Harti

Geburtsmonat Juni

Sternzeichen Juni: Zwillinge oder Krebs, das Datum und der Wechsel

Welches Sternzeichen im Juni gilt, hängt vom Tag ab: bis zum 21. Zwillinge, ab dem 22. Krebs. Im Juni liegen damit zwei Zeichen: bis zum 21. Zwillinge, ab dem 22. Krebs. Die Grenze dazwischen wandert – sie fällt je nach Jahr auf den 20., 21., 22. Juni.

Junimittag: die Sonne steht mit gut 63 Grad am höchsten, die Schatten sind am kürzesten. (mit AI erstelltes Bild) AI
Abb. 1Junimittag: die Sonne steht mit gut 63 Grad am höchsten, die Schatten sind am kürzesten.Mit AI erstelltes Bild
Zwillinge
1.–21. Juni
Wechsel20.–22. Jun.je nach Jahr
Krebs
22.–30. Juni

Sternzeichen Juni: wo die Grenze wirklich liegt

Wer nach Sternzeichen Juni sucht, sucht in Wahrheit nach dieser Linie. Die gebräuchliche Tabelle zieht sie zwischen dem 21. und dem 22. Juni. Den Beginn des Zeichens Krebs erreicht die Sonne aber zu einer bestimmten Uhrzeit, und die verschiebt sich von Jahr zu Jahr um knapp sechs Stunden, mit einem Sprung zurück in jedem Schaltjahr. Fällt der Übertritt in die frühen Morgenstunden, gehört der Tag schon ganz zum Zeichen Krebs; fällt er am späten Abend, zählt fast der ganze Tag noch zu Zwillinge.

Abb. 2Der Grenzbereich im Juni. Oben die Tage nach der Tabelle, unten der berechnete Zeitpunkt des Wechsels für die Jahre 2020 bis 2030.
Zwillinge17. Zwillinge18. Zwillinge19. Zwillinge20. Zwillinge21. Krebs22. Krebs23. Krebs24. Krebs25. Krebs26.
Grenzzone
2020 20. Jun., 23:36 CEST
2021 21. Jun., 05:25 CEST
2022 21. Jun., 11:08 CEST
2023 21. Jun., 16:54 CEST
2024 20. Jun., 22:49 CEST
2025 21. Jun., 04:42 CEST
2026 21. Jun., 10:27 CEST
2027 21. Jun., 16:15 CEST
2028 20. Jun., 22:08 CEST
2029 21. Jun., 03:55 CEST
2030 21. Jun., 09:38 CEST

Berechnet mit PyEphem 4.2.1 (libastro) aus der scheinbaren geozentrischen Länge der Sonne, bezogen auf das Äquinoktium des Datums; Zeiten in Europe/Berlin (CET/CEST), genau auf etwa 3 Minuten.

Für Geburtstage vom 1. bis zum 19. Juni ist die Antwort eindeutig Zwillinge, vom 23. bis zum 30. Juni ebenso eindeutig Krebs. Nur die Tage dazwischen brauchen einen Blick auf das Geburtsjahr.

Abb. 3 Auf welchen Kalendertag der Übertritt in Krebs fällt, ausgezählt über die Jahre 1940 bis 2035.
20. Juni 4 von 96
21. Juni 76 von 96
22. Juni (Tabelle) 16 von 96

Der Tabellentag ist einer der möglichen Übertrittstage; die Konvention markiert damit die spätere Grenze.

Der Monat der Juno – oder der Jüngeren

Juni kommt von Iunius und wird meist auf Juno zurückgeführt, die höchste römische Göttin. Ovid bietet daneben eine zweite Erklärung an: iuniores, die Jüngeren, als Gegenstück zu den maiores im Mai. Beide Deutungen sind antik, und keine ist entschieden.

Im ältesten römischen Kalender war der Juni der vierte Monat, weil das Jahr im März begann. Bemerkenswert ist, dass er zu den vier Monaten gehört, die nie umbenannt wurden, obwohl es Anläufe gab: nach Iulius und Augustus lag es nahe, weitere Monate nach Herrschern zu benennen, und mehrere Kaiser haben es versucht. Durchgesetzt haben sich nur die beiden.

Die Zeichenreihe zählt vom März, weil dort der Frühlingspunkt liegt. Für den Juni heißt das, dass er die Zeichen drei und vier enthält.

Zwillinge und Krebs im Juni

Bis zum 21. Juni führt die Tabelle die Zwillinge, ab dem 22. den Krebs. Dieser Wechsel ist einer der vier, die auf einem astronomischen Ereignis sitzen: die Sommersonnenwende. In dem Moment hat die Sonne ihren nördlichsten Punkt auf der Ekliptik erreicht, steht senkrecht über dem nördlichen Wendekreis und kehrt danach um.

Der Tag der Sonnenwende ist der längste des Jahres – in Deutschland je nach Breite etwa sechzehn bis siebzehn Stunden. Was viele überrascht: er ist nicht der Tag mit dem frühesten Sonnenaufgang. Der liegt einige Tage davor, der späteste Sonnenuntergang einige Tage danach, und der längste Tag dazwischen. Verantwortlich ist die Zeitgleichung, die Differenz zwischen wahrer und mittlerer Sonnenzeit: sie verschiebt Auf- und Untergang gemeinsam, während die Tageslänge nur von der Sonnenhöhe abhängt. Am Umkehrpunkt, wo sich die Tageslänge kaum ändert, dominiert deshalb die Zeitgleichung das Ergebnis.

Nach dem Krebs ist außerdem der nördliche Wendekreis benannt – eine Momentaufnahme aus der Antike, als die Sonne zur Sonnenwende tatsächlich vor dem Sternbild Krebs stand. Heute steht sie dort vor den Zwillingen; die Präzession hat das Bezugssystem verschoben, die geografische Linie behält ihren Namen. Für das Zeichen ändert das nichts: der Krebs ist definiert als der Abschnitt, der mit der Sonnenwende beginnt.

Was für Geburtstage am 20., 21. und 22. Juni gilt

Die Sommersonnenwende fällt in den Jahren 1940 bis 2035 auf den 20., 21. oder 22. Juni, in sechsundsiebzig Fällen auf den 21. Der 22. kommt in sechzehn Jahren vor, der 20. in genau vier – und alle vier liegen nach 2020.

Der 20. Juni ist damit ein Phänomen der Gegenwart. Ursache ist die gregorianische Schaltregel: das Jahr 2000 war als durch 400 teilbares Jahrhundertjahr ein Schaltjahr, wodurch die Ereignisse im 21. Jahrhundert insgesamt etwas nach vorn gerutscht sind. Wer eine alte Tabelle mit einer neuen vergleicht, findet an dieser Grenze deshalb unterschiedliche Angaben, und beide sind für ihre Zeit richtig.

Für die Praxis heißt das: der 20. und der 21. Juni sind Grenztage. Wer an ihnen geboren ist, wird von der Tabelle den Zwillingen zugeordnet, stand astronomisch aber – am 21. in der weit überwiegenden Zahl der Jahrgänge – bereits im Krebs. An diesen Tagen entscheidet zusätzlich die Geburtsstunde. Für den 22. Juni und alle folgenden Tage bis zum 22. Juli besteht keine Unsicherheit.

Sechzehn Minuten Zuwachs im ganzen Monat

Der Juni ist der Monat mit der geringsten Veränderung der Tageslänge im ganzen Jahr. In Berlin steigt sie von 16 Stunden 43 Minuten am 1. auf 16 Stunden 59 Minuten am 30. – ein Zuwachs von sechzehn Minuten, verteilt auf dreißig Tage, also gut eine halbe Minute pro Tag. Dazwischen liegt das Maximum am Tag der Sonnenwende.

Der Grund ist der Umkehrpunkt. Die Deklination der Sonne wandert im Monat von +22,1 auf +23,2 Grad und erreicht in der Sonnenwende ihren Höchstwert von 23,4 Grad – die Neigung der Erdachse. Ein Extremwert ist der Ort, an dem sich eine Kurve am wenigsten ändert, und deshalb ist im Juni fast nichts zu bemerken. Die Mittagshöhe der Sonne in Berlin steigt entsprechend nur von 59,6 auf 60,6 Grad.

Genau diese Flachheit ist der Grund, warum sich das Datum der Sonnenwende historisch so schlecht bestimmen ließ. Wer den kürzesten Mittagsschatten des Jahres sucht, sucht einen Unterschied, der zwischen dem 18. und dem 24. Juni im Messrauschen verschwindet. Antike Beobachter lösten das, indem sie zwei gleiche Schattenlängen vor und nach der Wende suchten und die Mitte dazwischen nahmen – dasselbe Prinzip, mit dem eine moderne Rechnung ein Intervall halbiert.

Für die Zeichengrenze bedeutet der Umkehrpunkt, dass sie die weichste der vier astronomisch definierten ist. Die beiden Tagundnachtgleichen liegen auf dem steilsten Teil der Kurve und sind deshalb präzise datierbar; die beiden Sonnenwenden liegen auf dem flachsten. Die vier Grenzen sind also nicht gleich gut messbar, obwohl alle vier gleich exakt definiert sind.

Zwillinge und Krebs im Vergleich

Die beiden Zeichen des Junis sind zweiunddreißig und einunddreißig Tage lang und damit die zwei längsten aufeinanderfolgenden Abschnitte des Jahres. Beide liegen um den sonnenfernsten Punkt der Erdbahn, an dem die Erde am langsamsten läuft.

In der Systematik tragen die Zwillinge Luft und veränderlich, der Krebs Wasser und kardinal – die Zwillinge schließen den Frühling ab, der Krebs eröffnet den Sommer, und die Grenze dazwischen ist die Sommersonnenwende. Als herrschende Himmelskörper gelten Merkur für die Zwillinge und der Mond für den Krebs. Der Krebs ist damit neben dem Löwen mit der Sonne eines der beiden Zeichen mit einer eindeutigen Zuordnung; alle übrigen zehn teilen sich die fünf mit dem Auge sichtbaren Planeten zu je zwei.

Am Himmel sind die beiden Sternbilder sehr ungleich. Die Zwillinge sind über Castor und Pollux leicht zu finden, der Krebs ist das lichtschwächste Tierkreissternbild überhaupt – sein hellster Stern erreicht nur die vierte Größenklasse. Er enthält dafür zwei offene Sternhaufen, den Bienenkorb und den ungewöhnlich alten Messier 67, und ist damit ein Beispiel dafür, dass sich Sichtbarkeit und astronomischer Wert nicht deckt.

Für die Zuordnung eines Geburtstags verlangt der Juni an zwei Tagen mehr als das Datum: am 20. und am 21. Juni entscheidet das Geburtsjahr.

Die Grenze in den Nachbarmonaten

Die Grenze in diesem Monat steht nicht allein – sie ist ein Glied in einer Kette von zwölf. Im Mai davor wechselt die Sonne am 21. in den Zwillinge, in diesem Monat am 22. in den Krebs, im Juli danach am 23. in den Löwe. Alle drei Grenzen liegen in der zweiten Monatshälfte, und das ist kein Zufall: die Zwölfteilung wird vom Frühlingspunkt aus gezählt, der im März auf den 20. oder 21. fällt, und von dort rechnet sich der Abstand von je dreißig Grad durch das ganze Jahr weiter.

Daraus folgt, dass in jedem Kalendermonat genau zwei Zeichen liegen und keine Zeichengrenze auf einen Monatsersten fällt. Wer eine Sternzeichentabelle daraufhin durchsieht, findet die zwölf Grenzen zwischen dem 19. und dem 24. – eine Spanne von sechs Tagen für zwölf Übergänge, die über das ganze Jahr verteilt sind.

Die Länge der Abschnitte schwankt dabei: der Krebs dauert 31 Tage, der Zwillinge davor 32 und der Löwe danach 32. Diese Unterschiede kommen allein von der Bahngeschwindigkeit der Erde, die auf ihrer Ellipse Anfang Januar am schnellsten und Anfang Juli am langsamsten läuft. Die Zeichen selbst sind alle exakt dreißig Grad breit.

Für die Praxis heißt das: die Frage nach dem Zeichen ist für die meisten Geburtstage mit dem Datum beantwortet, und nur an den wenigen Tagen rund um die Grenze kommt das Geburtsjahr hinzu. Die Nachbarseiten Mai und Juli nennen dieselben Angaben für ihre eigenen Grenztage.

Die Schafskälte

Für die Tage um den 11. Juni gibt es die Bezeichnung Schafskälte, benannt nach dem Zeitpunkt, zu dem Schafe traditionell geschoren wurden und ein Kälteeinbruch für die Tiere gefährlich war. Wie bei den Eisheiligen im Mai ist der Effekt in langen Messreihen erkennbar, aber schwach: in etwa der Hälfte der Jahre tritt in der ersten Junihälfte ein Vorstoß kühler Meeresluft auf, in der anderen nicht. Die meteorologische Erklärung ist derselbe Kontrast wie im April – das Meer ist noch kalt, das Land schon warm –, nur schwächer, weil sich die Wassertemperatur bis Juni angeglichen hat. Für die Zeichengrenze in diesem Monat ist das ohne Bedeutung, aber es gehört zu den Fällen, in denen ein Kalendertag mehr Erwartung trägt, als die Daten hergeben.

Warum andere Seiten andere Daten nennen

Beim Sommeranfang sind drei Definitionen im Umlauf, und alle drei sind vertretbar. Der astronomische Sommer beginnt mit der Sonnenwende, also mit dem Eintritt der Sonne in den Krebs. Der meteorologische beginnt am 1. Juni, weil Klimastatistiken ganze Monate brauchen. Der phänologische richtet sich nach der Vegetation, etwa der Blüte der Sommerlinde, und fällt je nach Jahr und Region auf ein anderes Datum.

Nur die erste Definition hat einen exakten Zeitpunkt, und nur sie bestimmt die Zeichengrenze. Wer im Kalender „Sommeranfang" liest und ein anderes Datum erwartet hat, vergleicht mit hoher Wahrscheinlichkeit zwei dieser drei Systeme. Dazu kommt wie überall die Zeitzone: eine Uhrzeit ohne sie ist für einen Zeichenwechsel nicht überprüfbar. Alle Zeiten hier gelten für Mitteleuropa, im Juni in Sommerzeit.

Das Datum im Juni und der Wechsel im Jahreslauf

Sternzeichen Juni heißt damit immer: zwei Zeichen und ein Datum dazwischen. Davor liegt der Mai, danach der Juli. Alle zwölf Zeiträume nebeneinander stehen in der Sternzeichen-Tabelle. Wer das Sternzeichen im Juni für einen bestimmten Geburtstag braucht, liest es dort in einer Zeile ab – und wer die Frage Sternzeichen Juni für ein einzelnes Jahr genau beantworten will, nimmt die Uhrzeit aus der Abbildung weiter oben.

Häufige Fragen

Fragen zum Juni

Welches Sternzeichen hat man im Juni?

Bis zum 21. Juni Zwillinge, ab dem 22. Juni Krebs. Die Grenze dazwischen ist keine feste Linie – der Übertritt der Sonne fällt je nach Jahr auf den 20., 21., 22. Juni.

Welches Zeichen gilt am 20. Juni?

Nach der gebräuchlichen Tabelle Zwillinge. Astronomisch steht die Sonne an diesem Tag in einem Teil der Jahrgänge bereits im Zeichen Krebs. Die Aufstellung oben nennt für jedes Jahr den Zeitpunkt, sodass sich die Frage für ein konkretes Geburtsjahr eindeutig beantworten lässt.

Warum nennen andere Seiten einen anderen Grenztag für den Juni?

Weil sie einen einzelnen Jahrgang zugrunde legen oder eine andere Zeitzone. Für den Juni ist der Übertritt über den Zeitraum 1940 bis 2035 nicht auf einen Tag festzulegen: er fällt auf den 20., 21., 22. Juni, je nach Jahr. Ohne Angabe von Jahr und Zeitzone ist eine Uhrzeit für den Wechsel nicht überprüfbar.