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Die Zeichen

Sternzeichen Symbole: alle zwölf Zeichen und die Herkunft jeder Form

Sternzeichen Symbole sind Abkürzungen, keine Bilder: aus einem ausgeschriebenen Namen wurde ein Buchstabe, aus dem Buchstaben ein Haken. Hier stehen alle zwölf als Zeichnung und als Schriftzeichen nebeneinander.

Grabstichel auf Kupfer: die Zeichen entstanden als eingeschnittene Kürzel von Hand, nicht als gezeichnete Bilder. (mit AI erstelltes Bild) AI
Abb. 1Grabstichel auf Kupfer: die Zeichen entstanden als eingeschnittene Kürzel von Hand, nicht als gezeichnete Bilder.Mit AI erstelltes Bild

Tabelle 1Die zwölf Zeichen in der Reihenfolge des Sonnenlaufs. Links die gezeichnete Form mit einheitlicher Strichstärke, daneben dasselbe Zeichen als Schriftzeichen, wie Ihr Gerät es darstellt.

Sternzeichen Symbol Zeichen Unicode Lateinisch Datum
Widder ♈︎ U+2648 Aries 21. März – 20. April
Stier ♉︎ U+2649 Taurus 21. April – 20. Mai
Zwillinge ♊︎ U+264A Gemini 21. Mai – 21. Juni
Krebs ♋︎ U+264B Cancer 22. Juni – 22. Juli
Löwe ♌︎ U+264C Leo 23. Juli – 23. August
Jungfrau ♍︎ U+264D Virgo 24. August – 23. September
Waage ♎︎ U+264E Libra 24. September – 23. Oktober
Skorpion ♏︎ U+264F Scorpio 24. Oktober – 22. November
Schütze ♐︎ U+2650 Sagittarius 23. November – 21. Dezember
Steinbock ♑︎ U+2651 Capricornus 22. Dezember – 20. Januar
Wassermann ♒︎ U+2652 Aquarius 21. Januar – 19. Februar
Fische ♓︎ U+2653 Pisces 20. Februar – 20. März

Die gezeichneten Formen stammen aus derselben Vorlage wie die Zeichen auf den EinzelseitenCodepunkt: die Kennung im Unicode-Zeichensatz

Sternzeichen Symbole: Herkunft und Bedeutung der zwölf Formen

Die Symbole der Sternzeichen sind jünger als die Zeichen selbst, und ihre Herkunft ist eine Geschichte der Abkürzung, nicht der Abbildung. Die Einteilung der Ekliptik in zwölf Abschnitte von je dreißig Grad ist babylonisch und gut zweieinhalbtausend Jahre alt; die kleinen Merkzeichen dafür sind in ihrer heutigen Form erst im späten Mittelalter fest geworden. Dazwischen liegt eine lange Zeit, in der man die Zeichen ausschrieb: griechische Handschriften nennen KRIOS, TAUROS, DIDYMOI – Widder, Stier, Zwillinge – in Worten, nicht in Bildern.

Die ältesten erhaltenen Kurzzeichen stehen in byzantinischen Handschriften des zehnten und elften Jahrhunderts. Sie sind keine Zeichnungen von Tieren, sondern Abkürzungen: aus dem ausgeschriebenen Namen wird ein Anfangsbuchstabe, aus dem Buchstaben ein Haken, aus dem Haken ein Zeichen, das man nicht mehr lesen, nur noch erkennen kann. Genau deshalb sehen mehrere Zeichen einander so ähnlich, und genau deshalb sieht keines von ihnen wirklich wie das Tier aus, nach dem es benannt ist.

Fest wurden die Formen mit dem Buchdruck. Wer ein Kalendarium setzen wollte, brauchte für jedes Zeichen eine Type, und eine Type ist ein Gegenstand: sie lässt sich nicht von Schreiber zu Schreiber leicht verändern. Die Zeichen, die im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert in Metall geschnitten wurden, sind im Wesentlichen die, die heute auf dieser Seite stehen.

Die Herkunft jedes einzelnen Zeichens

Die Herkunft ist bei einigen Zeichen noch am Strich zu erkennen, bei anderen ist der Weg vom Wort zum Bild verwischt. Die folgenden Deutungen sind die in der Fachliteratur gängigen; bei mehreren Zeichen konkurrieren zwei Erklärungen, und wo das so ist, steht es dabei.

Widder. Zwei nach außen gerollte Hörner, in einem Zug geschrieben. Das ist die unmittelbarste der zwölf Formen: sie zeigt den Kopf des Tieres von vorn, reduziert auf die beiden Bögen. Eine zweite Lesart sieht darin die Nasenlinie mit den ansetzenden Hörnern.

Stier. Ein Kreis mit zwei aufgesetzten Hörnern, also wieder ein Kopf von vorn. Dieses Zeichen ist auch außerhalb der Zeichenreihe bekannt: dieselbe Figur steht in der älteren Chemie und Alchemie für Kupfer und Venus, und beide Verwendungen gehen auf dieselbe Bildidee zurück.

Zwillinge. Zwei senkrechte Striche, oben und unten von einem Balken zusammengehalten. Die verbreitete Deutung ist die römische Zwei, also die Zahl der Personen; eine andere sieht die beiden Pfosten eines Tores. Beide erklären dasselbe Merkmal: die Form sagt nichts über Menschen, sondern über eine Anzahl.

Krebs. Zwei gegenläufig eingerollte Bögen, die in der Druckform an eine gedrehte 69 erinnern. Gedeutet werden sie meist als die beiden Scheren des Tieres. Da das zugehörige Sternbild am Himmel kaum erkennbar ist, hatte dieses Zeichen nie eine Vorlage, die man am Nachthimmel nachprüfen konnte.

Löwe. Ein kleiner Bogen mit einer nach oben und außen laufenden Schleife. Die Fachliteratur führt die Form auf eine griechische Buchstabenligatur zurück, nicht auf eine Mähne oder einen Schwanz – die Tierdeutung ist später hinzugekommen und hält sich, weil sie eingängig ist.

Jungfrau. Ein M, dessen letzter Abstrich sich nach innen einrollt. Es steht für die ersten Buchstaben des griechischen Wortes für Jungfrau, PARTHENOS, und die Schleife am Ende ist der abgekürzte Rest. Das erklärt, warum das Zeichen nichts Menschliches zeigt.

Waage. Ein waagerechter Balken mit einem aufgesetzten flachen Bogen, darunter eine zweite Waagerechte. Zwei Deutungen stehen nebeneinander: der Balken einer Balkenwaage mit der Zunge darauf, oder die Sonne über dem Horizont – das Zeichen beginnt am Herbstpunkt, an dem die Sonne den Himmelsäquator schneidet. Die zweite Deutung passt besser zur astronomischen Bedeutung des Abschnitts.

Skorpion. Dasselbe M wie bei der Jungfrau, aber mit einem nach oben gebogenen Stachel am Ende statt der Schleife. Die Ähnlichkeit ist kein Zufall: beide Zeichen stammen aus derselben Schreibtradition, und der Unterschied liegt allein im letzten Abstrich. Wer die Sternzeichen Symbole von Hand notiert, verwechselt genau diese zwei am häufigsten.

Schütze. Ein Pfeil auf einem schrägen Strich, der die Bogensehne oder den Arm darstellt. Es ist das einzige Zeichen der Reihe, das ein Werkzeug zeigt und kein Lebewesen und keinen Buchstaben, und es ist deshalb auch das am wenigsten missverständliche.

Steinbock. Die schwierigste Form der zwölf. Sie soll den Ziegenfisch der babylonischen Überlieferung zeigen – vorn Ziege, hinten Fisch – und besteht entsprechend aus einem spitzen Ansatz mit einer angehängten Schleife. In vielen Druckschriften ist sie so weit vereinfacht, dass man sie ohne die Erklärung nicht mehr auflösen kann.

Wassermann. Zwei parallele Zickzacklinien, das gebräuchlichste Zeichen für Wasser, das es gibt: dieselbe Figur steht in ägyptischen Hieroglyphen und in modernen Karten für Welle und Fluss. Der Name täuscht dabei; das Zeichen zeigt nicht den Mann, sondern das, was er ausschüttet.

Fische. Zwei nach außen gebogene Halbmonde, in der Mitte durch einen waagerechten Strich verbunden. Der Strich ist der Teil, den man leicht übersieht, und er ist der wichtigste: die beiden Fische der Überlieferung sind aneinandergebunden, sie schwimmen in verschiedene Richtungen und kommen doch nicht auseinander.

Warum sich Jungfrau und Skorpion so ähnlich sehen

Von den zwölf Zeichen sind zwei Paare leicht zu verwechseln, und beide Verwechslungen haben denselben Grund. Jungfrau und Skorpion beginnen beide als M, weil beide aus einer Buchstabenabkürzung entstanden sind; sie unterscheiden sich nur im Auslauf des letzten Striches, innen eingerollt gegen außen gebogen. Widder und Stier zeigen beide einen Kopf mit Hörnern und unterscheiden sich dadurch, dass der Stier einen geschlossenen Kreis darunter hat und der Widder nicht.

In gedruckten Tabellen fällt das kaum auf, weil die Zeichen dort groß genug stehen. Handschriftlich und in kleinen Schriftgraden verschwindet der Unterschied schnell. Wer die Zeichen auf dieser Seite vergleicht, sieht sie in derselben Strichstärke und derselben Größe nebeneinander – das ist die einzige Anordnung, in der die vier tatsächlich auseinanderzuhalten sind.

Die Zeichen in Unicode

Alle zwölf Sternzeichen Symbole sind seit Unicode 1.1 aus dem Jahr 1993 im Zeichensatz enthalten, in einem zusammenhängenden Block von U+2648 bis U+2653, in der Reihenfolge des Sonnenlaufs. Sie liegen im Bereich Miscellaneous Symbols, zusammen mit den Planetenzeichen, den Wettersymbolen und den Schachfiguren – also unter den Zeichen, die als Schriftzeichen und nicht als Bilder gedacht sind.

Praktisch bedeutet das drei Dinge. Erstens lassen sich die Zeichen kopieren und in jedes Textfeld einsetzen, ohne dass ein Bild nötig wäre; die Tabelle oben nennt zu jedem Zeichen den Codepunkt. Zweitens werden sie von der Schrift dargestellt, die der Text sonst benutzt, und sehen deshalb je nach Gerät unterschiedlich aus – schmaler oder runder, als Strichzeichnung oder als flächige Form. Drittens führen viele Systeme dieselben Codepunkte zusätzlich als farbige Bildzeichen und setzen ohne weitere Angabe diese Form ein; die Übersicht oben verlangt darum ausdrücklich die Schriftform, damit in der Spalte eine Buchstabenform steht und kein Bild. Beides ist derselbe Codepunkt und dieselbe Bedeutung – nur eine andere Darstellung.

Wer die Zeichen sicher gleich aussehen lassen will, benutzt keine Schriftzeichen, sondern gezeichnete Formen. Genau das steht auf dieser Seite: die zwölf Figuren in der Übersicht sind Vektorzeichnungen mit einheitlicher Strichstärke und werden auf jedem Gerät gleich dargestellt, während die Spalte daneben das Schriftzeichen zeigt, das Ihr Gerät dafür einsetzt. Der Vergleich der beiden Spalten macht sichtbar, wie weit eine Schrift von der Grundform abweichen kann.

Zeichen, Symbol, Sternbild: drei verschiedene Dinge

Drei Begriffe werden im Alltag durcheinander benutzt, und für diese Seite ist die Trennung wichtig. Das Zeichen ist ein Abschnitt von dreißig Grad auf der Ekliptik – eine Strecke, keine Figur. Das Symbol ist das Merkzeichen für diesen Abschnitt, also das, was hier abgebildet ist. Das Sternbild ist eine Gruppe wirklicher Sterne, die einmal in demselben Abschnitt stand und heute, nach zweitausend Jahren Präzession, um etwa einen ganzen Abschnitt verschoben ist.

Die Symbole der Sternzeichen sagen daher nichts darüber, wo Sterne stehen. Es sagt auch nichts über Eigenschaften; es ist eine Abkürzung für eine Position, so wie ein Kürzel auf einer Landkarte eine Abkürzung für eine Ortsart ist. Wer die Sternzeichen Symbole nebeneinander betrachtet, sieht die Reihenfolge des Sonnenlaufs in zwölf Strichfiguren – nicht mehr und nicht weniger.

Für zwei der zwölf hat die Verschiebung sogar den Namen gespalten, und daran lässt sich die Herkunft der Bezeichnungen gut ablesen. Das Zeichen heißt lateinisch Scorpio, das Sternbild Scorpius; und der Ziegenfisch des Steinbocks ist am Himmel ein unauffälliges Viereck schwacher Sterne, das mit der Figur des Symbols nichts mehr zu tun hat. Die Symbole haben die Zeichen überlebt, an die sie gebunden waren, und sie sind heute das letzte Stück der Überlieferung, das jeder wiedererkennt.

Abb. 2 Woran die beiden auseinandergehen. Blass der Zug, den beide Zeichen teilen, in Farbe der letzte Abstrich, in dem sie sich unterscheiden. Gemessen an den Zeichnungen selbst misst der gemeinsame Teil 43.27 von 71.34 Einheiten der Jungfrau und von 64.89 des Skorpions – 61 beziehungsweise 67 Prozent sind derselbe Strich.

Gemeinsamer Zug

Jungfrau: die Schleife nach innen

Skorpion: der Stachel nach oben

Häufige Fragen

Fragen zu den Symbolen

Wie kann ich die Sternzeichen Symbole kopieren?

Jedes der zwölf Zeichen ist ein normales Schriftzeichen und steht in der Übersicht in einer eigenen Spalte. Es lässt sich markieren und einsetzen wie ein Buchstabe; der Codepunkt daneben, etwa U+264E für die Waage, ist die Kennung desselben Zeichens im Unicode-Zeichensatz.

Warum sehen die Zeichen auf meinem Gerät anders aus als hier?

Weil das Schriftzeichen von der Schrift dargestellt wird, die Ihr Gerät verwendet, und jede Schrift eigene Formen mitbringt. Die gezeichneten Figuren links in der Übersicht sind Vektorgrafiken mit einheitlicher Strichstärke und sehen überall gleich aus – der Unterschied zwischen den beiden Spalten zeigt genau diese Abweichung.

Welche zwei Zeichen werden am häufigsten verwechselt?

Jungfrau und Skorpion. Beide beginnen als M, weil beide aus einer griechischen Buchstabenabkürzung entstanden sind; sie unterscheiden sich nur darin, dass der letzte Abstrich bei der Jungfrau nach innen eingerollt ist und beim Skorpion als Stachel nach oben zeigt.

Zeigen die Symbole, wie das Sternbild am Himmel aussieht?

Nein. Die Symbole stehen für einen Abschnitt von dreißig Grad auf der Ekliptik, nicht für eine Sterngruppe. Die Sternbilder gleichen Namens sind durch die Präzession heute um etwa einen ganzen Abschnitt verschoben, und mehrere von ihnen ähneln der Figur des Symbols ohnehin nicht.