Zeichen 8 von 12
Sternzeichen Skorpion – Datum, Symbol und Bedeutung des Zeichens
Das Sternzeichen Skorpion – lateinisch Scorpio – gilt vom 24. Oktober bis zum 22. November – 30 Tage, in denen die Sonne den 8. Abschnitt der Ekliptik durchläuft.
- Zeitraum
- 24.10. – 22.11.
- Symbol
- Element
- Wasser
- Qualität
- fix
- Herrscher
- Pluto
- Dauer
- 30 Tage
- Grenztage
- 22. Oktober und 23. Oktober
Das Datum und die Länge des Zeitraums
Der Skorpion ist das achte der zwölf Zeichen und gilt nach der gebräuchlichen Tabelle vom 24. Oktober bis zum 22. November – dreißig Tage, genau so viele wie die Waage davor. Die beiden Herbstzeichen sind damit gleich lang, und das ist kein Zufall: sie liegen symmetrisch zu dem Abschnitt der Erdbahn, auf dem sich die Bahngeschwindigkeit am gleichmäßigsten ändert. Erst der Schütze im Vorwinter fällt auf neunundzwanzig Tage ab, das kürzeste Zeichen des Jahres.
In diesen dreißig Tagen sinkt die Sonne von etwa null Grad Deklination auf etwa zwanzig Grad südlich des Äquators. Für Mitteleuropa heißt das: die Mittagshöhe der Sonne nimmt um rund zwanzig Grad ab, und der Tag verliert eine weitere Stunde und vierzig Minuten – in Berlin von 10 Stunden 15 Minuten auf 8 Stunden 36 Minuten. Der Zeitraum des Skorpions enthält damit den Übergang, den man landläufig als den Beginn des dunklen Halbjahres beschreibt – und in dessen Mitte in vielen europäischen Traditionen die Totengedenktage liegen.
Das größte Sternbild, das kein ganzes mehr ist
Der Skorpion ist eines der wenigen Tierkreissternbilder, das sich am Himmel wirklich als Figur lesen lässt: ein geschwungener Haken aus hellen Sternen, der nach Süden hin abtaucht. Von Mitteleuropa aus ist er ein Sommersternbild und steht nur flach über dem Horizont; der Schwanz mit dem Stachel bleibt in Deutschland zum Teil unter dem Horizont und ist erst weiter südlich vollständig zu sehen.
Sein hellster Stern ist Antares, ein roter Überriese von etwa erster Größe, dessen Name aus dem Griechischen kommt und „Gegen-Ares" bedeutet, also Gegenspieler des Mars. Der Grund ist seine Farbe: Antares leuchtet deutlich rötlich, und wenn der ebenfalls rötliche Mars in seiner Nähe steht, sind die beiden auf den ersten Blick verwechselbar. Die Benennung ist damit eine der ältesten überlieferten Beobachtungsnotizen, die als Name überlebt hat.
Wie bei allen zwölf Zeichen deckt sich der Abschnitt heute nicht mehr mit dem Sternbild. Wenn die Sonne rechnerisch in das Zeichen Skorpion tritt, steht sie vor dem Sternbild Waage. Und weil das Sternbild Skorpion in seiner heutigen Abgrenzung schmaler ist als dreißig Grad – die Waage wurde ihm in der Antike abgeschnitten, die beiden Waagschalen waren seine Scheren – durchläuft die Sonne den Sternbildskorpion in nur etwa einer Woche. Das ist der kürzeste Durchgang durch ein Tierkreissternbild überhaupt.
Dazu kommt eine Eigenart, die die Verwirrung vollendet: die Ekliptik streift am Rand des Skorpions das Sternbild Schlangenträger, Ophiuchus, das nicht zu den zwölf Zeichen gehört. Die Sonne steht dort tatsächlich länger als im Sternbild Skorpion. Daraus ist mehrfach die Behauptung entstanden, es gebe „ein dreizehntes Sternzeichen". Sie verwechselt die beiden Begriffe: die zwölf Zeichen sind eine gleichmäßige Skala von je dreißig Grad und ändern sich nicht dadurch, dass die Sternbildgrenzen darunter anders verlaufen. Wer nach Sternbildern zählen will, kommt auf dreizehn – und muss dann auch die ungleichen Durchgangszeiten von einer Woche bis über einen Monat in Kauf nehmen.
Der Name und seine Bedeutung
Der Skorpion ist eines der ältesten Sternbilder überhaupt und in Mesopotamien schon im zweiten Jahrtausend vor unserer Zeit belegt. In der babylonischen Sternliste MUL.APIN erscheint er als MUL.GIR.TAB, was sich als „der Skorpion" liest und wörtlich etwa „der Stechende" oder „der Brennende" bedeutet. Die Griechen übernahmen ihn als Skorpiós, die Römer als Scorpius.
Die griechische Mythologie liefert dazu eine Erzählung, die sich an der Himmelsgeografie festmacht: Der Jäger Orion habe sich gerühmt, jedes Tier töten zu können, woraufhin ein Skorpion ihn stach und tötete. Beide seien an den Himmel versetzt worden – aber auf gegenüberliegende Seiten, damit sie sich nie begegnen. Das ist am Himmel nachprüfbar und stimmt: Orion und Skorpion stehen einander fast genau gegenüber, und wenn das eine im Osten aufgeht, ist das andere im Westen schon untergegangen. Die Geschichte erklärt also nicht das Sternbild, sondern eine Beobachtung – was für antike Sternsagen häufiger der Fall ist, als man vermutet.
Das Symbol
Das Zeichen des Skorpions besteht aus drei Bögen und einem Pfeil, der am Ende nach oben ausschlägt. Der Pfeil ist der Stachel, die Bögen sind der Körper – so weit ist die Deutung unstrittig.
Interessanter ist der Vergleich mit dem Zeichen der Jungfrau, das aus denselben Bögen besteht, aber am Ende eine geschlossene Schleife trägt statt eines Auswurfs. Beide Zeichen sind in mittelalterlichen Handschriften bis zur Verwechselbarkeit ähnlich, und in mehreren Quellen sind sie schlicht vertauscht. Die heutige klare Trennung – Schleife für die Jungfrau, Stachel für den Skorpion – hat sich erst mit dem Buchdruck durchgesetzt, als Symbole in Metall geschnitten und damit fixiert wurden.
Element und Qualität
Der Skorpion trägt in der überlieferten Einteilung das Element Wasser und die Qualität fix. Beides sind Begriffe der astrologischen Systematik und beschreiben die Ordnung der Zeichen untereinander, nicht die Himmelskörper.
Die Wassergruppe bilden Krebs, Skorpion und Fische, jeweils vier Zeichen voneinander entfernt. Fix sind die vier Zeichen, die in der Mitte einer Jahreszeit liegen und nicht an ihrem Anfang: Stier, Löwe, Skorpion, Wassermann. Der Skorpion sitzt damit in der Mitte des Herbstes, zwischen dem eröffnenden Zeichen Waage und dem abschließenden Schützen – eine Einteilung, die dem astronomischen Verlauf der Jahreszeit folgt.
Als herrschender Planet wird heute meist Pluto genannt, in der älteren Überlieferung der Mars. Der Wechsel ist erklärbar: Pluto wurde erst 1930 entdeckt, und die astrologische Zuordnung folgte der Entdeckung. Dass die Internationale Astronomische Union Pluto 2006 als Zwergplaneten neu einordnete, hat an der astrologischen Zuordnung nichts geändert – ein Hinweis darauf, dass die beiden Systeme unabhängig voneinander arbeiten.
Was die Überlieferung dem Skorpion zuschreibt
Beim Skorpion lässt sich am besten zeigen, dass die Zuordnungen keine feste Lehre sind, sondern eine Überlieferung, die sich geändert hat. Klassisch, bei Ptolemäus, führt Mars dieses Zeichen. Seit der Entdeckung des Pluto im Jahr 1930 nennen viele Darstellungen stattdessen ihn – eine Zuordnung, die jünger ist als das Radio. Beide Angaben stehen heute nebeneinander, und wer eine Tabelle liest, sollte wissen, welche von beiden sie benutzt.
Dasselbe gilt für zwei weitere Zeichen: dem Wassermann wurde nach 1781 Uranus zugeordnet, den Fischen nach 1846 Neptun, vorher Saturn und Jupiter. Element und Qualität des Skorpions – Wasser und fix – sind dagegen unverändert, weil sie aus der Stellung im Tierkreis folgen und nicht aus dem Bestand der bekannten Planeten.
Antares
Der Hauptstern des Skorpions ist einer der auffälligsten des ganzen Himmels und einer der wenigen, deren Farbe niemand übersehen kann. Antares ist ein roter Überriese: ein Stern, der seinen Wasserstoffvorrat im Kern verbraucht hat und sich daraufhin enorm aufgebläht hat. Sein Durchmesser beträgt einige Hundert Sonnendurchmesser – stünde er an der Stelle unserer Sonne, reichte seine Oberfläche über die Marsbahn hinaus.
Seine Helligkeit schwankt leicht und unregelmäßig, weil solche Sterne pulsieren; die Schwankung ist mit dem bloßen Auge nicht zuverlässig zu erkennen, in Messreihen aber deutlich. Antares hat außerdem einen Begleitstern, einen bläulichen Hauptreihenstern, der im Glanz des Riesen fast untergeht und nur unter guten Bedingungen im Teleskop zu trennen ist.
Sterne dieser Klasse haben eine kurze Lebensdauer – Millionen statt Milliarden Jahre – und enden als Supernova. Antares wird also irgendwann explodieren, aber „irgendwann" heißt in diesem Zusammenhang innerhalb der nächsten paar Hunderttausend bis wenige Millionen Jahre, was jede Vorhersage für einen menschlichen Zeithorizont bedeutungslos macht. Wer im Netz liest, das stehe unmittelbar bevor, liest eine Übertreibung.
Der Name selbst ist eine Beobachtungsnotiz, die als Wort überlebt hat: griechisch Antáres, „Gegen-Ares", also Gegenspieler des Mars. Gemeint ist die Verwechslungsgefahr – beide sind rötlich, und wenn der Mars in seiner Bahn am Skorpion vorbeizieht, stehen zwei ähnlich helle rote Punkte nebeneinander. Weil der Mars durch den ganzen Tierkreis läuft, wiederholt sich das etwa alle zwei Jahre.
Warum der Skorpion in Deutschland nie ganz zu sehen ist
Der Skorpion ist ein Sternbild des Südens. Sein nördlicher Teil mit Antares steht in Mitteleuropa im Sommer knapp über dem Horizont, der Schwanz mit dem Stachel bleibt in Deutschland teilweise darunter – je weiter nördlich, desto mehr fehlt.
Der Grund ist die Deklination: das Sternbild liegt deutlich südlich des Himmelsäquators, und ein Objekt ist von einem Ort nur dann sichtbar, wenn seine Deklination größer ist als die Breite des Ortes minus neunzig Grad. Für Hamburg auf etwa dreiundfünfzig Grad nördlicher Breite heißt das: alles unterhalb von etwa siebenunddreißig Grad südlicher Deklination bleibt permanent unter dem Horizont. Der Stachel des Skorpions liegt genau in diesem Bereich.
Dazu kommt ein zweiter Effekt, der auch das Sichtbare entwertet: was flach über dem Horizont steht, wird durch die dickere Luftschicht abgeschwächt und durch Dunst und künstliches Licht zusätzlich verschluckt. Ein Sternbild, das in Griechenland hoch und vollständig steht, ist in Norddeutschland ein Rest über dem Horizontdunst. Die antike Benennung erfolgte in Breiten, in denen die Figur ganz zu sehen war – ein Umstand, der bei mehreren südlichen Tierkreissternbildern erklärt, warum ihre Bilder für uns schwer nachvollziehbar sind.
Der Schlangenträger und die Rede vom dreizehnten Zeichen
Kaum eine Behauptung über Sternzeichen hält sich so zuverlässig wie die vom „dreizehnten Sternzeichen". Sie hat einen realen Kern und eine falsche Schlussfolgerung, und der Skorpion ist die Stelle, an der beides sichtbar wird.
Der reale Kern: die Ekliptik – die scheinbare Jahresbahn der Sonne – verläuft nicht nur durch die zwölf Tierkreissternbilder, sondern streift zwischen Skorpion und Schütze auch das Sternbild Schlangenträger, Ophiuchus. Das ist keine neue Entdeckung, sondern seit der Antike bekannt und in den 1930er Jahren mit der internationalen Festlegung der Sternbildgrenzen präzise dokumentiert. Die Sonne steht dort tatsächlich, und zwar länger als im Sternbild Skorpion selbst, weil dieses seit der Abtrennung der Waage schmal ist.
Die falsche Schlussfolgerung ist der Satz „es gibt also dreizehn Sternzeichen". Ein Zeichen ist kein Sternbild, sondern ein Abschnitt von exakt dreißig Grad, gezählt vom Frühlingspunkt. Zwölf mal dreißig ergibt dreihundertsechzig – die Zwölfteilung ist eine Eigenschaft des Kreises und nicht der Sterne. Wer stattdessen nach Sternbildern zählt, bekommt dreizehn Abschnitte, muss dafür aber Durchgangszeiten von etwa einer Woche bis über einen Monat in Kauf nehmen und krumme, nachträglich festgelegte Grenzen als Datumsgrenzen benutzen.
Beide Systeme sind widerspruchsfrei, sie beantworten nur verschiedene Fragen. Das eine sagt, wo die Sonne auf der Skala des Sonnenjahres steht; das andere, vor welchen Sternen sie steht. Die gebräuchliche Sternzeichentabelle folgt dem ersten, und in ihr gibt es zwölf Abschnitte – nicht weil man den Schlangenträger übersehen hätte, sondern weil er in diesem System keine Rolle spielt.
Der Mars und der Stern, der nach ihm benannt ist
Etwa alle zwei Jahre zieht der Mars durch den Skorpion und passiert dabei Antares. Weil beide rötlich und ähnlich hell sind, stehen dann zwei rote Punkte nebeneinander, die sich mit dem bloßen Auge kaum unterscheiden lassen – die Beobachtung, aus der der Name des Sterns entstanden ist.
Der Zeitabstand ergibt sich aus der Umlaufzeit: der Mars braucht knapp zwei Jahre für eine Runde um die Sonne, die Erde eines, und die Konstellation wiederholt sich entsprechend nach etwa siebenundzwanzig Monaten. Wer die beiden nebeneinander sehen will, muss also nicht lange warten, und der Unterschied ist bei genauem Hinsehen doch erkennbar: der Mars zeigt eine ruhige Scheibe, Antares funkelt, weil ein punktförmiger Stern von der Luftunruhe stärker betroffen ist als ein flächiges Objekt. Das ist die einfachste Methode, einen Planeten von einem Stern zu unterscheiden, und sie funktioniert ohne jedes Gerät.
Historisch war diese Region deshalb ein bevorzugter Ort für Beobachtungsnotizen. Babylonische Tontafeln verzeichnen Positionen des Mars relativ zu Antares, und weil sich solche Konstellationen rückrechnen lassen, sind diese Tafeln heute Datierungshilfen für die Chronologie des Alten Orients. Eine Notiz über zwei rote Punkte am Himmel ist damit eine der belastbarsten Datumsangaben, die aus dieser Zeit überliefert sind.
Das schmalste Sternbild und das gleich breite Zeichen
Der Skorpion zeigt den Unterschied zwischen Zeichen und Sternbild deutlicher als jedes andere, weil beide hier besonders stark auseinanderfallen.
Das Zeichen ist dreißig Grad breit, wie alle zwölf – die Sonne braucht dafür dreißig Tage. Das Sternbild dagegen ist in seiner heutigen Abgrenzung schmal, weil ihm in der Antike die Scheren abgetrennt und zur Waage gemacht wurden. Die Sonne durchläuft es deshalb in etwa einer Woche, und das ist der kürzeste Durchgang durch ein Tierkreissternbild überhaupt. Am anderen Ende der Skala steht die Jungfrau, durch die die Sonne mehr als sechs Wochen braucht.
Diese Spanne – eine Woche bis sechs Wochen – ist der eigentliche Grund, warum die Zeichen nicht an die Sternbilder gebunden wurden. Ein Kalender braucht gleich lange Abschnitte, und die Sternbilder liefern sie nicht. Die Zwölfteilung des Kreises in gleiche dreißig Grad ist damit keine Vereinfachung, sondern die Voraussetzung dafür, dass die Einteilung überhaupt als Zeitmaß taugt. Wer sie durch die Sternbildgrenzen ersetzen will, bekommt ein System, in dem ein Abschnitt sechsmal so lang ist wie ein anderer.
Skorpion und Orion stehen einander gegenüber
Die Erzählung, nach der Skorpion und Orion an den Himmel versetzt wurden, damit sie sich nie begegnen, ist nachprüfbar – und sie stimmt. Die beiden Sternbilder liegen einander auf der Himmelskugel fast genau gegenüber, mit einem Abstand von etwa einhundertachtzig Grad in der Rektaszension.
Die Folge ist eine strenge Abwechslung: wenn der Skorpion im Süden steht, ist Orion unter dem Horizont, und umgekehrt. Für Mitteleuropa heißt das, dass Orion das Leitsternbild der Winterabende ist und der Skorpion das der Sommerabende – die beiden sind an keinem Abend des Jahres gleichzeitig gut zu sehen. Beim Aufgang des einen geht das andere unter, was antike Beobachter als Flucht deuteten.
Solche Fälle sind selten und deshalb aufschlussreich: die meisten Sternsagen erklären ein Bild, das ohnehin da war. Hier erklärt die Sage eine Bewegung – eine Beziehung zwischen zwei Sternbildern, die man nur bemerkt, wenn man über Monate hinweg beobachtet. Die Geschichte ist damit die Verpackung einer Beobachtungsnotiz, und zwar einer, für die man Geduld gebraucht hat.
Die Verteilung über 96 Jahre
Wie sich der Übertritt auf die Kalendertage verteilt, lässt sich für den Zeitraum 1940 bis 2035 auszählen. Die Werte für dieses Zeichen: 22. Oktober: 2, 23. Oktober: 78, 24. Oktober: 16. Der 23. Oktober ist damit über den ganzen Zeitraum der häufigste Fall, und die Verteilung ist im 20. und im 21. Jahrhundert im Wesentlichen dieselbe. In drei Jahren liegt der Übertritt näher als eine Viertelstunde an Mitternacht – 1954, 1987, 2024. Für diese Jahrgänge wird hier kein Kalendertag behauptet: die Rechnung ist auf etwa drei Minuten genau, und die Zuordnung läge damit innerhalb ihrer eigenen Unsicherheit.
Wann der Skorpion zu sehen ist
Der Skorpion ist von Mitteleuropa aus ein Sternbild der Sommerabende, von Juni bis August, und steht dabei nie hoch – Antares erreicht in Norddeutschland kaum mehr als eine Handbreit über dem Südhorizont. Wer ihn sehen will, braucht einen freien Blick nach Süden und eine Stunde nach Einbruch der Dunkelheit; im Hochsommer bleibt dafür nur ein kurzes Fenster, weil es spät dunkel wird und der Skorpion früh untergeht.
Antares ist dabei nicht zu verwechseln: es ist der einzige helle rötliche Punkt in dieser Himmelsgegend. Rechts davon, also weiter westlich, liegen die beiden Sterne, die einmal die Scheren waren und heute die Waage bilden – ein Blick, der die Trennung der beiden Sternbilder unmittelbar nachvollziehbar macht.
Von wann bis wann das Sternzeichen Skorpion gilt
Von wann bis wann das Sternzeichen Skorpion reicht, hängt davon ab, welche der beiden Antworten gemeint ist. Nach der gebräuchlichen Tabelle läuft es vom 24. Oktober bis zum 22. November, und dieses Datum ist im Alltag die verbindliche Auskunft. Nach dem berechneten Sonnenstand fällt der Beginn über die Jahre 1940 bis 2035 auf den 22., 23. oder 24. Oktober – ein Unterschied, der nur die Geburtstage unmittelbar an der Grenze betrifft.
Von wann bis wann die Sonne rechnerisch im Zeichen steht, steht damit in der Tabelle oben; das Sternzeichen Skorpion der Tabelle bleibt daneben unverändert. An der Bedeutung des Zeichens ändert die Verschiebung nichts: das Sternzeichen Skorpion ist der achte Abschnitt von dreißig Grad auf der Ekliptik, und diese Bedeutung ist eine Aussage über Winkel, nicht über Kalendertage. Auch das Sternbild Skorpion bleibt davon unberührt – es liegt heute rund einen Zeichenabschnitt weiter, und das Skorpion Zeichen der Tabelle folgt nicht ihm, sondern der Rechnung.
Wie die Grenze wandert
Die Tabelle nennt den 24. Oktober als ersten Tag des Skorpions. Gemessen fällt der Übertritt in den Jahren 1940 bis 2035 auf den 22., 23. oder 24. Oktober, und in der weit überwiegenden Zahl der Jahre auf den 23. Das Tabellendatum ist damit auch hier der spätestmögliche Tag und nicht der wahrscheinlichste.
Wer den Vergleich über mehrere Jahre nebeneinander legt, sieht das Sägezahnmuster deutlich: der Zeitpunkt rückt drei Jahre in Folge um jeweils knapp sechs Stunden vor und springt im Schaltjahr um fast einen Tag zurück. Der 22. Oktober kommt dabei nur in den Jahren unmittelbar nach einem Schalttag vor, wenn der Übertritt in die späten Abendstunden des Vortages rutscht.
Praktisch heißt das: der 22. und der 23. Oktober sind Grenztage. An ihnen führt die Tabelle noch die Waage, während die Sonne in einem Teil der Jahrgänge bereits im Skorpion steht. Vom 24. Oktober bis zum 22. November besteht keine Unsicherheit. Für die beiden Grenztage nennt die Seite zum Monat Oktober den Zeitpunkt mit Datum und Uhrzeit für jedes Jahr.
Der Tabellentag ist einer der möglichen Übertrittstage; die Konvention markiert damit die spätere Grenze.
Wann das Zeichen wirklich beginnt
Die Tabelle setzt den Beginn auf den 24. Oktober. Der gemessene Übertritt der Sonne fällt zwischen 1940 und 2035 auf den 22., 23., 24. Oktober – das Tabellendatum ist dabei der spätestmögliche Tag.
Damit sind der 22. und der 23. Oktober Grenztage: an ihnen steht die Sonne in manchen Geburtsjahren schon im Zeichen Skorpion, während die Tabelle noch Waage nennt. Welcher Jahrgang auf welcher Seite liegt, steht mit Datum und Uhrzeit auf der Seite Sternzeichen im Oktober.
Die Zeitpunkte auf dieser Seite sind mit PyEphem 4.2.1 (libastro) aus der scheinbaren geozentrischen Länge der Sonne berechnet, bezogen auf das Äquinoktium des Datums, und in Europe/Berlin (CET/CEST) angegeben. Die Angabe ist auf etwa 3 Minuten genau; wo ein Übertritt näher als eine Viertelstunde an Mitternacht liegt, wird der Kalendertag nicht behauptet.
Nachbarzeichen
Vor dem Zeichen liegt Waage (24. September – 23. Oktober), danach folgt Schütze (23. November – 21. Dezember). Alle zwölf Zeiträume stehen in der Sternzeichen-Tabelle.
Häufige Fragen
Fragen zum Zeichen Skorpion
Welche Daten gelten für das Sternzeichen Skorpion?
Nach der gebräuchlichen Tabelle vom 24. Oktober bis zum 22. November, also 30 Tage. Der Übertritt der Sonne in das Zeichen fällt in den Jahren 1940 bis 2035 auf den 22., 23., 24. Oktober.
Ist der 24. Oktober noch Waage oder schon Skorpion?
Nach der Tabelle Skorpion, und der Sonnenstand widerspricht dem nicht: der Übertritt erfolgt an diesem Tag oder bereits davor. Umgekehrt sind der 22. und 23. Oktober die Tage, an denen die Tabelle noch Waage sagt, die Sonne aber in manchen Jahren schon im Zeichen Skorpion steht.
Welches Element hat Skorpion?
Wasser. Die vier Elemente verteilen sich reihum über den Tierkreis, sodass jedes dritte Zeichen dasselbe trägt: neben Skorpion sind das Krebs und Fische.
Warum gilt Pluto als herrschender Planet des Zeichens Skorpion?
Die Zuordnung stammt aus der überlieferten Astrologie und ist keine astronomische Aussage: Skorpion – lateinisch Scorpio, das 8. der zwölf Zeichen – wurde Pluto zugeordnet, dem Körper, den die Astronomie 2006 zum Zwergplaneten zurückstufte. Am Sonnenlauf, aus dem die Daten auf dieser Seite stammen, ändert das nichts.