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Zeichen 7 von 12

Sternzeichen Waage – Datum, Symbol und Bedeutung des Zeichens

Das Sternzeichen Waage – lateinisch Libra – gilt vom 24. September bis zum 23. Oktober – 30 Tage, in denen die Sonne den 7. Abschnitt der Ekliptik durchläuft.

Zeitraum
24.9. – 23.10.
Symbol
Element
Luft
Qualität
kardinal
Herrscher
Venus
Dauer
30 Tage
Grenztage
22. September und 23. September
Balkenwaage im Gleichgewicht – das Bild, dem das Zeichen seinen Namen verdankt. (mit AI erstelltes Bild) AI
Abb. 1Balkenwaage im Gleichgewicht – das Bild, dem das Zeichen seinen Namen verdankt.Mit AI erstelltes Bild

Das Datum und warum der Zeitraum dreißig Tage misst

Die Waage ist das siebte der zwölf Zeichen und läuft nach der gebräuchlichen Tabelle vom 24. September bis zum 23. Oktober. Dreißig Tage – einen Tag weniger als der Durchgang durch die Jungfrau davor, einen Tag mehr als der durch den Schützen im November. Diese Ungleichheit ist kein Rundungsfehler. Die zwölf Abschnitte, in die die Ekliptik geteilt wird, sind exakt gleich groß: je dreißig Grad. Ungleich ist die Zeit, die die Sonne braucht, um sie zu durchlaufen.

Der Grund liegt in der Form der Erdbahn. Sie ist eine Ellipse, keine Kreisbahn, und die Erde bewegt sich auf ihr nicht mit gleichmäßiger Geschwindigkeit. Anfang Januar steht sie der Sonne am nächsten und läuft am schnellsten; Anfang Juli ist sie am weitesten entfernt und am langsamsten. Von der Erde aus betrachtet überträgt sich das auf die scheinbare Bewegung der Sonne vor dem Sternhintergrund: im Sommer schiebt sie sich träge voran, im Winter zügig. Der Herbst liegt dazwischen, auf dem absteigenden Ast. Deshalb dauert die Waage dreißig Tage, während die Zwillinge im Frühsommer zweiunddreißig brauchen.

Die Grenze am Anfang des Zeitraums ist keine willkürliche: sie ist die Tagundnachtgleiche des Herbstes. In dem Moment, in dem die Sonne die Waage erreicht, steht sie genau über dem Äquator, und Tag und Nacht sind auf der ganzen Erde nahezu gleich lang. Von den zwölf Zeichengrenzen sind vier durch ein solches astronomisches Ereignis definiert – zwei Tagundnachtgleichen und zwei Sonnenwenden. Die Waage ist eine davon.

Das Zeichen und das Sternbild sind nicht dasselbe

Wer im Herbst nach der Waage am Himmel sucht, findet sie nicht dort, wo die Sonne gerade steht. Zeichen und Sternbild sind zwei verschiedene Dinge, und sie liegen heute rund einen Abschnitt auseinander.

Ein Zeichen ist ein Maß: dreißig Grad auf der Ekliptik, gezählt vom Frühlingspunkt. Ein Sternbild ist eine Figur, die Menschen in eine Gruppe von Sternen hineingesehen haben – ungleich groß, mit krummen Grenzen, historisch gewachsen. Vor etwa zweitausend Jahren, als die Zuordnung festgelegt wurde, deckten sich beide noch ungefähr. Seither hat sich der Frühlingspunkt verschoben: die Erdachse taumelt langsam, mit einer Periode von rund 25.800 Jahren, und mit ihr wandert der Nullpunkt der Zählung. Etwa fünfzig Bogensekunden pro Jahr, ein Grad in siebzig Jahren, ein ganzes Zeichen in gut zwei Jahrtausenden.

Das Ergebnis: wenn die Sonne rechnerisch in das Zeichen Waage eintritt, steht sie vor dem Sternbild Jungfrau. Beide Angaben sind richtig – sie beantworten verschiedene Fragen. Die eine sagt, wo die Sonne auf der Skala des Sonnenjahres steht; die andere, vor welchen Sternen sie tatsächlich zu sehen wäre, wenn das Tageslicht sie nicht überstrahlte.

Das Sternbild selbst ist unauffällig. Sein hellster Stern heißt Zubeneschamali, ein Name, der über das Arabische auf „die nördliche Schere" zurückgeht – und damit auf die Herkunft des ganzen Sternbildes: es war in der Antike Teil des Skorpions. Die beiden Sterne, die heute die Waagschalen markieren, galten als dessen Scheren. Auch der zweithellste Stern trägt diese Erinnerung im Namen, Zubenelgenubi, „die südliche Schere". Die Waage ist damit das einzige Tierkreiszeichen, dessen Sternbild jünger ist als seine Nachbarn: es wurde aus dem Skorpion herausgeschnitten.

Der Name und seine Bedeutung

Die Waage ist das einzige der zwölf Zeichen, das weder ein Tier noch einen Menschen darstellt, sondern ein Gerät. Das ist auffällig genug, dass man nach dem Grund fragt.

Die Antwort führt zurück zur Tagundnachtgleiche. In dem Abschnitt, in dem die Sonne den Äquator überschreitet, stehen Tag und Nacht im Gleichgewicht – und ein Balken mit zwei gleich beladenen Schalen ist das nächstliegende Bild dafür. In Mesopotamien hieß der Abschnitt ZIB.BA.AN.NA, „die Waage des Himmels". Von dort übernahmen die Griechen die Vorstellung als Zygós, das Joch oder die Waage, und die Römer als Libra – ein Wort, das im Lateinischen zugleich das Wägegerät und eine Gewichtseinheit bezeichnete, das römische Pfund. Die abgekürzte Form dieser Einheit steckt bis heute im englischen Pfundzeichen und im Kürzel lb.

Es gibt eine zweite Spur, die in dieselbe Richtung zeigt. In der römischen Überlieferung galt die Waage auch als das Instrument der Iustitia, der Gerechtigkeit, die abwägt, ohne anzusehen. Die Verbindung von Gleichgewicht, Urteil und Waage ist älter als das Sternbild und hat sich mit ihm verbunden, nicht umgekehrt.

Das Symbol

Das Zeichen der Waage ist eines der schlichtesten des Tierkreises: ein waagerechter Balken, darüber ein zweiter, in der Mitte erhöht. Es lässt sich als vereinfachter Waagebalken über einer Standlinie lesen, und so wird es meist erklärt.

Die ältere Herleitung ist eine andere. In byzantinischen Handschriften erscheint das Zeichen als Kombination aus einem Strich und einem darüberliegenden Halbrund – vermutlich eine stilisierte Sonne über dem Horizont, also genau das Bild der Tagundnachtgleiche: der Moment, in dem die Sonne die Linie überschreitet. Beide Deutungen laufen auf dasselbe zu, was für die Zuverlässigkeit der zweiten spricht: das Symbol beschreibt nicht das Gerät, sondern das Ereignis.

Element und Qualität

In der überlieferten Einteilung trägt die Waage das Element Luft und die Qualität kardinal. Beide Begriffe gehören zur Systematik der Astrologie, nicht zur Astronomie – sie beschreiben, wie die zwölf Zeichen zueinander geordnet sind, und behaupten nichts über Himmelskörper.

Die vier Elemente verteilen sich reihum, sodass jedes vierte Zeichen dasselbe trägt: mit der Waage bilden die Zwillinge und der Wassermann die Luftgruppe. Die drei Qualitäten – kardinal, fix, veränderlich – laufen in Dreierschritten durch dasselbe Muster. Kardinal sind die vier Zeichen, die eine Jahreszeit eröffnen: Widder den Frühling, Krebs den Sommer, Waage den Herbst, Steinbock den Winter. Die Zuordnung ist also nicht willkürlich, sondern folgt genau den vier astronomisch definierten Grenzen, von denen oben die Rede war.

Als herrschender Planet gilt die Venus, die in dieser Systematik auch dem Stier zugeordnet ist. Die Doppelzuordnung ist ein Rest der antiken Aufteilung, in der nur sieben Wandelsterne für zwölf Zeichen zur Verfügung standen: Sonne und Mond bekamen je eines, die übrigen fünf je zwei.

Was die Überlieferung der Waage zuschreibt

Die Waage ist das einzige der zwölf Zeichen, das nach einem Gegenstand benannt ist und nicht nach einem Lebewesen, und sie ist auch das jüngste: die Griechen nannten diesen Bereich des Himmels lange die Scheren des Skorpions, und erst die römische Überlieferung führt die Waage als eigenes Zeichen. Herrscherin ist Venus, geteilt mit dem Stier; zugeordnet sind Luft und die Qualität kardinal.

Die Begründung der Tradition ist hier ungewöhnlich sachlich: das Zeichen beginnt am Herbstpunkt, an dem Tag und Nacht gleich lang sind, und eine Waage im Gleichgewicht ist genau dieses Bild. Was später an Zuschreibungen dazukam, setzt an diesem Gleichgewicht an – es ist eine Aussage über einen Tag im Jahr, nicht über Menschen.

Der Herbstpunkt als Anfang eines Kalenders

Weil die Tagundnachtgleiche ein beobachtbares Ereignis ist und kein vereinbartes Datum, hat sie mehr als einmal als Jahresanfang gedient. Das bekannteste Beispiel ist der französische Revolutionskalender: sein Jahr begann nicht am 1. Januar, sondern an dem Tag, an dem in Paris die Herbst-Tagundnachtgleiche eintrat. Der erste Monat hieß Vendémiaire, der Weinlesemonat, und sein erster Tag verschob sich entsprechend von Jahr zu Jahr – genau die Wanderung, die auch die Zeichengrenze betrifft. Der Kalender hielt zwölf Jahre, dann kehrte Frankreich zum gregorianischen zurück, unter anderem weil ein Jahresanfang, den man jedes Jahr neu ausrechnen muss, verwaltungstechnisch unbequem ist.

Dasselbe Problem in kleinerem Maßstab erklärt, warum die gebräuchliche Sternzeichentabelle feste Kalendertage nennt. Eine Tabelle, die den Übertritt für jeden Jahrgang einzeln angibt, ist genauer und unhandlich; eine Tabelle mit einem festen Datum ist handlich und in einigen Jahren um einen Tag daneben. Beide Entscheidungen sind vertretbar, solange man weiß, welche man gerade liest.

Was in diesen dreißig Tagen am Himmel geschieht

Der Zeitraum der Waage hat eine Eigenschaft, die keiner der Sommer- oder Wintermonate teilt: die Tage werden in ihm schneller kürzer als zu jeder anderen Zeit des Jahres. Das klingt zunächst widersprüchlich, denn die kürzesten Tage kommen erst im Dezember. Entscheidend ist aber nicht die Länge, sondern ihre Änderungsrate, und die ist genau an den Tagundnachtgleichen am größten.

Der Grund ist geometrisch. Die Sonne läuft im Laufe des Jahres zwischen den Wendekreisen auf und ab; ihre Höhe über dem Äquator, die Deklination, folgt dabei annähernd einer Sinuskurve. Eine Sinuskurve steigt und fällt am steilsten dort, wo sie die Nulllinie schneidet, und flacht an ihren Umkehrpunkten ab. Die Nulldurchgänge sind die beiden Tagundnachtgleichen, die Umkehrpunkte die beiden Sonnenwenden. Deshalb verändert sich die Tageslänge im Dezember und im Juni kaum von Tag zu Tag, während sie Ende September in Mitteleuropa um etwa drei bis vier Minuten pro Tag abnimmt.

Über den ganzen Zeitraum der Waage summiert sich das in Deutschland auf knapp zwei Stunden Tageslicht, die verloren gehen – in Berlin von 12 Stunden 15 Minuten am Anfang auf 10 Stunden 19 Minuten am Ende. Wer den Eindruck hat, dass es im Oktober jeden Abend merklich früher dunkel wird, beobachtet also etwas Reales, und es ist der steilste Abschnitt der ganzen Kurve.

Der Tag, an dem Tag und Nacht wirklich gleich lang sind

Die Tagundnachtgleiche trägt ihren Namen zu Recht und doch nicht ganz. An dem Tag, an dem die Sonne in die Waage tritt, ist der Tag in Deutschland nicht zwölf Stunden lang, sondern etwa zwölf Stunden und sieben bis zehn Minuten. Die Abweichung ist kein Messfehler und auch keine Rundung: sie folgt aus der Art, wie Sonnenaufgang und Sonnenuntergang definiert sind.

Zwei Effekte arbeiten in dieselbe Richtung. Der erste ist die Definition selbst. Als Aufgang gilt der Moment, in dem der obere Rand der Sonnenscheibe den Horizont berührt, nicht ihr Mittelpunkt. Die Scheibe hat einen Durchmesser von etwa einem halben Grad, also steht die Sonne dabei mit ihrem Mittelpunkt noch ein Viertelgrad unter dem Horizont – und dieses Stück Weg muss sie erst zurücklegen, was ihr am Morgen Zeit schenkt und am Abend ebenso.

Der zweite ist die Atmosphäre. Sie bricht das Licht und hebt das Bild der Sonne am Horizont um etwa vierunddreißig Bogenminuten an, also um mehr als einen Sonnendurchmesser. Wer die aufgehende Sonne den Horizont berühren sieht, sieht sie in Wahrheit noch vollständig darunter. Zusammen ergeben die beiden Effekte gut fünfzig Bogenminuten, die der Tag an beiden Enden gewinnt.

Daraus folgt etwas, das man kaum irgendwo liest: der Termin, an dem Tag und Nacht tatsächlich gleich lang sind, liegt nicht auf der Tagundnachtgleiche, sondern einige Tage danach. Im Herbst fällt er in Mitteleuropa auf Ende September, je nach Breite auf den 25. bis 27. – die Sonne muss erst ein Stück weiter nach Süden wandern, bis die Verkürzung des Tages die geschenkten Minuten aufgezehrt hat. Weiter im Norden, wo die Sonne flacher steht und länger am Horizont entlangschleift, ist der Abstand größer, in Skandinavien mehrere Tage mehr als in Süddeutschland.

Für die Zeichengrenze spielt das keine Rolle: sie hängt am Sonnenstand, nicht an der Tageslänge. Aber es erklärt, warum zwei Angaben, die beide „gleich lang" behaupten, verschiedene Tage nennen können, ohne dass eine von beiden falsch ist.

Die Stellung im Tierkreis

Die Waage steht der Widder gegenüber, dem ersten Zeichen: beide markieren eine Tagundnachtgleiche, im Abstand von genau einem halben Jahr und einhundertachtzig Grad. Diese Achse ist die Grundlinie der ganzen Einteilung, denn ihr einer Endpunkt, der Frühlingspunkt, ist der Nullpunkt, von dem aus alle zwölf Abschnitte gezählt werden. Die Waage liegt damit nicht irgendwo in der Reihe, sondern genau in ihrer Mitte – sie eröffnet die zweite Hälfte.

Nach vorn grenzt sie an die Jungfrau, das längste Zeichen des Spätsommers, nach hinten an den Skorpion, mit dem sie ihre Sternbildgeschichte teilt. Dass die drei Zeichen Jungfrau, Waage und Skorpion in dieser Reihenfolge stehen, ist keine Zufälligkeit der Namen: sie folgen dem Sonnenlauf durch den Herbst, und der Schnitt zwischen ihnen liegt jeweils an einem Punkt, den man am Himmel nachmessen kann.

Wie der Zeitpunkt bestimmt wird

Weil der Beginn der Waage mit der Herbst-Tagundnachtgleiche zusammenfällt, ist er einer der vier Zeichenübergänge, für die es einen exakt definierten astronomischen Moment gibt: die scheinbare geozentrische Länge der Sonne erreicht einhundertachtzig Grad. Was „scheinbar" hier bedeutet, entscheidet über mehrere Minuten – und ist der Grund, warum veröffentlichte Zeitpunkte auseinandergehen können.

Die geometrische Länge beschreibt, wo die Sonne wirklich steht. Die scheinbare Länge beschreibt, wo wir sie sehen, und die beiden unterscheiden sich um die Aberration des Lichts: weil sich die Erde mit etwa dreißig Kilometern je Sekunde bewegt, erscheint jedes Objekt geringfügig in Richtung dieser Bewegung verschoben, bei der Sonne um etwa zwanzig Bogensekunden. Diese zwanzig Bogensekunden legt die Sonne in ungefähr sieben Minuten zurück. Eine Rechnung, die die Aberration nicht abzieht, kommt deshalb systematisch sieben Minuten zu früh – nicht falsch gerundet, sondern falsch definiert.

Dazu kommt die Nutation, ein kurzperiodisches Nicken der Erdachse mit einer Hauptperiode von etwa achtzehn Jahren, das den Frühlingspunkt selbst um wenige Bogensekunden verschiebt und damit den Nullpunkt der Zählung. Wer beides berücksichtigt, kommt auf Zeitpunkte, die mit den international veröffentlichten Werten auf Minuten übereinstimmen; wer eines von beiden weglässt, produziert Abweichungen, die größer sind als die Genauigkeit, die er behauptet.

Für die Frage nach dem Sternzeichen genügt der Kalendertag, und dafür sind Minuten unerheblich – außer an den Tagen, an denen der Übertritt in der Nähe von Mitternacht liegt. Genau dort werden auf diesen Seiten keine Kalendertage behauptet, sondern die Unsicherheit genannt.

Der einzige Tag, der auf allen Breiten gleich ist

Die Tagundnachtgleiche, mit der die Waage beginnt, hat eine Eigenschaft, die kein anderer Tag des Jahres teilt: die Tageslänge ist an ihm nahezu überall auf der Erde gleich. Am Äquator, in Mitteleuropa, in Feuerland – überall etwa zwölf Stunden.

Der Grund ist geometrisch. Weil die Sonne genau über dem Äquator steht, teilt die Grenze zwischen Tag- und Nachtseite die Erde entlang der Längenkreise, und jeder Ort verbringt daher die Hälfte einer Erddrehung im Licht. An jedem anderen Tag des Jahres liegt diese Grenze schräg, und die Tageslänge hängt von der Breite ab – an den Sonnenwenden extrem, mit Polartag auf der einen und Polarnacht auf der anderen Seite.

„Nahezu" gleich, nicht exakt: die beiden Effekte, die den Äquinoktialtag um einige Minuten über zwölf Stunden verlängern – die Definition über den oberen Sonnenrand und die Refraktion der Atmosphäre – wirken umso stärker, je flacher die Sonne aufgeht. In den Tropen beträgt der Zuschlag wenige Minuten, in Norddeutschland etwa sieben bis zehn, in Nordskandinavien deutlich mehr. Die Gleichheit gilt also für die Geometrie, und die Abweichung davon ist selbst wieder ein Breiteneffekt.

Die Verteilung über 96 Jahre

Wie sich der Übertritt auf die Kalendertage verteilt, lässt sich für den Zeitraum 1940 bis 2035 auszählen. Die Werte für dieses Zeichen: 22. September: 23, 23. September: 72, 24. September: 1. Der 23. September ist damit über den ganzen Zeitraum der häufigste Fall, und die Verteilung ist im 20. und im 21. Jahrhundert im Wesentlichen dieselbe. In einem Jahr liegt der Übertritt näher als eine Viertelstunde an Mitternacht – 1943. Für dieses Jahr wird hier kein Kalendertag behauptet: die Rechnung ist auf etwa drei Minuten genau, und die Zuordnung läge damit innerhalb ihrer eigenen Unsicherheit.

Von wann bis wann das Sternzeichen Waage gilt

Von wann bis wann das Sternzeichen Waage reicht, lässt sich auf zwei Arten beantworten, und beide sind richtig. Die gebräuchliche Tabelle nennt den 24. September bis den 23. Oktober – dieses Datum steht in fast jedem Nachschlagewerk und ist die Antwort, die im Alltag gemeint ist. Der berechnete Sonnenstand nennt für jedes Jahr einen eigenen Zeitpunkt: über die Jahre 1940 bis 2035 fällt der Übertritt auf den 22., 23. oder 24. September, und wo er kurz vor Mitternacht liegt, gehört der Tag noch fast ganz zur Jungfrau.

Das Sternzeichen Waage steht damit in jedem Jahr an derselben Stelle der Ekliptik und in keinem Jahr genau am selben Kalendertag. Für die Bedeutung des Zeichens ändert das nichts. Das Sternzeichen Waage bezeichnet den siebten Abschnitt von dreißig Grad, gerechnet vom Frühlingspunkt, und dieser Abschnitt beginnt genau am Herbstpunkt – das ist seine Bedeutung im System, unabhängig davon, auf welchen Kalendertag der Übergang in einem einzelnen Jahr fällt. Wer sein Datum am Rand hat, liest die Uhrzeit oben in der Tabelle nach; wer nur wissen will, von wann bis wann das Zeichen üblicherweise gilt, bleibt bei den beiden Tabellendaten.

Wie die Grenze wandert

Die Tabelle nennt den 24. September als ersten Tag der Waage. Gemessen fällt der Übertritt in den Jahren 1940 bis 2035 auf den 22., 23. oder 24. September – das Tabellendatum ist also der spätestmögliche Tag, nicht der übliche. Wie selten es der wirkliche ist, zeigt die Aufteilung: auf den 23. fällt der Übertritt in zweiundsiebzig, auf den 22. in dreiundzwanzig und auf den 24. September in genau einem der sechsundneunzig untersuchten Jahre. Das gebräuchliche Datum trifft den Sonnenstand also in etwa einem Prozent der Fälle.

Das Muster dahinter ist ein Sägezahn. Ein Sonnenjahr dauert etwa 365 Tage und knapp 6 Stunden; der Kalender rechnet mit 365 und holt die Differenz alle vier Jahre mit einem Schalttag ein. Zwischen zwei Schaltjahren rutscht der Zeitpunkt des Übertritts also dreimal um jeweils rund sechs Stunden nach hinten, und im Schaltjahr springt er um fast einen ganzen Tag zurück. Über vier Jahre wiederholt sich das Bild, mit einer langsamen zusätzlichen Drift, die über Jahrhunderte wirkt.

Praktisch heißt das: der 22. und der 23. September sind Grenztage. An ihnen führt die Tabelle noch die Jungfrau, während die Sonne in einem Teil der Jahrgänge bereits in der Waage steht. Für den 24. September und alle folgenden Tage bis zum 23. Oktober besteht keine Unsicherheit. Wer an einem der beiden Grenztage geboren ist, findet den Zeitpunkt für sein Geburtsjahr mit Datum und Uhrzeit auf der Seite zum Monat September.

Abb. 2 Waage im Jahreslauf. Jeder Sektor ist so breit, wie das Zeichen Tage hat – Waage belegt 30 der 365 Tage.
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Waage, 24.9.–23.10. Grenztage: 22. und 23. September
Abb. 3 Auf welchen Kalendertag der Übertritt in Waage fällt, ausgezählt über die Jahre 1940 bis 2035.
22. September 23 von 96
23. September 72 von 96
24. September (Tabelle) 1 von 96

Der Tabellentag ist einer der möglichen Übertrittstage; die Konvention markiert damit die spätere Grenze.

Wann das Zeichen wirklich beginnt

Die Tabelle setzt den Beginn auf den 24. September. Der gemessene Übertritt der Sonne fällt zwischen 1940 und 2035 auf den 22., 23., 24. September – das Tabellendatum ist dabei der spätestmögliche Tag.

Damit sind der 22. und der 23. September Grenztage: an ihnen steht die Sonne in manchen Geburtsjahren schon im Zeichen Waage, während die Tabelle noch Jungfrau nennt. Welcher Jahrgang auf welcher Seite liegt, steht mit Datum und Uhrzeit auf der Seite Sternzeichen im September.

Die Zeitpunkte auf dieser Seite sind mit PyEphem 4.2.1 (libastro) aus der scheinbaren geozentrischen Länge der Sonne berechnet, bezogen auf das Äquinoktium des Datums, und in Europe/Berlin (CET/CEST) angegeben. Die Angabe ist auf etwa 3 Minuten genau; wo ein Übertritt näher als eine Viertelstunde an Mitternacht liegt, wird der Kalendertag nicht behauptet.

Nachbarzeichen

Vor dem Zeichen liegt Jungfrau (24. August – 23. September), danach folgt Skorpion (24. Oktober – 22. November). Alle zwölf Zeiträume stehen in der Sternzeichen-Tabelle.

Häufige Fragen

Fragen zum Zeichen Waage

Welche Daten gelten für das Sternzeichen Waage?

Nach der gebräuchlichen Tabelle vom 24. September bis zum 23. Oktober, also 30 Tage. Der Übertritt der Sonne in das Zeichen fällt in den Jahren 1940 bis 2035 auf den 22., 23., 24. September.

Ist der 24. September noch Jungfrau oder schon Waage?

Nach der Tabelle Waage, und der Sonnenstand widerspricht dem nicht: der Übertritt erfolgt an diesem Tag oder bereits davor. Umgekehrt sind der 22. und 23. September die Tage, an denen die Tabelle noch Jungfrau sagt, die Sonne aber in manchen Jahren schon im Zeichen Waage steht.

Welches Element hat Waage?

Luft. Die vier Elemente verteilen sich reihum über den Tierkreis, sodass jedes dritte Zeichen dasselbe trägt: neben Waage sind das Zwillinge und Wassermann.

Warum gilt Venus als herrschender Planet des Zeichens Waage?

Die Zuordnung stammt aus der überlieferten Astrologie und ist keine astronomische Aussage: Waage – lateinisch Libra, das 7. der zwölf Zeichen – wurde Venus zugeordnet, dem hellsten Planeten am Morgen- und Abendhimmel. Am Sonnenlauf, aus dem die Daten auf dieser Seite stammen, ändert das nichts.