilige Jahr reagiert, und der einzige, der sich nicht im Voraus in einen Kalender schreiben lässt.
Für die Frage nach dem Sternzeichen ist nur die erste Definition relevant, und sie ist auch die einzige, für die es einen exakten Zeitpunkt gibt. Wer im Kalender „Sommeranfang" liest und ein anderes Datum erwartet hat, vergleicht wahrscheinlich zwei dieser drei Systeme.
Die Sonnenwende in den Kalendern
Weil die Sonnenwende ein beobachtbares Ereignis ist, war sie in vielen Kalendern ein Fixpunkt – und in einigen ein Problem. Der julianische Kalender rechnete mit einem Jahr von 365,25 Tagen, während das tropische Jahr etwa elf Minuten kürzer ist. Über Jahrhunderte summierte sich das: bis zum 16. Jahrhundert war der Kalender gegen die Sonne um rund zehn Tage verrutscht, und die Sonnenwende fiel nicht mehr auf das Datum, das die Kalender dafür vorsahen.
Die gregorianische Reform von 1582 korrigierte das durch das Auslassen von zehn Tagen und durch eine feinere Schaltregel: Jahrhundertjahre sind nur dann Schaltjahre, wenn sie durch 400 teilbar sind. Damit beträgt die Abweichung heute weniger als einen Tag in dreitausend Jahren.
Die Wirkung dieser Regel ist bis in die Sternzeichentabellen zu verfolgen. Weil das Jahr 2000 durch 400 teilbar und damit ein Schaltjahr war, sind die Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen im 21. Jahrhundert insgesamt etwas nach vorn gerutscht. Genau deshalb nennen Kalender aus den 1970er Jahren beim Frühlingsanfang häufiger den 21. März und heutige fast durchgehend den 20. – und genau deshalb ist der 20. Juni als Tag der Sommersonnenwende ein Phänomen der Gegenwart und nicht der Vergangenheit.
Ein zweiter Haufen, einer der ältesten
Neben dem Bienenkorb enthält der Krebs ein zweites lohnendes Objekt: den offenen Sternhaufen Messier 67, deutlich weiter entfernt und im Fernglas nur als schwacher Fleck zu erkennen. Bemerkenswert ist sein Alter – es wird auf mehrere Milliarden Jahre geschätzt, was ihn zu einem der ältesten bekannten offenen Haufen macht.
Das ist ungewöhnlich, weil offene Haufen normalerweise nicht so lange halten: die Gezeitenkräfte der Galaxie und die Begegnungen mit anderen Sternen ziehen sie über einige Hundert Millionen Jahre auseinander. Dass Messier 67 überlebt hat, wird damit erklärt, dass er sich weit außerhalb der dichten Scheibenebene bewegt und dort weniger Störungen ausgesetzt ist. Seine Sterne sind in Alter und Zusammensetzung der Sonne ähnlich, was ihn zu einem der besten Vergleichsobjekte für die Frage macht, wie sich ein Stern wie unserer entwickelt.
Die Verteilung über 96 Jahre
Wie sich der Übertritt auf die Kalendertage verteilt, lässt sich für den Zeitraum 1940 bis 2035 auszählen. Die Werte für dieses Zeichen: 20. Juni: 4, 21. Juni: 76, 22. Juni: 16. Der 21. Juni ist damit über den ganzen Zeitraum der häufigste Fall, und die Verteilung ist im 20. und im 21. Jahrhundert im Wesentlichen dieselbe. In zwei Jahren liegt der Übertritt näher als eine Viertelstunde an Mitternacht – 1954, 1987. Für diese Jahrgänge wird hier kein Kalendertag behauptet: die Rechnung ist auf etwa drei Minuten genau, und die Zuordnung läge damit innerhalb ihrer eigenen Unsicherheit.
Wann der Krebs zu sehen ist
Das Sternbild steht an Abenden von Januar bis Mai im Süden, also gut ein halbes Jahr versetzt zu dem Zeitraum, den das Zeichen bezeichnet. Weil es selbst kaum sichtbar ist, sucht man es am besten über seine Nachbarn: es liegt zwischen dem markanten Paar Castor und Pollux in den Zwillingen im Westen und dem Kopf des Löwen mit Regulus im Osten. Etwa auf halber Strecke zwischen beiden steht der Bienenkorb – ein schwacher Fleck, der im Fernglas in Dutzende Sterne zerfällt und der zuverlässigste Wegweiser in diese sonst leere Gegend ist.
Von wann bis wann das Sternzeichen Krebs gilt
Von wann bis wann das Sternzeichen Krebs reicht, beantwortet die gebräuchliche Tabelle mit dem 22. Juni bis 22. Juli. Der berechnete Sonnenstand setzt den Beginn über die Jahre 1940 bis 2035 auf den 20., 21. oder 22. Juni, weil die Sonnenwende selbst wandert; das Datum der Tabelle markiert damit den späteren Rand und nicht den Regelfall.
Von wann bis wann das Sternzeichen Krebs im Kalender steht, ist deshalb eine andere Frage als die nach seinem Ort auf der Ekliptik, und nur die zweite hat eine feste Antwort. Das Symbol des Zeichens sagt darüber ohnehin nichts – es ist ein Schriftzeichen, kein Messwert. Für die Bedeutung ist das ohne Folgen. Das Sternzeichen Krebs bezeichnet den vierten Abschnitt von dreißig Grad, gerechnet vom Frühlingspunkt, und seine Bedeutung liegt in dieser Position: er beginnt am nördlichsten Punkt der Sonnenbahn. Das Tierkreiszeichen Krebs und das gleichnamige Sternbild sind dabei zwei verschiedene Dinge, und nur das Tierkreiszeichen Krebs steht in der Tabelle.
Wie die Grenze wandert
Die Tabelle nennt den 22. Juni als ersten Tag des Krebses. Gemessen fällt die Sommersonnenwende in den Jahren 1940 bis 2035 auf den 20., 21. oder 22. Juni, und in der großen Mehrheit der Jahre auf den 21. Das Tabellendatum ist damit der spätestmögliche Tag.
Der 20. Juni ist dabei ein moderner Sonderfall: er tritt im untersuchten Zeitraum in genau vier Jahren auf, und alle vier liegen nach 2020. Die Ursache liegt in der gregorianischen Schaltregel. Weil das Jahr 2000 ein Schaltjahr war – ein durch 400 teilbares Jahrhundertjahr – rutschten die Sonnenwenden im 21. Jahrhundert insgesamt etwas nach vorn, verglichen mit dem 20. Jahrhundert. Wer alte und neue Tabellen nebeneinanderlegt, findet daher gelegentlich abweichende Angaben, und keine von beiden ist falsch: sie beschreiben verschiedene Jahrhunderte. In sechsundsiebzig der sechsundneunzig untersuchten Jahre fällt die Sonnenwende schlicht auf den 21. Juni.
Praktisch heißt das: der 20. und der 21. Juni sind Grenztage. An ihnen führt die Tabelle noch die Zwillinge, während die Sonne in einem Teil der Jahrgänge bereits im Krebs steht. Vom 22. Juni bis zum 22. Juli besteht keine Unsicherheit. Für die beiden Grenztage nennt die Seite zum Monat Juni den Zeitpunkt mit Datum und Uhrzeit für jedes Jahr.
Der Tabellentag ist einer der möglichen Übertrittstage; die Konvention markiert damit die spätere Grenze.
Wann das Zeichen wirklich beginnt
Die Tabelle setzt den Beginn auf den 22. Juni. Der gemessene Übertritt der Sonne fällt zwischen 1940 und 2035 auf den 20., 21., 22. Juni – das Tabellendatum ist dabei der spätestmögliche Tag.
Damit sind der 20. und der 21. Juni Grenztage: an ihnen steht die Sonne in manchen Geburtsjahren schon im Zeichen Krebs, während die Tabelle noch Zwillinge nennt. Welcher Jahrgang auf welcher Seite liegt, steht mit Datum und Uhrzeit auf der Seite Sternzeichen im Juni.
Die Zeitpunkte auf dieser Seite sind mit PyEphem 4.2.1 (libastro) aus der scheinbaren geozentrischen Länge der Sonne berechnet, bezogen auf das Äquinoktium des Datums, und in Europe/Berlin (CET/CEST) angegeben. Die Angabe ist auf etwa 3 Minuten genau; wo ein Übertritt näher als eine Viertelstunde an Mitternacht liegt, wird der Kalendertag nicht behauptet.
Nachbarzeichen
Vor dem Zeichen liegt Zwillinge (21. Mai – 21. Juni), danach folgt Löwe (23. Juli – 23. August). Alle zwölf Zeiträume stehen in der Sternzeichen-Tabelle.
Häufige Fragen
Fragen zum Zeichen Krebs
Welche Daten gelten für das Sternzeichen Krebs?
Nach der gebräuchlichen Tabelle vom 22. Juni bis zum 22. Juli, also 31 Tage. Der Übertritt der Sonne in das Zeichen fällt in den Jahren 1940 bis 2035 auf den 20., 21., 22. Juni.
Ist der 22. Juni noch Zwillinge oder schon Krebs?
Nach der Tabelle Krebs, und der Sonnenstand widerspricht dem nicht: der Übertritt erfolgt an diesem Tag oder bereits davor. Umgekehrt sind der 20. und 21. Juni die Tage, an denen die Tabelle noch Zwillinge sagt, die Sonne aber in manchen Jahren schon im Zeichen Krebs steht.
Welches Element hat Krebs?
Wasser. Die vier Elemente verteilen sich reihum über den Tierkreis, sodass jedes dritte Zeichen dasselbe trägt: neben Krebs sind das Skorpion und Fische.
Warum gilt Mond als herrschender Planet des Zeichens Krebs?
Die Zuordnung stammt aus der überlieferten Astrologie und ist keine astronomische Aussage: Krebs – lateinisch Cancer, das 4. der zwölf Zeichen – wurde Mond zugeordnet, dem einzigen Körper der Reihe, der die Erde selbst umläuft. Am Sonnenlauf, aus dem die Daten auf dieser Seite stammen, ändert das nichts.