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Zeichen 9 von 12

Sternzeichen Schütze – Datum, Symbol und Bedeutung des Zeichens

Das Sternzeichen Schütze – lateinisch Sagittarius – gilt vom 23. November bis zum 21. Dezember – 29 Tage, in denen die Sonne den 9. Abschnitt der Ekliptik durchläuft.

Zeitraum
23.11. – 21.12.
Symbol
Element
Feuer
Qualität
beweglich
Herrscher
Jupiter
Dauer
29 Tage
Grenztage
21. November und 22. November
Pfeilförmiger Indexzeiger am Gradbogen – die Ablesekante eines Winkelmessers. (mit AI erstelltes Bild) AI
Abb. 1Pfeilförmiger Indexzeiger am Gradbogen – die Ablesekante eines Winkelmessers.Mit AI erstelltes Bild

Das kürzeste Zeichen des Jahres

Der Schütze ist das neunte der zwölf Zeichen und gilt nach der gebräuchlichen Tabelle vom 23. November bis zum 21. Dezember, also neunundzwanzig Tage. Gemeinsam mit den Fischen ist er damit der kürzeste Durchgang des ganzen Tierkreises – drei Tage kürzer als die Zwillinge im Frühsommer.

Der Grund liegt in der Erdbahn und ist rein mechanisch. Alle zwölf Abschnitte sind exakt dreißig Grad groß, aber die Erde läuft auf einer Ellipse und bewegt sich nicht gleichmäßig. Anfang Januar erreicht sie ihren sonnennächsten Punkt und ist am schnellsten unterwegs; der Zeitraum des Schützen liegt unmittelbar davor. Pro Grad Ekliptiklänge braucht die Sonne hier etwa 0,985 Tage, im Juni dagegen 1,049. Über dreißig Grad ergibt das die drei Tage Unterschied zwischen dem kürzesten und dem längsten Zeichen.

Der Schütze endet an der Wintersonnenwende. Sein letzter Tag ist damit der kürzeste des Jahres – in Deutschland je nach Breite etwa acht bis neun Stunden Tageslicht. In den neunundzwanzig Tagen davor verliert Mitteleuropa allerdings nur noch rund vierzig Minuten, weil die Sonne sich ihrem Umkehrpunkt nähert und kaum mehr an Höhe verliert. Es ist derselbe flache Kurvenabschnitt wie im Krebs, nur am anderen Ende.

Hinter diesem Sternbild liegt das Zentrum der Milchstraße

Das Sternbild Schütze enthält die astronomisch bedeutsamste Richtung des ganzen Tierkreises: von der Erde aus gesehen liegt das Zentrum unserer Galaxie in ihm. Die Radioquelle, die den dortigen Schwarzen Loch markiert, trägt deshalb den Namen Sagittarius A*.

Sichtbar ist davon nichts – zwischen uns und dem Zentrum liegen dichte Staubwolken, die das Licht fast vollständig verschlucken. Was man sieht, ist die Folge davon: in Richtung Schütze ist das Band der Milchstraße am breitesten und hellsten, weil man dort in die Scheibe unserer Galaxie hinein und nicht aus ihr heraus blickt. Für Mitteleuropa ist das eine Sommerbeobachtung, und selbst dann steht das Sternbild nur flach über dem Südhorizont; die reichsten Teile bleiben von hier aus unter dem Horizont oder im Dunst.

Der hellste Stern heißt Kaus Australis, „der südliche Bogen" – der Name bezeichnet also einen Teil der Figur, nämlich den Bogen des Schützen. Auffälliger als jeder Einzelstern ist eine Gruppe, die im Englischen Teapot heißt: acht Sterne, die zusammen die Form einer Teekanne mit Griff, Deckel und Ausguss bilden. Solche informellen Muster nennt man Asterismen; sie sind keine offiziellen Sternbilder, aber am Himmel oft leichter zu finden als die Figuren, in denen sie liegen.

Wenn die Sonne rechnerisch in das Zeichen Schütze tritt, steht sie vor dem Sternbild Skorpion beziehungsweise am Rand des Schlangenträgers; das Sternbild Schütze durchläuft sie erst ab etwa Mitte Dezember.

Woher der Name kommt

In der babylonischen Überlieferung erscheint die Figur als Pabilsag, eine Mischgestalt, die als Bogenschütze mit Flügeln und Skorpionsschwanz dargestellt wurde. Die Griechen machten daraus einen Kentauren mit Bogen, Toxótes, die Römer Sagittarius.

Wer der Kentaur ist, war schon in der Antike umstritten. Genannt wird Cheiron, der weise Kentaur und Lehrer vieler Helden – dagegen spricht, dass es ein zweites, größeres Sternbild namens Kentaur gibt, das ebenfalls mit Cheiron verbunden wird. Die andere Zuordnung nennt Krotos, einen Satyr, der als Erfinder des Bogenschießens galt und von den Musen an den Himmel gesetzt wurde. Für Krotos spricht, dass die Figur in älteren Darstellungen kein Kentaur ist, sondern ein Satyr mit Pferdebeinen – die Vereinheitlichung zum Kentauren erfolgte später.

Der Pfeil der Figur zeigt am Himmel auf Antares, den roten Hauptstern des Skorpions. Antike Kommentatoren lasen darin einen Zusammenhang: der Schütze bedroht den Skorpion, der Orion getötet hat. Ob das die Anordnung erklärt oder ob es umgekehrt eine Deutung der bereits vorhandenen Anordnung ist, lässt sich nicht entscheiden – wie so oft am Sternhimmel.

Das Symbol

Das Zeichen des Schützen ist der einfachste Fall des ganzen Tierkreises: ein Pfeil mit einem Querstrich – die Waffe der Figur, auf zwei Striche reduziert.

Es ist damit das einzige Tierkreiszeichen, das nicht das Wesen abbildet, sondern seinen Gegenstand. Der Widder zeigt Hörner, der Stier einen Kopf, die Fische zwei Tiere mit Band; der Schütze zeigt nur den Pfeil. Der Querstrich wird meist als der gespannte Bogen gelesen, seltener als die Sehne. Für die Eindeutigkeit des Zeichens spricht, dass es in der Überlieferung nie mit einem anderen verwechselt wurde – anders als Jungfrau und Skorpion, die sich in mittelalterlichen Handschriften regelmäßig vertauschen.

Element und Qualität

Der Schütze trägt in der überlieferten Einteilung das Element Feuer und die Qualität veränderlich. Beide Begriffe gehören zur astrologischen Systematik und ordnen die Zeichen zueinander.

Die Feuergruppe bilden Widder, Löwe und Schütze, jeweils vier Zeichen voneinander entfernt. Veränderlich sind die vier Zeichen, die eine Jahreszeit abschließen: Zwillinge, Jungfrau, Schütze, Fische – genau jene vier, die an einer Tagundnachtgleiche oder einer Sonnenwende enden. Der Schütze schließt den Herbst ab und endet mit der Wintersonnenwende.

Als herrschender Planet gilt Jupiter, der in der älteren Überlieferung auch die Fische trug, bevor diese Neptun erhielten. Der Schütze ist damit heute das einzige Zeichen des Jupiter.

Was die Überlieferung dem Schützen zuschreibt

Der Schütze ist eines der Zeichen, deren Herrscher sich nie geändert hat: Jupiter, klassisch wie modern, dazu Feuer und die Qualität beweglich. In der griechischen Überlieferung ist die Figur ein Kentaur mit gespanntem Bogen, in der älteren babylonischen ein Bogenschütze – der Pfeil, den das Symbol zeigt, ist das einzige Werkzeug in der ganzen Zeichenreihe.

Der Pfeil zielt am Himmel in eine bemerkenswerte Richtung: das Zentrum der Milchstraße liegt in diesem Sternbild, wenige Grad von seinem Hauptstern entfernt. Das ist eine Tatsache über den Himmel, keine Zuschreibung – die Überlieferung wusste davon nichts, als sie die Figur benannte.

Der Zeitraum im Kalender

Der Schütze deckt den Abschnitt ab, in dem in Mitteleuropa die Dämmerung am frühesten einsetzt – und hier liegt eine Beobachtung, die regelmäßig für Verwirrung sorgt. Der früheste Sonnenuntergang fällt nicht auf die Sonnenwende, sondern etwa zwei Wochen davor, also in die zweite Dezemberwoche; der späteste Sonnenaufgang liegt entsprechend nach der Sonnenwende, in der ersten Januarwoche. Zwischen beiden liegt der kürzeste Tag.

Verantwortlich ist die Zeitgleichung, die Differenz zwischen wahrer und mittlerer Sonnenzeit. Sie entsteht aus der elliptischen Erdbahn und der Achsneigung und verschiebt die Uhrzeiten von Auf- und Untergang gegen die Tageslänge. Wer im Dezember den Eindruck hat, dass es abends schon wieder länger hell bleibt, obwohl die Tage noch kürzer werden, beobachtet also nichts Falsches – beides ist gleichzeitig wahr.

Die Milchstraße in Richtung Schütze

Der Schütze markiert die Richtung, in der unsere Galaxie ihr Zentrum hat, und das ist auch ohne jedes Gerät zu sehen – nicht das Zentrum selbst, aber die Folge davon. Blickt man an einem dunklen Sommerabend nach Süden, ist das Band der Milchstraße dort am breitesten und hellsten, weil man in die Scheibe unserer Galaxie hineinschaut und nicht aus ihr heraus.

Für Mitteleuropa ist das eine schwierige Beobachtung. Das Sternbild erreicht selbst im Hochsommer nur eine geringe Höhe über dem Südhorizont, wo Dunst und künstliches Licht am stärksten wirken. Wer die Region wirklich sehen will, braucht einen dunklen Standort mit freiem Südhorizont; weiter südlich, etwa im Mittelmeerraum, steht sie deutlich höher und ist unvergleichlich reicher.

Genau dort liegen die dichtesten Sternwolken und mehrere der helleren Nebel des Himmels, die schon im Fernglas als Flecken erscheinen. Dass eine so reiche Himmelsgegend im deutschsprachigen Raum kaum bekannt ist, hat also keinen astronomischen Grund, sondern einen geografischen.

Die Verteilung über 96 Jahre

Wie sich der Übertritt auf die Kalendertage verteilt, lässt sich für den Zeitraum 1940 bis 2035 auszählen. Die Werte für dieses Zeichen: 21. November: 7, 22. November: 81, 23. November: 8. Der 22. November ist damit über den ganzen Zeitraum der häufigste Fall, und die Verteilung ist im 20. und im 21. Jahrhundert im Wesentlichen dieselbe. In einem Jahr liegt der Übertritt näher als eine Viertelstunde an Mitternacht – 2008. Für dieses Jahr wird hier kein Kalendertag behauptet: die Rechnung ist auf etwa drei Minuten genau, und die Zuordnung läge damit innerhalb ihrer eigenen Unsicherheit.

Wann der Schütze zu sehen ist

Wie der Skorpion, an den er im Westen grenzt, ist der Schütze für Mitteleuropa ein flach stehendes Sommersternbild: sichtbar von Juli bis September, tief im Süden, und selbst dann nur mit freiem Horizont. Die charakteristische Teekannen-Figur ist bei guten Bedingungen zu erkennen, der volle Umfang der Kentaurengestalt praktisch nicht.

Wer die Region einmal unter dunklem Himmel gesehen hat, versteht, warum sie in der Beobachtungsliteratur so viel Platz einnimmt: hier liegen die dichtesten Teile der Milchstraße, und mit einem Fernglas ist in dieser Richtung mehr zu finden als in jedem anderen Abschnitt des Tierkreises. Für die Zuordnung eines Geburtstags spielt das keine Rolle – aber es ist der Grund, warum dieses Sternbild in der Astronomie einen ganz anderen Rang hat als im Kalender.

Wie die Grenze wandert

Die Tabelle nennt den 23. November als ersten Tag des Schützen. Gemessen fällt der Übertritt in den Jahren 1940 bis 2035 auf den 21., 22. oder 23. November, also mit einer Streuung von drei Kalendertagen.

Wie überall folgt der Zeitpunkt einem Sägezahn: er rückt drei Jahre in Folge um jeweils knapp sechs Stunden vor und springt im Schaltjahr um fast einen Tag zurück. Weil der langjährige Mittelwert hier nahe an einem Tageswechsel liegt, erreicht die Streuung beide Nachbartage des Mittelwerts.

Praktisch heißt das: der 21. und der 22. November sind Grenztage. An ihnen führt die Tabelle noch den Skorpion, während die Sonne in einem Teil der Jahrgänge bereits im Schützen steht. Vom 23. November bis zum 21. Dezember besteht keine Unsicherheit. Für die beiden Grenztage nennt die Seite zum Monat November den Zeitpunkt mit Datum und Uhrzeit für jedes Jahr.

Abb. 2 Schütze im Jahreslauf. Jeder Sektor ist so breit, wie das Zeichen Tage hat – Schütze belegt 29 der 365 Tage.
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Schütze, 23.11.–21.12. Grenztage: 21. und 22. November
Abb. 3 Auf welchen Kalendertag der Übertritt in Schütze fällt, ausgezählt über die Jahre 1940 bis 2035.
21. November 7 von 96
22. November 81 von 96
23. November (Tabelle) 8 von 96

Der Tabellentag ist einer der möglichen Übertrittstage; die Konvention markiert damit die spätere Grenze.

Wann das Zeichen wirklich beginnt

Die Tabelle setzt den Beginn auf den 23. November. Der gemessene Übertritt der Sonne fällt zwischen 1940 und 2035 auf den 21., 22., 23. November – das Tabellendatum ist dabei der spätestmögliche Tag.

Damit sind der 21. und der 22. November Grenztage: an ihnen steht die Sonne in manchen Geburtsjahren schon im Zeichen Schütze, während die Tabelle noch Skorpion nennt. Welcher Jahrgang auf welcher Seite liegt, steht mit Datum und Uhrzeit auf der Seite Sternzeichen im November.

Die Zeitpunkte auf dieser Seite sind mit PyEphem 4.2.1 (libastro) aus der scheinbaren geozentrischen Länge der Sonne berechnet, bezogen auf das Äquinoktium des Datums, und in Europe/Berlin (CET/CEST) angegeben. Die Angabe ist auf etwa 3 Minuten genau; wo ein Übertritt näher als eine Viertelstunde an Mitternacht liegt, wird der Kalendertag nicht behauptet.

Nachbarzeichen

Vor dem Zeichen liegt Skorpion (24. Oktober – 22. November), danach folgt Steinbock (22. Dezember – 20. Januar). Alle zwölf Zeiträume stehen in der Sternzeichen-Tabelle.

Häufige Fragen

Fragen zum Zeichen Schütze

Welche Daten gelten für das Sternzeichen Schütze?

Nach der gebräuchlichen Tabelle vom 23. November bis zum 21. Dezember, also 29 Tage. Der Übertritt der Sonne in das Zeichen fällt in den Jahren 1940 bis 2035 auf den 21., 22., 23. November.

Ist der 23. November noch Skorpion oder schon Schütze?

Nach der Tabelle Schütze, und der Sonnenstand widerspricht dem nicht: der Übertritt erfolgt an diesem Tag oder bereits davor. Umgekehrt sind der 21. und 22. November die Tage, an denen die Tabelle noch Skorpion sagt, die Sonne aber in manchen Jahren schon im Zeichen Schütze steht.

Welches Element hat Schütze?

Feuer. Die vier Elemente verteilen sich reihum über den Tierkreis, sodass jedes dritte Zeichen dasselbe trägt: neben Schütze sind das Widder und Löwe.

Warum gilt Jupiter als herrschender Planet des Zeichens Schütze?

Die Zuordnung stammt aus der überlieferten Astrologie und ist keine astronomische Aussage: Schütze – lateinisch Sagittarius, das 9. der zwölf Zeichen – wurde Jupiter zugeordnet, dem größten Planeten des Sonnensystems. Am Sonnenlauf, aus dem die Daten auf dieser Seite stammen, ändert das nichts.