Geburtsmonat September
Sternzeichen September: Jungfrau oder Waage, das Datum und der Wechsel
Welches Sternzeichen im September gilt, hängt vom Tag ab: bis zum 23. Jungfrau, ab dem 24. Waage. Im September liegen damit zwei Zeichen: bis zum 23. Jungfrau, ab dem 24. Waage. Die Grenze dazwischen wandert – sie fällt je nach Jahr auf den 22., 23., 24. September.
Sternzeichen September: wo die Grenze wirklich liegt
Wer nach Sternzeichen September sucht, sucht in Wahrheit nach dieser Linie. Die gebräuchliche Tabelle zieht sie zwischen dem 23. und dem 24. September. Den Beginn des Zeichens Waage erreicht die Sonne aber zu einer bestimmten Uhrzeit, und die verschiebt sich von Jahr zu Jahr um knapp sechs Stunden, mit einem Sprung zurück in jedem Schaltjahr. Fällt der Übertritt in die frühen Morgenstunden, gehört der Tag schon ganz zum Zeichen Waage; fällt er am späten Abend, zählt fast der ganze Tag noch zu Jungfrau.
Berechnet mit PyEphem 4.2.1 (libastro) aus der scheinbaren geozentrischen Länge der Sonne, bezogen auf das Äquinoktium des Datums; Zeiten in Europe/Berlin (CET/CEST), genau auf etwa 3 Minuten.
Für Geburtstage vom 1. bis zum 21. September ist die Antwort eindeutig Jungfrau, vom 25. bis zum 30. September ebenso eindeutig Waage. Nur die Tage dazwischen brauchen einen Blick auf das Geburtsjahr.
Der Tabellentag ist einer der möglichen Übertrittstage; die Konvention markiert damit die spätere Grenze.
Der Monat, der die Sieben im Namen trägt
September kommt von septem, der lateinischen Sieben, und ist der neunte Monat. Die Erklärung liegt im römischen Kalender, dessen Jahr im März begann – von dort gezählt war dieser Monat der siebte. Dasselbe gilt für Oktober, November und Dezember mit acht, neun und zehn.
Als der Jahresanfang um 153 vor unserer Zeit auf den Januar verlegt wurde, verschoben sich alle Monate um zwei Stellen, und die Zahlnamen blieben stehen. Bei zwei Monaten wurde später umbenannt – Quintilis wurde zu Iulius, Sextilis zu Augustus –, bei den vier am Jahresende nicht. In ihren Namen steckt deshalb bis heute ein Kalender, den es seit über zwei Jahrtausenden nicht mehr gibt.
Die Reihe der Sternzeichen hat denselben Ausgangspunkt und ihn nie verlassen: sie beginnt mit dem Widder im März, weil dort der Frühlingspunkt liegt. Wer sich fragt, warum ein Sternzeichenjahr nicht im Januar anfängt, findet die Antwort also in den Namen der letzten vier Monate – beide Systeme zählen von derselben Stelle, nur hat das eine seinen Anfang verschoben und das andere nicht.
Die Tagundnachtgleiche fällt in diesen Monat
Der September enthält den größten Einschnitt des zweiten Halbjahres: die Herbst-Tagundnachtgleiche, mit der die Sonne den Himmelsäquator überschreitet und der astronomische Herbst beginnt. Sie ist zugleich die Grenze zwischen den beiden Zeichen dieses Monats.
Es ist der Monat mit dem stärksten Rückgang der Tageslänge im ganzen Jahr. In Berlin verkürzt sich der Tag um eine Stunde und siebenundfünfzig Minuten – von 13 Stunden 48 Minuten am 1. September auf 11 Stunden 50 Minuten am 30. Der Grund ist geometrisch: die Höhe der Sonne über dem Äquator folgt im Jahresverlauf annähernd einer Sinuskurve, und eine Sinuskurve fällt am steilsten dort, wo sie die Nulllinie schneidet. Dieser Nulldurchgang ist die Tagundnachtgleiche, und sie liegt mitten im September.
Bemerkenswert ist, dass der Tag der Tagundnachtgleiche nicht der Tag mit zwölf Stunden Licht ist. In Deutschland dauert er etwa zwölf Stunden und acht bis zehn Minuten, weil als Sonnenaufgang der Moment gilt, in dem der obere Rand der Scheibe den Horizont berührt, und weil die Atmosphäre das Bild der Sonne um gut einen halben Grad anhebt. Der Termin, an dem Tag und Nacht wirklich gleich lang sind, liegt einige Tage später, in Mitteleuropa Ende September.
Jungfrau und Waage im September
Bis zum 23. September führt die Tabelle die Jungfrau, ab dem 24. die Waage. Die beiden Zeichen sind fast gleich lang – einunddreißig und dreißig Tage – und stehen in einer Beziehung, die sich am Himmel ablesen lässt.
Die Jungfrau trägt in nahezu jeder Darstellung eine Kornähre, und ihr Hauptstern heißt Spica, was genau das bedeutet. Der Grund ist kalendarisch: der Frühaufgang dieses Sterns in der Morgendämmerung fiel in den Regionen, in denen das Sternbild benannt wurde, mit der Getreideernte zusammen. Die Waage daneben ist das einzige Tierkreiszeichen, das ein Gerät und kein Lebewesen darstellt, und auch das hat einen sachlichen Grund: an der Tagundnachtgleiche stehen Tag und Nacht im Gleichgewicht, und ein Balken mit zwei gleich beladenen Schalen ist das nächstliegende Bild dafür. In Mesopotamien hieß der Abschnitt „die Waage des Himmels".
Beide Figuren beschreiben also, was in diesem Monat geschieht – die eine die Arbeit, die andere den Sonnenstand. Das ist bei den zwölf Zeichen häufiger der Fall, als man erwartet: der Wassermann bezeichnet die Regenzeit, der Krebs die Umkehr der Sonne. Sternbilder sind zu einem großen Teil Merkzeichen für Zeitpunkte.
Was für Geburtstage am 22., 23. und 24. September gilt
Der 23. September ist der Tag, auf den der Übertritt in zweiundsiebzig der sechsundneunzig untersuchten Jahre fällt, der 22. in dreiundzwanzig – und der 24., den die Tabelle als ersten Waage-Tag nennt, in genau einem. Das gebräuchliche Datum trifft den Sonnenstand hier also in rund einem Prozent der Fälle.
Für die Praxis heißt das: wer am 22. oder 23. September geboren ist, wird von der Tabelle der Jungfrau zugeordnet, stand astronomisch aber in einem großen Teil der Jahrgänge schon in der Waage. Am 23. sogar in der weit überwiegenden Zahl. An diesen beiden Tagen entscheidet zusätzlich die Geburtsstunde, weil der Übertritt irgendwann im Tagesverlauf liegt: fällt er auf 02:00 und die Geburt auf 08:00, ist es Waage; liegt die Geburt um 00:30, ist es Jungfrau.
Für den 24. September und alle folgenden Tage bis zum 23. Oktober besteht dagegen keine Unsicherheit – nach Tabelle und nach Sonnenstand ist es Waage. Die Aufstellung weiter oben nennt für jedes Jahr den Zeitpunkt.
Die Sonne wechselt auf die Südseite
Der September ist neben dem März der einzige Monat, in dem die Deklination der Sonne ihr Vorzeichen wechselt – hier in der anderen Richtung: von +8,2 Grad am 1. auf −2,9 Grad am 30. Der Nulldurchgang dazwischen ist die Herbst-Tagundnachtgleiche und damit die Zeichengrenze zwischen Jungfrau und Waage.
Die Mittagshöhe der Sonne in Berlin fällt im Monat von 45,7 auf 34,6 Grad – elf Grad, der stärkste Rückgang des Jahres. Zusammen mit den fast zwei Stunden verlorener Tageslänge ist der September damit der Monat mit der größten Veränderung überhaupt, in beide Richtungen gemessen. Sein Gegenstück ist der März, in dem dieselben Werte mit umgekehrtem Vorzeichen auftreten.
Diese Steilheit hat eine praktische Folge für die Datierung. Die beiden Tagundnachtgleichen liegen auf dem steilsten Teil der Sinuskurve und sind deshalb historisch präzise bestimmbar gewesen – ein Beobachter, der den Sonnenstand über Tage verfolgt, sieht die Änderung. Die beiden Sonnenwenden liegen auf dem flachsten Teil und waren bis in die frühe Neuzeit nur auf Tage genau zu datieren. Alle vier Zeichengrenzen sind gleich exakt definiert, aber nicht gleich gut messbar.
Am Nachthimmel ist der September der Monat, in dem die Sommersternbilder nach Westen abrücken und die Herbstfiguren aufziehen: das große Viereck des Pegasus steigt im Osten, darunter die schwachen Fische, in denen der Frühlingspunkt liegt – der Nullpunkt der ganzen Zeichenzählung, an einer Stelle des Himmels, an der nichts zu sehen ist.
Jungfrau und Waage im Vergleich
Die beiden Zeichen des Septembers sind einunddreißig und dreißig Tage lang. In der Systematik trägt die Jungfrau Erde und veränderlich, die Waage Luft und kardinal – die Jungfrau schließt den Sommer ab, die Waage eröffnet den Herbst, und die Grenze dazwischen ist die Tagundnachtgleiche. Als herrschende Planeten gelten Merkur und Venus, die beide je zwei Zeichen tragen.
Am Himmel ist die Jungfrau das flächengrößte Tierkreissternbild und die Waage eines der kleineren – und ihre Grenze ist eine der wenigen dokumentierten Änderungen am Tierkreis. Die Waage war in der Antike kein eigenes Sternbild, sondern der Scherenbereich des Skorpions; ihre beiden Hauptsterne heißen bis heute „die nördliche Schere" und „die südliche Schere". Erst in römischer Zeit setzte sie sich als eigene Figur durch.
Beide Zeichen tragen außerdem Bilder, die beschreiben, was in diesem Monat geschieht. Die Jungfrau hält eine Kornähre, und ihr Hauptstern Spica heißt genau das – sein Frühaufgang fiel mit der Getreideernte zusammen. Die Waage ist das einzige Tierkreiszeichen, das ein Gerät darstellt, und der Grund ist die Tagundnachtgleiche: an ihr stehen Tag und Nacht im Gleichgewicht. In Mesopotamien hieß der Abschnitt „die Waage des Himmels".
Für die Zuordnung eines Geburtstags verlangt der September an zwei Tagen mehr als das Datum: am 22. und am 23. September entscheidet das Geburtsjahr, und in Grenzfällen die Geburtsstunde.
Die Grenze in den Nachbarmonaten
Wer die zwölf Monatsseiten nebeneinanderlegt, sieht ein Muster, das auf einer einzelnen Seite nicht auffällt. Im August davor wechselt die Sonne am 24. in den Jungfrau, in diesem Monat am 24. in den Waage, im Oktober danach am 24. in den Skorpion. Alle drei Grenzen liegen in der zweiten Monatshälfte, und das ist kein Zufall: die Zwölfteilung wird vom Frühlingspunkt aus gezählt, der im März auf den 20. oder 21. fällt, und von dort rechnet sich der Abstand von je dreißig Grad durch das ganze Jahr weiter.
Daraus folgt, dass in jedem Kalendermonat genau zwei Zeichen liegen und keine Zeichengrenze auf einen Monatsersten fällt. Wer eine Sternzeichentabelle daraufhin durchsieht, findet die zwölf Grenzen zwischen dem 19. und dem 24. – eine Spanne von sechs Tagen für zwölf Übergänge, die über das ganze Jahr verteilt sind.
Die Länge der Abschnitte schwankt dabei: der Waage dauert 30 Tage, der Jungfrau davor 31 und der Skorpion danach 30. Diese Unterschiede kommen allein von der Bahngeschwindigkeit der Erde, die auf ihrer Ellipse Anfang Januar am schnellsten und Anfang Juli am langsamsten läuft. Die Zeichen selbst sind alle exakt dreißig Grad breit.
Für die Praxis heißt das: die Frage nach dem Zeichen ist für die meisten Geburtstage mit dem Datum beantwortet, und nur an den wenigen Tagen rund um die Grenze kommt das Geburtsjahr hinzu. Die Nachbarseiten August und Oktober nennen dieselben Angaben für ihre eigenen Grenztage.
Warum andere Seiten andere Daten nennen
Für den Wechsel im September zirkulieren zwei Varianten: Jungfrau bis 23. und Waage ab 24., oder Jungfrau bis 22. und Waage ab 23. Die erste ist im deutschsprachigen Raum die verbreitetere und steht auch auf diesen Seiten; die zweite liegt näher am gemessenen Sonnenstand.
Hinter der Abweichung steckt keine Nachlässigkeit, sondern eine Rundung, die sich eingebürgert hat, als man Tabellen für den Alltag brauchte und keine jahresgenauen Angaben liefern konnte. Sie ist unbedenklich, solange man weiß, dass sie eine Konvention ist – und sie ist genau an den zwei Grenztagen von Bedeutung, an keinem anderen Tag des Monats.
Eine zweite Quelle von Unterschieden sind Zeitzonen. Ein Zeichenwechsel ist ein Moment, kein Datum; auf welchen Kalendertag er fällt, hängt davon ab, wo man rechnet. Eine Uhrzeit ohne Angabe der Zeitzone ist deshalb nicht überprüfbar. Alle Zeiten hier gelten für Mitteleuropa, im September in Sommerzeit.
Das Datum im September und der Wechsel im Jahreslauf
Sternzeichen September heißt damit immer: zwei Zeichen und ein Datum dazwischen. Davor liegt der August, danach der Oktober. Alle zwölf Zeiträume nebeneinander stehen in der Sternzeichen-Tabelle. Wer das Sternzeichen im September für einen bestimmten Geburtstag braucht, liest es dort in einer Zeile ab – und wer die Frage Sternzeichen September für ein einzelnes Jahr genau beantworten will, nimmt die Uhrzeit aus der Abbildung weiter oben.
Häufige Fragen
Fragen zum September
Welches Sternzeichen hat man im September?
Bis zum 23. September Jungfrau, ab dem 24. September Waage. Die Grenze dazwischen ist keine feste Linie – der Übertritt der Sonne fällt je nach Jahr auf den 22., 23., 24. September.
Welches Zeichen gilt am 22. September?
Nach der gebräuchlichen Tabelle Jungfrau. Astronomisch steht die Sonne an diesem Tag in einem Teil der Jahrgänge bereits im Zeichen Waage. Die Aufstellung oben nennt für jedes Jahr den Zeitpunkt, sodass sich die Frage für ein konkretes Geburtsjahr eindeutig beantworten lässt.
Warum nennen andere Seiten einen anderen Grenztag für den September?
Weil sie einen einzelnen Jahrgang zugrunde legen oder eine andere Zeitzone. Für den September ist der Übertritt über den Zeitraum 1940 bis 2035 nicht auf einen Tag festzulegen: er fällt auf den 22., 23., 24. September, je nach Jahr. Ohne Angabe von Jahr und Zeitzone ist eine Uhrzeit für den Wechsel nicht überprüfbar.