Zeichen 5 von 12
Sternzeichen Löwe – Datum, Symbol und Bedeutung des Zeichens
Das Sternzeichen Löwe – lateinisch Leo – gilt vom 23. Juli bis zum 23. August – 32 Tage, in denen die Sonne den 5. Abschnitt der Ekliptik durchläuft.
- Zeitraum
- 23.7. – 23.8.
- Symbol
- Element
- Feuer
- Qualität
- fix
- Herrscher
- Sonne
- Dauer
- 32 Tage
- Grenztage
- 22. Juli
Der Zeitraum und die heißesten Tage
Der Löwe ist das fünfte der zwölf Zeichen und gilt nach der gebräuchlichen Tabelle vom 23. Juli bis zum 23. August, also zweiunddreißig Tage – gemeinsam mit den Zwillingen der längste Durchgang des Jahres. Beide liegen um den Punkt der Erdbahn, an dem die Erde der Sonne am weitesten entfernt ist und sich am langsamsten bewegt.
In diese Wochen fallen in Mitteleuropa die im langjährigen Mittel wärmsten Tage – nicht die längsten, die waren im Juni. Die Verzögerung von etwa sechs Wochen zwischen dem Höchststand der Sonne und dem Wärmemaximum heißt jahreszeitliche Phasenverschiebung und entsteht daraus, dass Boden und besonders Wasser Wärme speichern: solange mehr Energie eingestrahlt wird als abgegeben, steigt die Temperatur weiter, auch wenn die Einstrahlung schon abnimmt.
Der lateinische Name für diese Wochen führt zurück an den Himmel. Als Hundstage bezeichnet man im Deutschen die heiße Zeit des Sommers, und der Name kommt von Sirius, dem Hauptstern im Großen Hund, der in der Antike zu dieser Zeit erstmals wieder in der Morgendämmerung sichtbar wurde. Man hielt sein Licht für mitverantwortlich für die Hitze. Der Zusammenhang ist falsch, die Beobachtung war richtig: der Frühaufgang des Sirius fiel damals mit dem Wärmemaximum zusammen. Wegen der Präzession hat sich das inzwischen um Wochen verschoben – die Hundstage im Kalender und der Sirius-Aufgang haben heute nichts mehr miteinander zu tun.
Das Sternbild und sein Königsstern
Der Löwe ist eines der Tierkreissternbilder, in dem sich die Figur mit einiger Übung wirklich erkennen lässt: eine Sichel bildet Kopf und Mähne, ein Dreieck den Hinterleib. Am Fuß der Sichel steht Regulus, ein bläulich-weißer Stern erster Größe.
Regulus heißt „kleiner König", eine lateinische Verkleinerung, die auf den babylonischen und persischen Namen zurückgeht: der Stern galt als einer der vier „Königssterne", die in der Antike die vier Jahresviertel markierten – neben Aldebaran im Stier, Antares im Skorpion und Fomalhaut im Südlichen Fisch. Diese vier standen einander am Himmel jeweils etwa neunzig Grad entfernt gegenüber und dienten als Fixpunkte für die Einteilung des Jahres, lange bevor es eine gleichmäßige Gradeinteilung gab.
Regulus liegt fast genau auf der Ekliptik, weniger als ein halbes Grad davon entfernt. Das hat eine sichtbare Folge: der Mond zieht regelmäßig unmittelbar an ihm vorbei und bedeckt ihn gelegentlich sogar – eine Sternbedeckung, die mit dem Fernglas gut zu verfolgen ist. Von den helleren Sternen sind nur vier so dicht an der Ekliptik, dass sie überhaupt bedeckt werden können.
Ein zweites Merkmal des Zeitraums sind die Perseiden, der bekannteste Meteorstrom des Jahres, dessen Maximum um den 12. August liegt und damit mitten in den Löwe-Zeitraum fällt. Der Name führt zum Sternbild Perseus, aus dessen Richtung die Meteore zu kommen scheinen; die Teilchen selbst stammen von einem Kometen, dessen Bahn die Erde jedes Jahr an derselben Stelle kreuzt. Mit dem Zeichen hat das nichts zu tun – aber wer nach einer Beobachtung in diesen Wochen sucht, findet hier die zuverlässigste.
Woher der Name kommt
In der babylonischen Sternliste erscheint das Sternbild als UR.GU.LA, „der große Löwe". Die Griechen nannten es Léon, die Römer Leo. Die Figur ist damit eine der ältesten und stabilsten des Tierkreises – anders als bei der Waage oder dem Widder gibt es keinen Wechsel des Bildes.
Der griechische Mythos verbindet es mit dem Nemeischen Löwen, dem ersten der zwölf Aufgaben des Herakles. Das Tier hatte ein Fell, das keine Waffe durchdrang, weshalb Herakles es erwürgte und danach dessen Fell trug. Bemerkenswert ist die Nachbarschaft am Himmel: der Krebs, der Herakles im Kampf gegen die Hydra kneifen sollte, liegt direkt daneben, und die Hydra selbst zieht sich als langes Sternbild darunter hin. Drei aufeinanderfolgende Aufgaben des Herakles stehen also in einer Himmelsregion beieinander – ein Hinweis darauf, dass die Erzählungen und die Sternbilder gemeinsam geordnet wurden, nicht unabhängig voneinander.
Das Symbol
Das Zeichen des Löwen ist ein Bogen, der in eine große Schleife übergeht und mit einem Aufschwung endet. Die verbreitete Deutung liest darin die Mähne oder den geschwungenen Schwanz des Tieres.
Eine zweite Herleitung sieht die Form als stilisierte Ligatur der griechischen Anfangsbuchstaben von Léon. Für diese Lesart spricht, dass mehrere Tierkreiszeichen in spätantiken Papyri als Buchstabenkürzel erscheinen und erst später bildlich umgedeutet wurden – bei den Zwillingen ist dieser Weg mit dem römischen Zahlzeichen sogar der wahrscheinlichere.
Element und Qualität
Der Löwe trägt in der überlieferten Einteilung das Element Feuer und die Qualität fix. Beide Begriffe gehören zur astrologischen Systematik und ordnen die Zeichen zueinander.
Die Feuergruppe bilden Widder, Löwe und Schütze. Fix sind die vier Zeichen in der Mitte einer Jahreszeit: Stier, Löwe, Skorpion, Wassermann. Der Löwe sitzt in der Mitte des Sommers, zwischen dem eröffnenden Krebs und der abschließenden Jungfrau.
Als herrschender Himmelskörper gilt die Sonne. Der Löwe ist damit neben dem Krebs mit dem Mond das zweite Zeichen mit einer eindeutigen Zuordnung; die übrigen zehn teilen sich die fünf sichtbaren Planeten. Dass gerade das Zeichen der heißesten Wochen der Sonne zugeordnet wurde, ist die naheliegendste Zuordnung des ganzen Systems.
Was die Überlieferung dem Löwen zuschreibt
Der Löwe ist das einzige Zeichen, das die Tradition der Sonne selbst zuordnet, und die Begründung ist wieder eine über den Kalender: es ist der Abschnitt des Hochsommers, in dem die Sonne am längsten und höchsten steht. Element Feuer, Qualität fix. Was die Überlieferung darüber hinaus mit dem Löwen verbindet, hängt an dieser Zuordnung und nicht umgekehrt.
Der hellste Stern des Sternbilds heißt Regulus, das kleine Königreich, und gehört zu den vier sogenannten Königssternen der antiken Astronomie. Er liegt fast genau auf der Ekliptik – nur ein halbes Grad daneben –, weshalb ihn der Mond gelegentlich bedeckt. Das ist eine messbare Eigenschaft des Sterns; alles Weitere, was an den Namen geknüpft wurde, ist Überlieferung.
Warum Löwe und Zwillinge gleich lang sind
Der Löwe und die Zwillinge sind mit je zweiunddreißig Tagen die längsten Zeichen des Jahres, und sie liegen nicht nebeneinander, sondern mit dem Krebs dazwischen. Das ist kein Zufall, sondern eine Symmetrie.
Anfang Juli erreicht die Erde ihren sonnenfernsten Punkt, das Aphel, und läuft dort am langsamsten. Die scheinbare Bewegung der Sonne vor dem Sternhintergrund ist entsprechend träge, und ein Abschnitt von dreißig Grad dauert am längsten. Dieser Punkt liegt zeitlich im Krebs – und die beiden Zeichen davor und danach liegen symmetrisch um ihn herum. Deshalb sind Zwillinge und Löwe gleich lang, und deshalb ist der Krebs mit einunddreißig Tagen nur scheinbar kürzer als seine Nachbarn: er umfasst den langsamsten Punkt, wird aber von beiden Seiten von schnelleren Abschnitten begrenzt.
Dieselbe Symmetrie findet sich am anderen Ende des Jahres, um das Perihel Anfang Januar: Schütze und Wassermann liegen mit neunundzwanzig und dreißig Tagen um den Steinbock, und alle drei gehören zu den kürzesten. Die Längen der zwölf Zeichen sind damit keine Liste von Zufallswerten, sondern eine Kurve mit einem Maximum im Sommer und einem Minimum im Winter – die Bahngeschwindigkeit der Erde, in Tagen ausgedrückt.
Wer die zwölf Werte nebeneinanderlegt, kann daraus die Exzentrizität der Erdbahn schätzen. Der Unterschied zwischen dem längsten und dem kürzesten Zeichen beträgt drei Tage auf dreißig, also etwa zehn Prozent Schwankung in der scheinbaren Geschwindigkeit – ein Wert, der sich mit der bekannten Bahnform deckt. Eine Sternzeichentabelle enthält damit, ohne es zu sagen, eine Messung der Erdbahn.
Der Löwe am Frühjahrshimmel und die Leoniden
Das Sternbild steht von Mitteleuropa aus an Abenden von Februar bis Juni hoch im Süden – gut ein halbes Jahr versetzt zu dem Zeitraum, den das Zeichen bezeichnet. Regulus bildet mit Spica in der Jungfrau und Arktur im Bärenhüter das Frühlingsdreieck.
Aus dem Sternbild kommt außerdem ein Meteorstrom, die Leoniden, deren Maximum um den 17. November liegt. Das ist ein guter Anlass, eine Verwechslung auszuräumen: ein Meteorstrom ist nach der Himmelsrichtung benannt, aus der die Meteore zu kommen scheinen, nicht nach dem Zeitpunkt. Die Leoniden haben mit dem Zeichen Löwe im Juli und August nichts zu tun – sie treten auf, wenn die Erde die Staubbahn eines Kometen kreuzt, und das ist im November. Dieselbe Unterscheidung gilt für die Aquariiden, die aus dem Wassermann kommen und im Mai und Juli auftreten.
Die Verteilung über 96 Jahre
Wie sich der Übertritt auf die Kalendertage verteilt, lässt sich für den Zeitraum 1940 bis 2035 auszählen. Die Werte für dieses Zeichen: 22. Juli: 40, 23. Juli: 56. Dabei hat sich das Bild über die Jahrhundertgrenze verschoben – bis 1999 lag der häufigste Tag auf dem 23., ab 2000 auf dem 22. Juli. Wer eine alte Tabelle mit einer neuen vergleicht, findet an dieser Grenze deshalb unterschiedliche Angaben, ohne dass eine davon falsch wäre. In einem Jahr liegt der Übertritt näher als eine Viertelstunde an Mitternacht – 1977. Für dieses Jahr wird hier kein Kalendertag behauptet: die Rechnung ist auf etwa drei Minuten genau, und die Zuordnung läge damit innerhalb ihrer eigenen Unsicherheit.
Wie die Grenze wandert
Die Tabelle nennt den 23. Juli als ersten Tag des Löwen. Gemessen fällt der Übertritt in den Jahren 1940 bis 2035 auf den 22. oder den 23. Juli – nur zwei mögliche Tage, in sechsundfünfzig Fällen der 23., in vierzig der 22.
Der Löwe gehört damit zu den Zeichen mit der engsten Streuung. Der Grund ist einfach: der langjährige Mittelwert des Übertritts liegt hier weit von Mitternacht entfernt, sodass die sechsstündige Jahresverschiebung ihn nicht regelmäßig über den Tageswechsel schiebt. Bei Zeichen wie dem Stier, deren Mittelwert dicht an einem Tageswechsel liegt, kommen drei Kalendertage vor.
Praktisch heißt das: der 22. Juli ist ein Grenztag. An ihm führt die Tabelle noch den Krebs, während die Sonne in etwa vier von zehn Jahrgängen bereits im Löwen steht. Vom 23. Juli bis zum 23. August besteht keine Unsicherheit. Für den Grenztag nennt die Seite zum Monat Juli den Zeitpunkt mit Datum und Uhrzeit für jedes Jahr.
Der Tabellentag ist einer der möglichen Übertrittstage; die Konvention markiert damit die spätere Grenze.
Wann das Zeichen wirklich beginnt
Die Tabelle setzt den Beginn auf den 23. Juli. Der gemessene Übertritt der Sonne fällt zwischen 1940 und 2035 auf den 22., 23. Juli – das Tabellendatum ist dabei der spätestmögliche Tag.
Damit sind der 22. Juli Grenztage: an ihnen steht die Sonne in manchen Geburtsjahren schon im Zeichen Löwe, während die Tabelle noch Krebs nennt. Welcher Jahrgang auf welcher Seite liegt, steht mit Datum und Uhrzeit auf der Seite Sternzeichen im Juli.
Die Zeitpunkte auf dieser Seite sind mit PyEphem 4.2.1 (libastro) aus der scheinbaren geozentrischen Länge der Sonne berechnet, bezogen auf das Äquinoktium des Datums, und in Europe/Berlin (CET/CEST) angegeben. Die Angabe ist auf etwa 3 Minuten genau; wo ein Übertritt näher als eine Viertelstunde an Mitternacht liegt, wird der Kalendertag nicht behauptet.
Nachbarzeichen
Vor dem Zeichen liegt Krebs (22. Juni – 22. Juli), danach folgt Jungfrau (24. August – 23. September). Alle zwölf Zeiträume stehen in der Sternzeichen-Tabelle.
Häufige Fragen
Fragen zum Zeichen Löwe
Welche Daten gelten für das Sternzeichen Löwe?
Nach der gebräuchlichen Tabelle vom 23. Juli bis zum 23. August, also 32 Tage. Der Übertritt der Sonne in das Zeichen fällt in den Jahren 1940 bis 2035 auf den 22., 23. Juli.
Ist der 23. Juli noch Krebs oder schon Löwe?
Nach der Tabelle Löwe, und der Sonnenstand widerspricht dem nicht: der Übertritt erfolgt an diesem Tag oder bereits davor. Umgekehrt sind der 22. Juli die Tage, an denen die Tabelle noch Krebs sagt, die Sonne aber in manchen Jahren schon im Zeichen Löwe steht.
Welches Element hat Löwe?
Feuer. Die vier Elemente verteilen sich reihum über den Tierkreis, sodass jedes dritte Zeichen dasselbe trägt: neben Löwe sind das Widder und Schütze.
Warum gilt Sonne als herrschender Planet des Zeichens Löwe?
Die Zuordnung stammt aus der überlieferten Astrologie und ist keine astronomische Aussage: Löwe – lateinisch Leo, das 5. der zwölf Zeichen – wurde Sonne zugeordnet, dem Körper, dessen Lauf die zwölf Abschnitte überhaupt erst definiert. Am Sonnenlauf, aus dem die Daten auf dieser Seite stammen, ändert das nichts.