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Zeichen 2 von 12

Sternzeichen Stier – Datum, Symbol und Bedeutung des Zeichens

Das Sternzeichen Stier – lateinisch Taurus – gilt vom 21. April bis zum 20. Mai – 30 Tage, in denen die Sonne den 2. Abschnitt der Ekliptik durchläuft.

Zeitraum
21.4. – 20.5.
Symbol
Element
Erde
Qualität
fix
Herrscher
Venus
Dauer
30 Tage
Grenztage
19. April und 20. April
Räderwerk eines Orrery – die Übersetzung, mit der man den Sonnenlauf mechanisch nachbaut. (mit AI erstelltes Bild) AI
Abb. 1Räderwerk eines Orrery – die Übersetzung, mit der man den Sonnenlauf mechanisch nachbaut.Mit AI erstelltes Bild

Das Datum und die Länge des Zeitraums

Der Stier ist das zweite der zwölf Zeichen und gilt nach der gebräuchlichen Tabelle vom 21. April bis zum 20. Mai, also dreißig Tage. Er liegt damit auf dem Abschnitt der Erdbahn, auf dem die Sonne bereits merklich langsamer wird: der Widder davor braucht einunddreißig Tage, die Zwillinge danach zweiunddreißig – das längste Zeichen des Jahres. Der Stier ist der Übergang zwischen beiden und fällt gerade deshalb kürzer aus als seine Nachbarn.

Anders als beim Widder, beim Krebs, bei der Waage und beim Steinbock ist keine der beiden Grenzen des Stiers durch ein astronomisches Ereignis bestimmt. Er liegt vollständig zwischen der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche und der Sommersonnenwende, in der Mitte des Anstiegs. In seinen dreißig Tagen klettert die Sonne von etwa elf auf etwa zwanzig Grad nördlicher Deklination, und Mitteleuropa gewinnt eine Stunde und vierzig Minuten Tageslicht – in Berlin von 14 Stunden 30 Minuten auf 16 Stunden 13 Minuten, der zweitstärkste Zugewinn des Jahres nach dem Widder.

Das reichste Sternbild des Tierkreises

Von den zwölf Tierkreissternbildern ist der Stier dasjenige mit den meisten auffälligen Objekten, und es ist das einzige, das die meisten Menschen ohne Anleitung wiedererkennen – wenn auch nicht als Stier, sondern über einen seiner Teile.

Der hellste Stern ist Aldebaran, ein oranger Riese erster Größe, dessen Name aus dem Arabischen kommt und „der Nachfolgende" bedeutet: er folgt am Himmel den Plejaden. Er markiert das Auge des Stiers und ist einer der wenigen Sterne, bei denen die Farbe mit dem bloßen Auge klar zu sehen ist.

Die Plejaden selbst, im Deutschen Siebengestirn, sind der bekannteste offene Sternhaufen des Himmels. Mit dem bloßen Auge sind bei guten Bedingungen sechs bis sieben Sterne zu zählen, mit einem Fernglas mehrere Dutzend. Der Haufen war in nahezu jeder Kultur benannt und diente über Jahrtausende als Kalenderzeichen: sein Aufgang oder Untergang in der Dämmerung markierte in vielen Regionen den Beginn oder das Ende der Feldarbeit. Die Namen der Einzelsterne folgen dem griechischen Mythos der sieben Töchter des Atlas.

Dazu kommt ein zweiter, weniger bekannter Haufen: die Hyaden, eine lockere V-förmige Gruppe, die den Kopf des Stiers bildet und deren Spitze Aldebaran zu sein scheint. Der Eindruck täuscht – Aldebaran steht deutlich näher an der Erde und gehört nicht zur Gruppe, er liegt nur zufällig in derselben Richtung.

Und schließlich enthält das Sternbild den Rest einer Explosion, die dokumentiert ist. Im Jahr 1054 verzeichneten chinesische und japanische Chronisten einen „Gaststern", der wochenlang am Taghimmel sichtbar war. An dieser Stelle steht heute der Krebsnebel, katalogisiert als Messier 1 – die Überreste jener Supernova. Er ist das erste Objekt des Messier-Katalogs, weil Charles Messier ihn bei der Kometensuche für einen Kometen hielt und daraufhin begann, solche „Störobjekte" zu verzeichnen. Der ganze Katalog geht damit auf ein Missverständnis im Sternbild Stier zurück.

Wie bei allen Zeichen fällt der Abschnitt heute nicht mit dem Sternbild zusammen. Wenn die Sonne rechnerisch in das Zeichen Stier eintritt, steht sie vor dem Sternbild Widder; das Sternbild Stier durchläuft sie erst ab etwa Mitte Mai.

Der Name und seine Bedeutung

Der Stier gehört zu den ältesten belegten Sternbildern. In Mesopotamien erscheint er als MUL.GU4.AN.NA, „der Stier des Himmels", und in einer Zeit, in der die Frühjahrs-Tagundnachtgleiche noch in diesem Abschnitt lag – also vor etwa viertausend Jahren – markierte er den Jahresanfang. Das erklärt seine Prominenz in frühen Kalendertexten: er war nicht das zweite Zeichen, sondern das erste.

Die Griechen übernahmen ihn als Taûros, die Römer als Taurus. Die bekannteste Erzählung dazu ist die Entführung der Europa: Zeus nahm die Gestalt eines weißen Stiers an, ließ die phönizische Königstochter auf seinen Rücken steigen und trug sie über das Meer nach Kreta. Am Himmel ist von der Figur nur der Vorderteil zu sehen – Kopf und Schultern –, was antike Autoren damit erklärten, dass der Rest im Wasser sei.

Auffällig ist, wie viele voneinander unabhängige Traditionen in diesem Abschnitt einen Stier oder ein Rind sehen. Das ist kein Beweis für Übernahme, aber es macht die Figur zu einer der stabilsten des ganzen Tierkreises: Name und Bild haben sich über mehr als drei Jahrtausende kaum verändert, während etwa die Waage erst in der Antike aus dem Skorpion herausgeschnitten wurde.

Das Symbol

Das Zeichen des Stiers ist ein Kreis mit einem darüberliegenden offenen Halbbogen und gehört zu den wenigen Tierkreiszeichen, deren Deutung unstrittig ist: ein Stierkopf mit Hörnern, von vorn gesehen und auf zwei Striche reduziert.

Interessant ist der Vergleich mit dem Zeichen des Widders, das aus zwei nach außen gebogenen Bögen besteht – ebenfalls Hörner, aber die eines Schafbocks, gewunden statt aufgerichtet. Die beiden Nachbarzeichen unterscheiden sich also genau in dem Detail, in dem sich die Tiere unterscheiden. Das spricht dafür, dass die Symbole aus einer Zeit stammen, in der man die Figuren noch als Figuren las und nicht als abstrakte Marken.

Element und Qualität

Der Stier trägt in der überlieferten Einteilung das Element Erde und die Qualität fix. Beide Begriffe gehören zur astrologischen Systematik und ordnen die Zeichen zueinander; über Himmelskörper sagen sie nichts.

Die Erdgruppe bilden Stier, Jungfrau und Steinbock, jeweils vier Zeichen voneinander entfernt. Fix sind die vier Zeichen in der Mitte einer Jahreszeit: Stier, Löwe, Skorpion, Wassermann. Der Stier sitzt damit in der Mitte des Frühlings, zwischen dem eröffnenden Widder und den abschließenden Zwillingen – eine Einteilung, die dem Verlauf der Jahreszeit folgt und nicht dem Kalender.

Als herrschender Planet gilt die Venus, die in dieser Systematik auch der Waage zugeordnet ist. Beide Zuordnungen stammen aus der antiken Aufteilung von sieben Wandelsternen auf zwölf Zeichen; dass die Venus zwei sehr unterschiedliche Zeichen trägt – ein Erdzeichen in der Mitte des Frühlings und ein Luftzeichen am Anfang des Herbstes – ist eine Folge dieser Arithmetik und keine inhaltliche Aussage.

Was die Überlieferung dem Stier zuschreibt

Die Tradition ordnet dem Stier die Venus als Herrscherin zu – und dieselbe Venus auch der Waage. Zwei Zeichen mit einem Herrscher ist in dieser Systematik der Normalfall und kein Widerspruch: unterschieden werden sie über Element und Qualität, hier Erde und fix, dort Luft und kardinal. Wer die Zuordnungen als Tabelle liest statt als Charakterkunde, sieht ein Ordnungssystem mit sieben Planeten auf zwölf Plätzen.

Der Stier ist außerdem das Zeichen, dem die Überlieferung die längste Vorgeschichte gibt: der Himmelsstier gehört zu den ältesten benannten Sternbildern überhaupt, und in der Zeit, in der der Frühlingspunkt noch bei den Plejaden stand, begann das Jahr hier. Was heute an Zuschreibungen umläuft, ist gegenüber dieser Schicht jung.

Als das Jahr im Stier begann

Es gibt einen Zeitraum, in dem der Stier nicht das zweite, sondern das erste Zeichen war – und er ist lang. Weil der Frühlingspunkt durch die Präzession mit etwa einem Grad in siebzig Jahren gegen den Lauf der Zeichen wandert, lag er zwischen etwa 4000 und 2000 vor unserer Zeit im Sternbild Stier. Wer damals das Jahr an der Tagundnachtgleiche begann, begann es vor diesem Sternbild.

Das erklärt eine Auffälligkeit, die sonst schwer zu deuten wäre: die Häufigkeit von Stier- und Rinderbildern in den Kulturen des östlichen Mittelmeerraums und Mesopotamiens genau in dieser Epoche. Der babylonische Name MUL.GU4.AN.NA, „der Stier des Himmels", stammt aus einer Zeit, in der dieses Sternbild den Jahresanfang markierte, und die frühen Kalendertexte behandeln es entsprechend prominent. Als die Griechen die Zwölfteilung übernahmen, war der Frühlingspunkt längst in den Widder gewandert – der Stier wurde zum zweiten Zeichen und behielt nur seine Bedeutung.

Vorsicht ist bei weitergehenden Deutungen geboten. Aus der Prominenz des Bildes wird gelegentlich abgeleitet, bestimmte prähistorische Höhlenmalereien oder Bauwerke seien nach dem Stier ausgerichtet. Solche Behauptungen sind nicht belegbar: ein Rind zu malen setzt keine Sternkunde voraus, und Ausrichtungen lassen sich in fast jedem Bauwerk finden, wenn man genug Richtungen prüft. Nachweisbar ist nur, was in Texten steht – und dort steht der Stier des Himmels als Jahresanfang.

Die Plejaden als Kalender

Der Sternhaufen im Rücken des Stiers hat über Jahrtausende eine praktische Funktion erfüllt, die mit Astrologie nichts zu tun hat: er war eine Uhr für das Arbeitsjahr.

Entscheidend ist nicht die Position der Plejaden am Nachthimmel, sondern ihr Verhältnis zur Sonne. Einmal im Jahr verschwinden sie in der Abenddämmerung, weil die Sonne sie einholt; einige Wochen später erscheinen sie erstmals wieder in der Morgendämmerung, kurz vor Sonnenaufgang. Diesen ersten Wiederaufgang nennt man heliakischen Aufgang, und er fällt in jeder Region auf ein festes Datum im Sonnenjahr. Hesiod nennt ihn in seinem Lehrgedicht über den Landbau als Zeichen für den Beginn der Ernte und ihren Untergang als Zeichen für den Beginn des Pflügens – zwei Termine, ablesbar ohne Kalender, ohne Schrift und ohne Rechnung.

Dasselbe Prinzip findet sich unabhängig in Polynesien, wo das Jahr mit dem Aufgang der Gruppe begann, und in Mittelamerika. Es ist ein gutes Beispiel dafür, warum Sternbilder überhaupt benannt wurden: nicht um Geschichten zu erzählen, sondern um Zeitpunkte wiederzufinden.

Im Deutschen heißt die Gruppe Siebengestirn, obwohl mit dem bloßen Auge meist nur sechs Sterne zu zählen sind. Daraus ist die Erzählung von der „verlorenen Plejade" entstanden, die sich in mehreren Kulturen findet. Eine astronomische Ursache dafür ist nicht nachgewiesen; die einfachere Erklärung ist, dass die Sichtbarkeit des siebten Sterns von Sehschärfe und Himmelsqualität abhängt und deshalb schon immer strittig war.

Wann der Stier zu sehen ist

Der Stier ist ein Wintersternbild – und das ist kein Widerspruch dazu, dass das Zeichen im Frühjahr liegt, sondern eine direkte Folge davon. Ein Sternbild ist am Abendhimmel sichtbar, wenn die Sonne auf der GEGENÜBERLIEGENDEN Seite der Ekliptik steht. Solange die Sonne im Zeichen Stier steht, also im Frühjahr, steht das Sternbild Stier hinter ihr und geht mit ihr zusammen auf und unter – man sieht es nicht.

Gut zu beobachten ist es im Gegenteil von November bis März, wenn es abends hoch im Süden steht. Wer im April sein „eigenes" Sternbild sehen möchte, muss dafür bis in den Winter warten. Diese Umkehrung gilt für alle zwölf Zeichen und ist der häufigste Grund für Verwirrung: das Zeichen nennt den Zeitraum, in dem die Sonne davor steht, und genau dann ist es unsichtbar.

Aldebaran und die Bedeckungen durch den Mond

Von allen Sternen erster Größe können nur vier vom Mond bedeckt werden: Aldebaran im Stier, Regulus im Löwen, Spica in der Jungfrau und Antares im Skorpion. Der Grund ist einfach – der Mond hält sich nahe an der Ekliptik, und nur diese vier hellen Sterne liegen dicht genug daran.

Eine solche Bedeckung ist eine der wenigen astronomischen Beobachtungen, die ohne jedes Gerät eindrucksvoll sind: der Stern verschwindet nicht langsam, sondern von einem Augenblick auf den anderen, weil der Mond keine Atmosphäre hat, die das Licht vorher abschwächen könnte. Wer schon einmal eine Aldebaran-Bedeckung im Fernglas gesehen hat, versteht, warum diese Beobachtung historisch für die Bestimmung der Mondbahn so wichtig war.

Die Bedeckungen treten in Serien auf. Weil die Mondbahn gegen die Ekliptik geneigt ist und diese Neigung sich mit einer Periode von etwa achtzehn Jahren dreht, gibt es Jahre mit mehreren Aldebaran-Bedeckungen und dann Jahrzehnte ohne eine einzige. Die letzte Serie endete 2018; die nächste beginnt erst in den 2030er Jahren. Solche Serien sind der Grund, warum antike und mittelalterliche Beobachtungsreihen aus bestimmten Jahrzehnten dicht und aus anderen leer sind – nicht die Beobachter fehlten, sondern die Ereignisse.

Aldebaran selbst ist ein oranger Riese, ähnlich weit in seiner Entwicklung fortgeschritten wie Pollux in den Zwillingen: der Wasserstoff im Kern ist erschöpft, der Stern hat sich aufgebläht und leuchtet deutlich kühler und röter als die Sonne. Er ist mit etwa fünfundsechzig Lichtjahren einer der näheren Riesen und dadurch heller, als seine tatsächliche Leuchtkraft vermuten lässt.

Der Krebsnebel als Zeitmarke

Der Supernova-Rest im Stier ist mehr als eine Kuriosität – er ist eines der wenigen astronomischen Objekte, deren Entstehungsdatum auf den Tag bekannt ist. Chinesische Hofastronomen verzeichneten den „Gaststern" am 4. Juli 1054 und beschrieben, dass er dreiundzwanzig Tage lang am Taghimmel und danach fast zwei Jahre am Nachthimmel sichtbar war.

Diese Datierung macht den Nebel zu einem Maßstab. Weil man weiß, wann die Explosion stattfand, und weil man messen kann, wie schnell sich seine Gashülle ausdehnt, lässt sich prüfen, ob beides zusammenpasst – ein Test für Modelle, die es sonst nur in der Theorie gibt. Im Zentrum steht ein Pulsar, ein rotierender Neutronenstern von etwa zwanzig Kilometern Durchmesser, der sich dreißig Mal je Sekunde dreht und dessen Signal so regelmäßig ist, dass es als Zeitreferenz verwendet wurde.

In europäischen Quellen fehlt das Ereignis von 1054 fast vollständig, obwohl es von hier aus sichtbar gewesen sein muss. Warum, ist umstritten; die naheliegendste Erklärung ist, dass niemand systematisch notierte, was sich am Himmel ändert, weil die Vorstellung eines unveränderlichen Himmels das Gegenteil erwartete. Ein Ereignis, das nicht ins Modell passt, wird nicht gesehen – dafür ist dieser Nebel der bekannteste Fall der Astronomiegeschichte.

Aldebaran und die vier Königssterne

Aldebaran gehörte zu einer Gruppe von vier Sternen, die in der persischen und babylonischen Überlieferung eine besondere Rolle spielten und in der Literatur als Königssterne oder Wächter des Himmels bezeichnet werden: Aldebaran im Stier, Regulus im Löwen, Antares im Skorpion und Fomalhaut im Südlichen Fisch.

Ihre Auswahl folgt einer einfachen Regel: sie stehen einander am Himmel jeweils etwa neunzig Grad entfernt gegenüber und markieren damit vier Punkte, die das Jahr in Viertel teilen. In der Epoche, in der die Zuordnung entstand – ungefähr im dritten Jahrtausend vor unserer Zeit – lagen drei von ihnen nahe an den Tagundnachtgleichen und Sonnenwenden. Vier helle Sterne, gleichmäßig verteilt, waren damit ein brauchbares Gerüst für die Einteilung des Jahres, lange bevor es eine Gradzählung gab.

Heute stimmt diese Zuordnung nicht mehr: die Präzession hat die vier Sterne gegen die Jahreszeitenpunkte verschoben, um etwa dreißig Grad seit der Benennung. Die Königssterne sind also ein Fossil – sie zeigen, wo die Jahresviertel einmal lagen, und sind damit selbst ein Beleg für dieselbe Verschiebung, die auch die Zeichen von den Sternbildern getrennt hat.

Von den vier ist Fomalhaut der einzige, der nicht in einem Tierkreissternbild steht. Die anderen drei liegen dicht an der Ekliptik und können deshalb vom Mond bedeckt werden – dieselbe Eigenschaft, die sie überhaupt zu brauchbaren Messpunkten machte.

Die Hyaden, der nächste offene Sternhaufen

Die V-förmige Gruppe, die den Kopf des Stiers bildet, ist mit etwa hundertfünfzig Lichtjahren der uns nächste offene Sternhaufen und deshalb ein Bezugsobjekt der Astronomie: an ihm wurden Verfahren zur Entfernungsbestimmung geprüft, die man anschließend auf weiter entfernte Haufen anwenden konnte. Ihr Alter liegt bei einigen Hundert Millionen Jahren, ähnlich dem des Bienenkorbs im Krebs – beide teilen Alter und Bewegungsrichtung und dürften aus derselben Region hervorgegangen sein.

Die Verteilung über 96 Jahre

Wie sich der Übertritt auf die Kalendertage verteilt, lässt sich für den Zeitraum 1940 bis 2035 auszählen. Die Werte für dieses Zeichen: 19. April: 18, 20. April: 76, 21. April: 2. Der 20. April ist damit über den ganzen Zeitraum der häufigste Fall, und die Verteilung ist im 20. und im 21. Jahrhundert im Wesentlichen dieselbe. In zwei Jahren liegt der Übertritt näher als eine Viertelstunde an Mitternacht – 1976, 2013. Für diese Jahrgänge wird hier kein Kalendertag behauptet: die Rechnung ist auf etwa drei Minuten genau, und die Zuordnung läge damit innerhalb ihrer eigenen Unsicherheit.

Von wann bis wann das Sternzeichen Stier gilt

Von wann bis wann das Sternzeichen Stier reicht, nennt die gebräuchliche Tabelle mit dem 21. April bis 20. Mai. Der berechnete Sonnenstand legt den Beginn über die Jahre 1940 bis 2035 auf den 19., 20. oder 21. April – auch hier ist das Datum der Tabelle der späteste der drei möglichen Tage.

Von wann bis wann das Tierkreiszeichen Stier gilt, ist damit eine Frage an den Kalender; das Sternzeichen Stier selbst ist über seinen Winkel definiert. Die Bedeutung des Zeichens bleibt davon unabhängig: das Sternzeichen Stier ist der zweite Abschnitt von dreißig Grad hinter dem Frühlingspunkt, und diese Bedeutung ist rein geometrisch. Das Sternbild Stier liegt heute nicht mehr dahinter, sondern deutlich weiter; das Tierkreiszeichen Stier der Tabelle und das Sternbild Stier am Himmel decken sich seit langem nicht mehr.

Wie die Grenze wandert

Die Tabelle nennt den 21. April als ersten Tag des Stiers. Gemessen fällt der Übertritt in den Jahren 1940 bis 2035 auf den 19., 20. oder 21. April, und in der großen Mehrheit der Jahre auf den 19. oder 20. Das Tabellendatum ist damit auch hier die spätestmögliche Grenze und nicht die übliche.

Der Stier gehört zu den Zeichen mit der breitesten Streuung: drei mögliche Kalendertage statt zwei. Das liegt daran, dass der Übertritt im langjährigen Mittel nahe an einem Tageswechsel liegt, sodass die sechsstündige Jahresverschiebung ihn regelmäßig über Mitternacht schiebt. Bei Zeichen, deren Mittelwert weiter von Mitternacht entfernt liegt – etwa dem Löwen –, bleiben nur zwei Tage übrig.

Praktisch heißt das: der 19. und der 20. April sind Grenztage. An ihnen führt die Tabelle noch den Widder, während die Sonne in einem Teil der Jahrgänge bereits im Stier steht. Vom 21. April bis zum 20. Mai besteht keine Unsicherheit. Für die beiden Grenztage nennt die Seite zum Monat April den Zeitpunkt mit Datum und Uhrzeit für jedes Jahr.

Abb. 2 Stier im Jahreslauf. Jeder Sektor ist so breit, wie das Zeichen Tage hat – Stier belegt 30 der 365 Tage.
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Stier, 21.4.–20.5. Grenztage: 19. und 20. April
Abb. 3 Auf welchen Kalendertag der Übertritt in Stier fällt, ausgezählt über die Jahre 1940 bis 2035.
19. April 18 von 96
20. April 76 von 96
21. April (Tabelle) 2 von 96

Der Tabellentag ist einer der möglichen Übertrittstage; die Konvention markiert damit die spätere Grenze.

Wann das Zeichen wirklich beginnt

Die Tabelle setzt den Beginn auf den 21. April. Der gemessene Übertritt der Sonne fällt zwischen 1940 und 2035 auf den 19., 20., 21. April – das Tabellendatum ist dabei der spätestmögliche Tag.

Damit sind der 19. und der 20. April Grenztage: an ihnen steht die Sonne in manchen Geburtsjahren schon im Zeichen Stier, während die Tabelle noch Widder nennt. Welcher Jahrgang auf welcher Seite liegt, steht mit Datum und Uhrzeit auf der Seite Sternzeichen im April.

Die Zeitpunkte auf dieser Seite sind mit PyEphem 4.2.1 (libastro) aus der scheinbaren geozentrischen Länge der Sonne berechnet, bezogen auf das Äquinoktium des Datums, und in Europe/Berlin (CET/CEST) angegeben. Die Angabe ist auf etwa 3 Minuten genau; wo ein Übertritt näher als eine Viertelstunde an Mitternacht liegt, wird der Kalendertag nicht behauptet.

Nachbarzeichen

Vor dem Zeichen liegt Widder (21. März – 20. April), danach folgt Zwillinge (21. Mai – 21. Juni). Alle zwölf Zeiträume stehen in der Sternzeichen-Tabelle.

Häufige Fragen

Fragen zum Zeichen Stier

Welche Daten gelten für das Sternzeichen Stier?

Nach der gebräuchlichen Tabelle vom 21. April bis zum 20. Mai, also 30 Tage. Der Übertritt der Sonne in das Zeichen fällt in den Jahren 1940 bis 2035 auf den 19., 20., 21. April.

Ist der 21. April noch Widder oder schon Stier?

Nach der Tabelle Stier, und der Sonnenstand widerspricht dem nicht: der Übertritt erfolgt an diesem Tag oder bereits davor. Umgekehrt sind der 19. und 20. April die Tage, an denen die Tabelle noch Widder sagt, die Sonne aber in manchen Jahren schon im Zeichen Stier steht.

Welches Element hat Stier?

Erde. Die vier Elemente verteilen sich reihum über den Tierkreis, sodass jedes dritte Zeichen dasselbe trägt: neben Stier sind das Jungfrau und Steinbock.

Warum gilt Venus als herrschender Planet des Zeichens Stier?

Die Zuordnung stammt aus der überlieferten Astrologie und ist keine astronomische Aussage: Stier – lateinisch Taurus, das 2. der zwölf Zeichen – wurde Venus zugeordnet, dem hellsten Planeten am Morgen- und Abendhimmel. Am Sonnenlauf, aus dem die Daten auf dieser Seite stammen, ändert das nichts.